Review

Drei Länder. Drei Ermittler. Ein Fall.

Diese Konstellation ruft erneut „The Team“ auf den Plan.

Nachdem Jasmin Gerat, Lars Mikkelsen und Veerle Baetens 2015 bereits erfolgreich als länderübergreifendes Ermittlerteam in der ersten Staffel dieser europäischen Koproduktion agierten, folgt nun „The Team II“ für das Heimkino.

Anders als Staffel 1

Schon anhand der wechselnden Besetzung, bestehend diesmal aus Jürgen Vogel (u.a. „Der Mann aus dem Eis“, „Winnetou – Der Mythos lebt (Film 1 – Eine neue Welt“)), Marie Bach Hansen und Lynn Van Royen („Tabula Rasa – Staffel 1“), wird klar, dass „The Team II“ wenig mit der ersten Staffel zu tun hat. Zwar behält man das Konzept eines über die Staatsgrenzen hinweg ermittelnden Joint Investigation Teams (JIT) der Europol-Polizeieinheit aus Belgien, Dänemark und Deutschland bei, davon abgesehen zeigt sich die Veröffentlichung aber sehr eigenständig.

Dies jedoch nicht unbedingt zu ihren Gunsten. Denn an die Stärken der ersten Staffel kann „The Team II“ trotz namhafter Besetzung nicht anknüpfen. Und auch jener renommierte Cast kann nicht aus den Schatten ihrer stereotyp angelegten Figuren treten. Zum Teil ein wenig overacted wird nicht der Eindruck erweckt, es hier mit einer guten Mischung kooperierender Könner zu tun zu haben. Im Gegenteil, wirkt das Handeln der professionellen Ermittler zuweilen doch eher überzogen, amateurhaft und realitätsfern.

Schauplatzwechsel

Auch die Schauplatzwechsel, ein Trumpf der Produktion, der bisher dazu führte, dass sich „The Team“ von anderen Formaten des Genres absetzen konnte, kommen kaum zur Geltung. Obwohl ständige Ortswechsel der Fall sind, fallen diese durch ihre Ähnlichkeiten untereinander nur bedingt auf. Zu schnell und häufig ändern sich außerdem die Lokalitäten, und zwar in der Form, dass die permanente Reiserei, die zudem oftmals in Nullkommanix vonstattengeht, unglaubwürdig erscheint und der Serie ihren diesbezüglichen Reiz nimmt.

Der Fall

Wenig nachvollziehbar und logisch fällt schließlich auch der Fall als solcher aus. Insgesamt fehlt es hier – trotz einiger Wendungen, die jedoch für Krimi- und Thriller-Fans schnell vorhersehbar sind – an Raffinesse. Dadurch sinkt die Spannung auf den Nullpunkt.

Lynn Van Royen, Marie Bach Hansen und Jürgen Vogel ermitteln gemeinsam in „The Team II“ (Copyright: Edel:Motion)

Indem inhaltlich auf ein System eines internationalen kriminellen Netz­werks, das durch den Handel mit Raubkunst Terrorismus finan­ziert, gesetzt wird, bewegt sich auch die Idee hinter den Mordfällen hier in einem Raum bewährter Zutaten.
Zeitgenössisch mag der Plot damit zwar sein, darüber hinaus wird der Zuschauer allerdings das Gefühl nicht los, dass die Macher das inzwischen für derlei Formate beliebte Thema Terrorismus lediglich gezwungenermaßen mit Raubkunst kombiniert haben. Entsprechend unharmonisch fällt diese Verbindung zuweilen aus.

Fazit

Am Ende bleibt von „The Team II“ somit nicht viel Positives hängen. Inmitten der derzeit zahlreichen Veröffentlichungen im Krimi- und Thrillersektor hat es die zweite Staffel damit – anders als ihr Vorgänger – schwer, sich durchzusetzen.

Trailer

Handlung

Drei Länder, drei Ermittler und ein Fall von organisierter Kriminalität: In The Team II ermittelt ein neues Joint Investigation Team von Europol gegen ein großes, international agierendes, kriminelles Netzwerk, das durch den Handel mit geraubter Kunst Terrorismus finanziert.

In einem Bed and Breakfast im dänischen Marschland werden bei einer Schießerei sieben Menschen ermordet. Die einzige Überlebende ist die junge Syrerin Malu Barkiri, die in die Weiten des Marschlands flieht. Der Täter entkommt unerkannt. Unter den Opfern sind neben den deutschen Besitzern des Hauses auch illegale Einwanderer, die offenbar in der Pension untergetaucht waren und ein belgisches Geschwisterpaar, das zuvor Kontakt mit der Terrororganisation „Caliphate Union“ hatte.

So rufen die Morde nicht nur die dänische Kommissarin Nelly Winther (Marie Bach Hansen) auf den Plan, sondern auch den Hamburger Ermittler Gregor Weiss (Jürgen Vogel), und die belgische Geheimdienstoffizierin Paula Liekens (Lynn Van Royen).

(Quelle: Edel:Motion)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Dänisch (Dolby Digital 5.1), Flämisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 23.11.2018
Spieldauer: 467 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde