Review

Im rauen Northumberland wird wieder ermittelt – und zwar genau in vier kniffeligen, abwechslungsreichen und in sich abgeschlossenen Kriminalfällen, die dem Zuschauer der dritten Staffel von „Vera: Ein ganz spezieller Fall“ wie gewohnt auf jeweils einer DVD mit Spielfilm-Charme statt Serien-Flair präsentiert werden.

Zeit genug also, dass sich die Fälle hinreichend entwickeln können und mit der einen oder anderen überraschenden Wendung aufwarten. Weil sich die Strukturen der jeweiligen Folgen allerdings gleichen, hat der findige Krimi-Zuschauer schon bald raus, wer schon mal nicht der Täter sein kann. Auf eine vorzeitige Falllösung kommt man trotzdem nicht, denn die Macher von „Vera: Ein ganz spezieller Fall“ zaubern diesbezüglich immer wieder kleine Überraschungen aus dem Ärmel.

Anders als im Klappentext der DVD-Box angekündigt und in Staffel 2 bereits ausgiebig platziert, rücken die privaten Probleme der Protagonistin in Staffel 3 allerdings überraschend deutlich in den Hintergrund. Mehr noch fallen sie so vage aus, dass nicht nur Neueinsteiger nur wenig damit anfangen können, sondern auch Fans der Serie ihre Schwierigkeiten haben werden, die lediglich angedeuteten und mit wenig Weiterentwicklung aufwartenden „persönlichen Dämonen“ der Hauptfigur nachzuvollziehen.
Dies ist insofern schade, dass dieser Handlungsstrang scheinbar in Staffel 3 stagniert, gleichzeitig aber auch vorteilhaft dahingehend, da der Schwerpunkt gezielt auf den jeweiligen Fällen und deren Ermittlungsarbeit liegt. Dadurch fokussiert man zudem einige interessante Nebenfiguren und Fallhintergründe, die andernfalls nur zur Randerscheinung verkommen wären.

Bei der Arbeit: Vera Stanhope, gespielt von Brenda Blethyn. (Copyright: Edel:Motion)

Bei der Arbeit: Vera Stanhope, gespielt von Brenda Blethyn. (Copyright: Edel:Motion)

Die einzelnen Morde und ungeklärten Todesfälle wiederum gestalten sich nicht immer äußerst innovativ, erhalten ihre Spannung und den Unterhaltungswert jedoch vor allem durch die guten schauspielerischen Leistungen. Dies betreffend sei insbesondere die Hauptdarstellerin erwähnt, denn mit der BAFTA-, Golden Globe- und Empire Award-Gewinnerin Brenda Blethyn holte man zur Verkörperung der eigenwilligen und schroffen Vera Stanhope eine erfahrene und ausdrucksstarke Schauspielerin vor die Kamera, deren Charakterdarstellung zwar zunächst gewöhnungsbedürftig, schließlich aber doch auch liebenswert vom Zuschauer wahrgenommen wird.

Auch die Ermittlungsarbeit zeigt sich noch von ihrer eher altbackenen Seite, die auf Denkvermögen und Laufarbeit statt auf Technik setzt, und wer die Serie, basierend auf Figuren der „Vera Stanhope“-Romanreihe von Autorin Ann Cleeves, bereits kennt, der weiß sowieso, dass man damit keine herkömmliche Krimiserie vorliegen hat.
Angefangen von der gelungen in Szene gesetzten Kulisse bis hin zu einem ungleichen Ermittlerteam, das angeführt wird von der sicherlich polarisierenden Hauptfigur, bietet „Vera: Ein ganz spezieller Fall“ genau die Krimi-Unterhaltung, die mit Raubeinigkeit und Eigenheit punktet. Nicht für jedermann das Richtige, aber wer auf der Suche nach Krimis und Darstellern mit Ecken und Kanten ist, der ist auch in Staffel 3 von „Vera: Ein ganz spezieller Fall“ gut aufgehoben.

Handlung

Getrieben von ihren persönlichen Dämonen, bekommt es Vera (Brenda Blethyn) bereits zum dritten Mal mit erschreckenden Kriminalfällen zu tun, unterstützt von ihrem vertrauten sowie geduldigen Kollegen DS Joe Asworth (David Leon).

Als Vera mit der Entführung von zwei jugendlichen Schwestern konfrontiert wird, muss sie tragischen Konsequenzen gegenüberstehen („Die verlorene Schwester“).
Zudem untersucht sie den skrupellosen Mord an einer jungen Physiotherapeutin, welche auf einem luxuriösen, ländlich gelegenen Rückzugsort niedergeschossen wurde („Luftschlösser“).
Weiterhin taucht sie in die Vergangenheit eines Sportfanatikers ein, nachdem dieser von einem Felsvorsprung in Northumberland in einen Feuerball stürzte („Schuld & Sühne“), und nimmt das verflochtene Liebesleben eines ehemaligen Polizeibeamten auseinander („Der verlorene Sohn“).
Infolgedessen wird sie mit einem Geheimnis aus ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Die spannenden Geschichten, gedreht in atemberaubenden Landschaften und stimmungsgeladen inszeniert, sind von den Romanen der berühmten Krimi-Autorin Ann Cleeves inspiriert.

(Quelle: Edel:Motion)

Folgen

01 Die verlorene Schwester (Poster Child)
02 Luftschlösser (Castles In The Air)
03 Schuld & Sühne (Young Gods)
04 Der verlorene Sohn (Prodigal Son)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 04.09.2015
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 360 Minuten
Extras: DVD-Highlights

Copyright Artikelbild: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde