Review

„Ich bin Wedding Peach, der Engel der Liebe und ich bin nun ernstlich ein wenig verstimmt!“ – wer diesen Satz im Schlaf mitsprechen kann, hat entweder 2001 fleißig Anime geschaut oder bei den zwei vorhergehenden DVD-Boxen bereits zugegriffen. Mit der DVD-Box „Wedding Peach – Volume 3“ folgt nun aus dem Hause Nipponart auch das letzte Drittel der kompletten Serie.

Wer an dieser Stelle allerdings verwirrt die Stirn runzelt, dem soll noch einmal auf die Sprünge geholfen werden: „Wedding Peach“ ist der Anime über die 13-jährige Schülerin Momoko, die sich durch einen magischen Ring in eine kämpfende Braut verwandeln kann. Als Wedding Peach bekämpft sie mit ihren Freundinnen Yuri und Hinagiku Dämonen und versucht so, im Auftrag der Königin Aphrodite, das Reich der Engel vor der bösen Dämonenherrscherin Satania und ihren Handlangern zu retten. Quasi „nebenbei“ erledigen die drei Mädchen natürlich auch noch die Dinge, die Teenager so machen – sie gehen ihren Hobbys nach und verlieben sich in Jungs.

Direkt zum Auftakt dieser Box, also in Folge 35 von 51, reisen die drei ihren Angebeteten aus der Fußballmannschaft hinterher. Während sie eigentlich für ihre Schülerzeitung recherchieren sollen, himmeln Yuri und Hinagiku lieber den Fußballcaptain Kazuya an. Momoko hingegen fühlt sich zu Yōsuke hingezogen – was sie aber nicht so recht zugeben will. Auch Yōsuke scheint sein Herz bereits an das Mädchen mit den Zuckerwattehaaren vergeben zu haben, das interessiert die Managerin des Fußballclubs Hirumi aber nicht die Bohne, sie hat es selbst auf den Torward Yōsuke abgesehen. So kommt es, wie es kommen muss: Nach einer weiteren Ablehnung verwandelt sich die Verschmähte Hirumi in den Dämon Potamos.
Die drei Liebesengel eilen sofort zur Verteidigung des bedrängten Jungen herbei. Als sich aber abzeichnet, dass sie nicht stark genug sind, erscheint wie durch einen Zufall Salvia, der vierte Liebesengel. Allerdings ist sie nur mäßig hilfreich, denn sie hat noch nicht so ganz verinnerlicht, dass Liebesengel Dämonen nicht mit Schwertern töten, sondern nur durch Liebe „heilen“. Komplikationen sind also vorprogrammiert, dabei müssen sich die vier zur Rettung des Engelreiches zusammenfinden!

Momoko, Yuri und Hinagiku stehen also vor einer ganzen Reihe Aufgaben: Wer ist eigentlich der Engel Salvia? Warum hasst sie Dämonen bis aufs Blut? Warum ist Königin Satania so böse? Was ist mit Momokos Mutter passiert? Warum verhält sich Yōsuke so merkwürdig?
Und natürlich läuft alles auf die zentrale Frage hinaus: Werden sie das Engelreich gemeinsam retten können und ihre erste große Liebe finden?

Zwischen Teenageralltag und Dämonenjagd (Copyright: TENYU · Nao Yazawa / Shogakukan · NAS · Softgarage)

Zwischen Teenageralltag und Dämonenjagd (Copyright: TENYU · Nao Yazawa / Shogakukan · NAS · Softgarage)

Neben diesen mehr oder weniger existenziellen Fragen behandelt die Serie auf altersgerechte Weise den Umgang mit Zurückweisung und sexueller Belästigung. Dass dabei weibliches Heldentum und Teamwork gefeiert wird, ist genauso erfreulich wie genretypisch.
Trotz all der Dramatik und Spannung, die über die gesamten Folgen aufrechterhalten werden, kommen hier auch lustige Elemente nicht zu kurz. Besonders die Neckereien zwischen Momoko und Yōsuke verleihen der Serie ihren Charme. In all diesen Punkten muss sich „Wedding Peach“ natürlich mit dem magical Girl schlechthin messen: Sailor Moon. Bei den Unterschieden (und noch mehr bei den Parallelen) sei jedoch gesagt, dass „Wedding Peach“ insgesamt vor allem quirliger, aber auch kurzweiliger ist.

Von der Story mal abgesehen: Die Synchronisation ist immer noch original – also gut 15 Jahre alt. Dem Sound, besonders den Songs, die schon nach einmaligem Hören einfach nicht mehr aus dem Hirn verschwinden wollen, merkt man ihr Alter nicht an. Antik bis ulkig ist hingegen das Bildformat – 3:4 sieht auf einem großen HD-Fernseher einfach komisch aus. Dass die Folgen digital auch nicht nachbearbeitet wurden, hilft an diesem Eindruck auch nicht weiter.

Damit hat „Wedding Peach“ alles, was man für eine Anime-Zeitreise braucht. Sogar das „Vintage“-Gefühl wird mitgeliefert – und das sollte eingefleischten Fans insgesamt gefallen. Wer neu ist im magical Girl-Genre sollte aber vielleicht nicht direkt mit der quietschigsten aller Serien einsteigen, sondern die Zuckerdosis langsam erhöhen.

Trailer

Handlung

Die 13-jährige Momoko erfährt durch einen Zauberdämon, dass sie der Engel der Liebe ist, das einzige Wesen, das die böse Zauberin Satania bekämpfen kann. Satania will die Liebe auf Erden vernichten, doch Momoko muss das mit Hilfe ihrer Freundinnen Hinagiku und Yuri unter allen Umständen verhindern. Zudem muss Momoko noch heraus finden, was mit ihrer früh verstorbenen Mutter wirklich passiert ist.

(Quelle: Nipponart)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Nipponart
Erscheinungstermin: 29.05.2015
Produktionsjahr: 1995
Spieldauer: 450 Minuten

Copyright Artikelbild: TENYU · Nao Yazawa / Shogakukan · NAS · Softgarage



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer