Review

Wacken – das Mekka der Metalheads. Ein Ort, dem tausende Menschen weltweit nicht nur im August zur Festivalzeit huldigen.
Anders als aber noch in der 2006er Dokumentation „Full Metal Village“ steht in „Wacken – Der Film“ nicht das Dorf, sondern das international bekannte Festival und die damit verbundene Musik im Fokus der Produktion, die eine Mischung aus spielfilmartiger Doku und Musikreportage ist, kurz: ein Music Event Movie. Oder wie Wacken-Veranstalter und Co-Produzent des Films, Thomas Jensen, in einem der darin zahlreich zu sehenden Interviewausschnitte treffend sagt: „Das ist ein Statement für Metal. Es ist ein Statement für diese Art Musik und für diese Fans.“

"Wacken - Der Film" lenkt den Blick authentisch und umfangreich auf das Festival. (Copyright: Warner Home / NFP)

„Wacken – Der Film“ lenkt den Blick authentisch und umfangreich auf das Festival. (Copyright: Warner Home / NFP)

In diesem Sinne setzt sich „Wacken – Der Film“ zusammen aus Interviewschnipseln, Konzertmitschnitten, Zuschauerreaktionen und vielen bewegten Bildern rund um das Festivalgeschehen, das 2013 mit der Kamera aus unterschiedlichen Perspektiven mitverfolgt, festgehalten und schließlich für das Kino sowie die DVD und Blu-ray Veröffentlichung weiterverarbeitet wurde.

Schon der Beginn des Films ist durchaus gelungen, fängt er doch den starken Kontrast von Metal und Dorfidylle, von Wacken eben, ein.
Im weiteren Verlauf zeigt „Wacken – Der Film“ das Festival von seinen vielen abwechslungsreichen Seiten. Dabei kommen weder Klischees zu kurz, noch jene Impressionen, die authentisch das wiedergeben, was Wacken ausmacht und für viele Menschen darstellt: Eine Lebenseinstellung, die während der Dauer des Events ausgiebig und facettenreich ausgelebt und gefeiert wird.

Über den „Soundtrack“ von „Wacken – Der Film“ müssen wir nicht weiter reden. Hier regiert Metal und dieser ist stets passend ausgesucht und in die zu sehenden Szenen integriert.
Diesbezüglich überzeugen auch die vielfältigen, wenn auch kurzen Konzertausschnitte, die Fans der jeweiligen stilistisch unterschiedlichen Bands das Herz aufgehen und Besucher des Festivals in Erinnerungen schwelgen lassen.
Darüber hinaus ist die Opulenz einiger Konzerte auf dem Wacken Festival deutlich erkennbar, so zum Beispiel im Mitschnitt der Songpräsentation „Du hast“ von Rammstein, die mit reichlich Pyro und Schaum begleitet wird. Insbesondere die Panoramaaufnahmen, die das gesamte Bühnenbild und das Publikum einfangen, vermitteln die außergewöhnliche Atmosphäre vom Wacken Open Air.

Protagonisten des Films sind u.a. die Besucher. (Copyright: Warner Home / NFP)

Protagonisten des Films sind u.a. die Besucher. (Copyright: Warner Home / NFP)

Jene wird sogar noch deutlicher, wenn man sich die 3D-Version des Films auf der Blu-ray anschaut, denn dann kommt unweigerlich das Gefühl auf, mittendrin statt nur dabei zu sein. Nie zuvor flog der Schlamm schöner durch die Luft als in „Wacken 3D“ – außer vielleicht direkt vor Ort.

Ja, „Wacken – Der Film“ ist ein 92-minütiger Werbefilm über und für ein Festival, das es in dieser Form wohl nirgends sonst gibt. Gleichzeitig verdient das W:O:A aber auch diese Aufmerksamkeit, die ihm durch den Film, unter Regie von Norbert Heitker, zuteilwird, denn Wacken verbindet, und in Wacken kommt jedes Jahr eine große multikulturelle Familie zusammen; nicht umsonst nennen einige Metalheads Wacken ihr Zuhause. Entsprechend richtet man sich auch auf dem Zeltplatz häuslich ein, wie umfangreiche Filmausschnitte zeigen.
Von derartigen Highlights hätte es aber ruhig noch mehr sein dürfen, denn im Nu ist der Film zu Ende und der Zuschauer bleibt trotz der vielseitigen Eindrücke mit dem Gefühl zurück, dass es noch weitaus mehr über Wacken zu zeigen und zu berichten gibt.

Die Opulenz einiger Bühnenshows wird gut eingefangen. Hier: Alice Cooper (Copyright: Warner Home / NFP)

Die Opulenz einiger Bühnenshows wird gut eingefangen. Hier: Alice Cooper (Copyright: Warner Home / NFP)

Denn auch, wenn Nachwuchsbands sicherlich eine größere Plattform gebührt, so ziehen sich insbesondere die eingebetteten Beiträge über das sogenannte „Metal Battle“, währenddessen die Finalisten der Länder Uruguay, Rumänien und der Mongolei verstärkt in den Fokus rücken und persönlich zu Wort kommen, doch arg in die Länge.

Davon abgesehen sollten sich „Wacken – Der Film“ aber nicht nur Metal-Fans oder treue Besucher des Festivals ansehen, sondern vor allem auch jene Leute, die in Kuttenträgern immer noch potenzielle Bombenleger sehen. Es gibt sie sicherlich, die Freaks, die unweigerlich mit Metal in Verbindung gebracht werden; das möchte der Film aber auch gar nicht leugnen, doch sie sind liebenswert, friedfertig und hilfsbereit – und genau das wird nicht nur vor Ort jedem bewusst, sondern auch in „Wacken – Der Film“ auf ein Neues überaus deutlich.

Trailer

Inhalt

Wacken ist einzigartig. Unbeschreiblich. Fast Legende. Einmal im Jahr, an drei Tagen im August, ist das kleine Dorf in der norddeutschen Provinz Epizentrum, Massenphänomen und Welthauptstadt der etwas härteren Gangart. Dann reisen knapp 75.000 Metalheads aus der ganzen Welt zum Wacken Open Air an, um ihrer Musik und deren Hohepriestern – den größten Bands der internationalen Metal-Szene – zu huldigen. Und natürlich um gemeinsam zu feiern.

Seit 1990, als das erste Wacken Open Air mit knapp 800 Besuchern nicht viel mehr war als eine schräge Idee, ist es Jahr für Jahr gewachsen. Bis heute hat es sich zum weltweit größten Open Air Festival seiner Art entwickelt, bei dem die Tickets jedes Jahr innerhalb weniger Tage ausverkauft sind. Und das lange bevor die beteiligten Bands überhaupt feststehen. Schon viel wurde über das Festival berichtet, geschrieben, dokumentiert. Aber was genau ist es, das Wacken so besonders macht? Was macht die Faszination dieses Festivals aus, was die Magie – die „Seele“? Was hat Wacken, was andere nicht haben? Schwer zu sagen, mit bloßen Worten, Zahlen oder Anekdoten. Und trotzdem irgendwie ganz einfach: Um Wacken zu verstehen, muss man Wacken erleben.

(Quelle: Amazon Produktbeschreibung)

Wacken – Der Film – Homepage
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Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Warner Home Video – DVD / NFP – marketing & distribution*
Erscheinungstermin: 24.12.2014
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 92 Minuten
Extras: Clip von der Weltpremiere am 22.07.2014 in Hamburg / Making of Wacken 3D – Picture Show / Kinotrailer 2D / Kinotrailer XXL 2D, 3D / Teaser

Copyright Cover: Warner Home Video / NFP – marketing & distribution*



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde