Review

>Hitler, Bigfoot und Sam Elliott in einem Film. Sonst noch Fragen?<

Definitiv! Denn die Heimkinoveröffentlichung von „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“, erschienen bei capelight pictures, verspricht laut Titel zwar eine skurril-bizarre Fernsehunterhaltung, bei der man aber zunächst noch nicht genau weiß, womit man es eigentlich zu tun haben wird.

Drama, Action, Sci-Fi, Fantasy, Thriller, Komödie, Biopic – alles scheint hier möglich. Und ganz so offensichtlich, wie u.a. der eingangs zitierte Klappentext-Slogan vermuten lässt, fallen die Antworten darauf erst einmal nicht aus. Fragen bleiben demnach eine ganze Weile jede Menge offen, befeuert zudem von einem sehr entschleunigten Handlungsablauf, der sich auf eine Laufzeit von etwa 98 Minuten erstreckt.

Sam Elliott und Aidan Turner in einer Person

In dieser Zeit ist es an Sam Elliott, den Zuschauern den Inhalt des Films näherzubringen. Er mimt den Protagonisten Calvin Barr, der – sowohl als von Elliott selbst gespielter betagter Mann, als auch in von Aidan Turner verkörperter jüngerer Version – permanent im Mittelpunkt des Geschehens steht. Somit entpuppt sich „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ schon bald als Charakterstudie dieser Figur.

Der mit dem Titel womöglich suggerierte Humor erschöpft sich demnach beinahe auch in dieser Namensgebung. Zwar blitzen hin und wieder einige unterhaltsame Dialoge hervor, großteils dominieren jedoch die dramatischen Aspekte der Handlung.

Switchend zwischen Gegenwart (Hauptscreentime: Sam Elliot) und Vergangenheit (Hauptscreentime: Aidan Turner), lüften sich allmählich die Geheimnisse um die Figur des hier vermeintlichen Hitler- und Bigfoot-Mörders; jedoch nicht, ohne noch ein paar Fragen am Ende offen zu lassen. Insgesamt stellt aber gerade die Kombination des Titels definitiv mal etwas anderes dar, als übliche Hollywood-Blockbuster sonst zu bieten haben. Eher künstlerisch setzt Regisseur Robert D. Krzykowski daher sein Werk auch um.

Enttäuschungen

Nicht ganz so kunstvoll gelingt hingegen die Darstellung des „Bigfoot“. Diesbezüglich enttäuscht das Erscheinungsbild doch sehr, wirkt mitunter amateurhaft und passt nicht wirklich zum eigentlich ernsten Unterton des Films.

Calvin Barr (Sam Elliott) mit treuem Weggefährten in „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ (Copyright: capelight pictures)

Enttäuscht sein vom gesamten Streifen werden auch diejenigen, die mit falschen Erwartungen an die Sichtung herangehen. Ferner dürfte die gemächliche Handlungsentwicklung nicht jedem gefallen. Einige Längen sind hier zu überstehen, die mit etwas mehr Action und Dynamik hätten vermieden werden können, ohne dem Film die eigentliche Intention und Stimmung abzusprechen. Immerhin kann Schauspieler Sam Elliott jene Stellen durch seine Präsenz gut ausfüllen.

Fazit

„The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ spricht zunächst vermutlich viele an, wird jedoch nicht alle begeisternd vor dem Bildschirm halten können. Sehr speziell, äußerst gemächlich und alles in allem eher kunstvoll angelegt, kommen hier besonders die Filmenthusiasten auf ihre Kosten, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind. Denn auch wenn die Veröffentlichung vielleicht gewöhnungsbedürftig erscheint, besonders ist sie allemal.

Trailer

Handlung

An American Myth

Hitler, Bigfoot und Sam Elliott in einem Film. Sonst noch Fragen?

Calvin Barr (Sam Elliott) ist ein Held. Doch das sieht man dem unscheinbaren, älteren Herrn, wenn er in seiner Stammkneipe vor einem Glas Whisky sitzt, nicht an. Seine Heldentat unterliegt strengster Geheimhaltung: Nur wenige wissen, wozu er imstande ist, und dass er es gewesen ist, der im Zweiten Weltkrieg Adolf Hitler getötet hat. Seitdem sind Jahrzehnte vergangen. Barr führt ein unaufgeregtes Leben und hat es am liebsten, wenn man ihn in Ruhe lässt. Doch eines Tages klopfen das FBI und die kanadische Bundespolizei an die Tür des Kriegsveteranen, um ihn für eine Mission zu rekrutieren, für die nur er infrage kommt: Er soll in den nordamerikanischen Wäldern den sagenumwobenen Bigfoot töten.

(Quelle: capelight pictures)

Details

Format: Breitbild
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: capelight pictures
Erscheinungstermin: 14.06.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 98 Minuten
Extras: Audiokommentar von Regisseur Robert D. Krzykowski / Hinter den Kulissen / Entfallene Szenen / Interview mit Komponist Joe Kraemer / Kurzfilm „Elsie Hooper“

Cover Copyright: capelight pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde