Review

Es wird früh dunkel, draußen pfeift ungemütlich der Wind und vor dem Fernseher rückt man ein bisschen näher zusammen – ideale Voraussetzungen für einen gruseligen Filmabend!
Dass für Gänsehaut und zerkaute Fingernägel „The Pact II. Es ist noch nicht vorbei“ die richtige Wahl sein könnte, verspricht zumindest schon mal die Verpackung mit seinen dreidimensionalen Geisterfiguren. Auch dass es sich um den Nachfolger von „The Pact“ handelt, könnte für Gruselgenuss sprechen. Dieser, geschrieben und produziert als Erstlingswerk von Nicholas McCarthy, konnte im Jahr 2012 als Horrorfilm zwischen Okkultismus und Psychoterror zumindest gute Erfolge verzeichnen.

June Abbotts Beruf fängt da an, wo sich andere vor Grauen übergeben – als Tatortreinigerin stellt sich die junge Frau täglich menschlichen Tragödien: Schon in der Eröffnungsszenerie sieht man, wie sie die Überreste eines blutigen Todes von der Wand kratzt. Doch June hat sich damit arrangiert, sie selbst beschreibt ihre Tätigkeit als respektvollen Umgang mit dem Thema Tod. Die morbiden Taten verarbeitet sie in Graphic Novels oder in Gesprächen mit ihrem Freund Daniel, einem Police Officer mit Tatorterfahrung.
Im übrigen Leben ruht die Frau Anfang zwanzig in sich – dank ihrer liebevollen Beziehung mit ihrem Freund und mit einer guten Beziehung zu ihrer Mutter scheint sie allen Widrigkeiten trotzen zu können.

Doch dieses Leben gerät ins Wanken, als eine junge Frau brutal ermordet wird. Die Tat trägt die eindeutige Handschrift des „Judas“-Mörders, welcher in „The Pact“ sein Unwesen trieb. Doch „Judas“ ist tot – oder etwa nicht?

Die Protagonistin wird fortan mit grauenhaften Visionen von „Judas“ und seinen brutal zugerichteten Opfern geplagt. Die Tat, die zunächst nicht mit June in Verbindung steht, entwickelt eine beängstigende Eigendynamik, nachdem sie von FBI Agent Ballard aufgesucht und gewarnt wird: Sie könnte das nächste Opfer des Täters sein, da ihre leibliche Mutter ein Opfer des Massenmörders war. Ob dieser Enthüllung bricht für June eine Welt zusammen. Entzweit von ihrer Adoptivmutter und ohne einen Hinweis, wer ihr Vater sein könnte, macht sie sich auf die Suche nach den Hintergründen ihrer eigenen Vergangenheit und der Todesfälle. Währenddessen verstärken sich ihre schrecklichen Traumbilder. Sie wird heimgesucht von geisterhaften Erscheinungen. Ihre letzte Hoffnung ruht auf Annie Barlow, die den Judas-Killer tötete.

Horror für einen netten Fernsehabend, aber leider nicht mehr. (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Horror für einen netten Fernsehabend, aber leider nicht mehr. (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Und damit schließt „The Pact II“ an das Geschehen des Vorgängers im Grunde geschickt an: Das Duo Dallas Richard Hallam und Patrick Horvath nehmen McCarthys Faden auf und versuchen eine eigene Geschichte daraus zu spinnen. Was grundsätzlich eine spannende Idee ist, wird durch die Umsetzung im Einzelnen jedoch zerstört: Langatmige Rückblenden und immer gleiche Horrorvisionen brechen die Stimmung und sorgen zusätzlich für Verwirrung, der Gruselfaktor bleibt dabei auf der Strecke. Die unsinnig eingesetzten Jump Scares können da ebenfalls nichts mehr retten.

Auch wenn mit Camilla Luddington („Greys Anatomy“, „True Blood“) als June, Scott Michael Foster („Once Upon a Time“) als Daniel und Patrick Fischler („L.A. Noire“) als FBI Agent Ballard die Besetzung durchaus gelungen ist, wird durch irritierende Kameraführung, missglückte Synchronisation und den unausgewogenen Sound (Hintergrundgeräusche zu laut bzw. Dialoge zu leise) manchmal der Eindruck einer Low Budget-Verfilmung erweckt.

Hin und her gerissen zwischen netter Story und missglückter Umsetzung bleibt ein Horrorstreifen, der als Abendprogramm nebenbei durchaus mal laufen darf. Große kreative Sprünge schafft „The Pact II“ hier aber nicht.

Trailer

Inhalt

Als Annie Barlow den berüchtigten Judas-Killer vernichtet hat, sollte der Alptraum eigentlich zu Ende sein. Doch wieder geschieht ein Mord mit der Handschrift des Irren. Das FBI fürchtet, dass ein Nachahmungstäter umgeht und sich Opfer sucht, die mit dem ursprünglichen Fall zu tun haben. June Abbott versteht zunächst nicht, warum sie in Gefahr sein soll, bis sie erfährt, dass ihre richtige Mutter Jenny Glick war. Die erste Frau, die der Judas-Killer enthauptet hat. Verstört von blutigen Alpträumen und Visionen beginnt June, nach ihrer eigenen Geschichte zu suchen. Was sie findet, lehrt sie bald das Fürchten. Der Judas-Killer könnte ihr Vater sein – und sie spürt immer öfter, dass etwas im Haus ist …

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Format: PAL
Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 02.01.2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 96 Minuten

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer