Review

Farbenfrohes Weltraumabenteuer im Serienformat

Mit „Vagrant Queen – Staffel 1“ hält ein farbenfrohes Weltraumabenteuer im Serienformat Einzug auf die heimischen Bildschirme – insbesondere für Comic-Fans, denn die SyFy-Serie ist eine Adaption der gleichnamigen US-Comicreihe „Vagrant Queen“ von Magdalene Visaggio und Illustrator Jason Smith.

Die erste Staffel umfasst insgesamt zehn Folgen à 45 Minuten und erscheint auf DVD und Blu-ray.

Handlung

Elida, die schon als junges Mädchen Königin wurde, ist mittlerweile eine Ausgestoßene auf der Flucht vor der Regierung, die ihre Blutlinie auslöschen will.

Hin- und hergerissen zwischen ihrem Pflichtgefühl als Königin und ihrem Wunsch nach Freiheit und Autonomie nimmt der Zuschauer teil an ihrem Selbstfindungsprozess. Dieser führt sie – allein auf sich gestellt – in die abgelegensten Winkel der Galaxie, bis sie von ihrem Freund Isaac erfährt, dass ihre Mutter noch leben soll. Um sie zu retten, macht Elida sich auf zurück in das Herz ihres früheren Königreichs. Dort wird sie erstmals ihrem Todfeind aus Kindertagen gegenüberstehen: Commander Lazaro

Polarisierend: Trash mit Kult-Potenzial

Schon nach wenigen Minuten der ersten Folge fallen der trashige Charakter und 80s Touch der Serie auf, die dadurch zunächst gewöhnungsbedürftig erscheint. Kostüme und Monster im Stile der „Shannara Chroniken“ (nur mit Sci-Fi-Bezug), ein moderner elektrolastiger Soundtrack, Komparsen, die an Cosplay- und Cybergoth-Meetings erinnern, und ein Hauch Low Budget-Charme tun ihr Übriges dazu.

Der Aussage des Infotextes, „Vagrant Queen“ orientiere sich an Blockbustern wie „Guardians of the Galaxy“ oder „Das fünfte Element“ und weise darüber hinaus Anklänge an „Meet the Feebles“ auf, mag man somit bereits zügig zustimmen.
Klar wird auch, die Serien-Adaption wird polarisieren; für die einen eine Produktion mit Kult-Faktor, für die anderen in jeder Hinsicht zu übertrieben.

Übertrieben wirkt zudem teils der Humor der Serie. Kernige Sprüche, amüsante Dialoge und ein insgesamt unterhaltsames Figurenteam sorgen für den nötigen Witz, ohne den es teils ein wenig langweilig werden würde. Dass „Vagrant Queen“ zeitweise sogar (unfreiwillig?!) parodistische Züge annimmt, stört dabei nicht; im Gegenteil, sorgt dies doch für eine Extraportion Unterhaltung.

>Vagrant Queen< setzt auf Diversität

Neben all dem optisch und akustisch Gebotenen gewinnt auch die Handlung an Gewicht. Rückblenden in die Vergangenheit der Charaktere, die sich allen voran mit Adriyan Rae, Alex McGregor, Paul Du Toit und Tim Rozon als gut besetzt erweisen, klären über deren Vorgeschichte und Hintergründe auf und lassen sie näher kennenlernen.

Gefährliche Begegnungen in fremden Galaxien gibt es in „Vagrant Queen – Staffel 1“ zu sehen. (Copyright: © 2020 Vagrant Productions Inc. & Vagrant Productions BC Inc. & Agewise Trading (RF) (PTY) Ltd.)

Zu entdecken gibt es dabei viel, denn „Vagrant Queen – Staffel 1“ setzt auf Diversität. So sehr sogar, dass mit der Figur der lesbischen Amae ein Charakter erschaffen wurde, den es in der Comic-Vorlage nicht gab. Sie, gespielt von Alex McGregor, erweist sich dann auch schnell als eine große Bereicherung der Serie.

Doch nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera trägt die Produktion eine diverse Handschrift. Auch besteht das Team, allen voran durch die beiden Regisseurinnen Jem Garrard und Danishka Esterhazy, aus überwiegend weiblichen Akteuren. Feminismus und Diversität sind also große Themen, die sowohl sichtbar als auch auf inhaltlicher Ebene zum Ausdruck gebracht werden. Es wundert daher nicht, dass Garrard dazu erklärt:

Für mich persönlich sind Diversität und Repräsentation seit Beginn meiner Karriere eine echte Herzensangelegenheit [weswegen in der Serie wie auch hinter den Kulissen viele nicht-weiße und queere Personen wichtige Rollen spielen].

Fazit

Was zunächst allzu eigenwillig, bunt und trashig daherkommt, weiß mit zunehmender Laufzeit immer mehr zu gefallen und sorgt schließlich von Folge zu Folge für wachsende Begeisterung. Reinschauen lohnt sich!

Trailer

Handlung

Royal Gone Rogue!

Elida ist bereits als Mädchen eine Königin, die aber zu einem ausgestoßenen Waisenkind wird. Allein auf sich gestellt ist sie in den abgelegensten Winkeln der Galaxie unterwegs, immer einen Schritt der Regierung der Republik voraus, die alles dafür tun würde, um ihre Erblinie endgültig auszulöschen.

Als Elidas alter Freund Isaac auftaucht und behauptet, dass ihre Mutter noch am Leben ist, planen beide eine Rettungsaktion, die sie zurück in das gefährliche Herz ihres früheren Königreichs führen wird. Außerdem wird Elida erstmals ihrem Todfeind aus Kindertagen gegenüberstehen: Commander Lazaro.

(Quelle: Eye See Movies)

Episoden

01 Alte und neue Bekannte (A Royal Ass-Kicking)
02 Sing um dein Leben (Yippee Ki Yay)
03 Neue Pläne (Nobody’s Queen)
04 Station 233 (In A Sticky Spot)
05 Der Sterzaad (Temple Of Doom)
06 Requiem für die Republik (Requiem For Republic)
07 Unerwartete Begegnung (Sunshine Express Yourself)
08 Mörder an Bord (No Clue)
09 Die absolute Macht (All Old Things Must Pass – Part 1)
10 Tötet Lazaro (All Old Things Must Pass – Part 2)

Details

Format: PAL, Surround-Sound, Dolby
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Eye See Movies / AV Visionen
Erscheinungstermin: 06.08.2020
Spieldauer: 450 Minuten
Extras: 12-seitiges Booklet

Copyright Cover: © 2020 Vagrant Productions Inc. & Vagrant Productions BC Inc. & Agewise Trading (RF) (PTY) Ltd.



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde