Review

Mit „The Killing – Die komplette Serie“ veröffentlicht Pandastorm Pictures die volle Dosis Krimikost der Extraklasse.
Nicht selten laufen Serien dieser Art – und „The Killing“ erstreckt sich immerhin auf vier Staffeln – Gefahr, zu einer Überdosis zu führen, hervorgerufen durch Längen, Lückenfüllerepisoden oder ideenlose Fälle. Das US-Remake der dänischen Serie „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ weiß diesen Kritikpunkt in der Mehrheit der insgesamt 44 Folgen zu vermeiden.

Dies scheint sich allerdings mit dem Pilot namens „Rosie Larsen“ noch nicht zu bestätigen, denn phasenweise bleibt jener nicht immer nachvollziehbar. Die Charaktere werden zwar ausreichend und gut eingeführt und der Zuschauer mit einem grausamen Mordfall konfrontiert, die sich daran anschließende Ermittlungsarbeit weist jedoch ein Tempo auf, das ein Folgen vor dem Bildschirm teilweise erschwert. Ein Mittel, um die Serie in Gang zu bringen; allerdings entwickelt diese durch ihre zunehmende Komplexität sehr schnell eine Eigendynamik, dass man hier etwas plausibler hätte vorgehen können, indem man sich nicht nur auf die in die Ferne blickende Protagonistin konzentriert, die dadurch prompt die richtigen Schlüsse zieht und Eingebungen hat und so die Ermittlung vorantreibt.
Detaillierter und authentischer geht es dann aber schon in Episode 2 („Der Käfig“) zu und auch im Folgenden ist man entweder an die unorthodoxe Herangehensweise der weiblichen Hauptfigur gewöhnt oder aber die Darstellung der Polizeiarbeit wird glaubwürdiger skizziert.

Wie es bei einem Remake üblich ist, orientiert sich der Inhalt stark am Original. So ist der erste Fall – der Mord an der Schülerin Rosie Larsen – mit nur wenigen Änderungen identisch mit seiner Vorlage „Kommissarin Lund“. Wurde jener Fall bei der dänischen Kommissarin in einer Staffel abgehandelt, streckt er sich in „The Killing“ auf zwei Staffeln, während damit gleichzeitig zudem das Fundament für die weiteren Folgen gelegt ist und einzelne Figuren auch gegen Serienende ein erneutes Auftreten genießen. Ein gut gespannter und schlüssiger Bogen, der auch in ähnlicher Art bezüglich der einzelnen Handlungsebenen zu finden ist.
So legt „The Killing“ seinen Schwerpunkt nicht nur auf die Polizeiarbeit, sondern gleichsam auf die Familie des Opfers oder auf die hier zum Thema gemachte Lokalpolitik. Damit einher wechselt auch mit jeder Folge der Verdächtige, was die Spannung beim Zuschauer aufrechterhält.

Entsprechend umfangreich ist die Serie mit Wendungen, Überraschungen, falschen Spuren und moralischen Aspekten gespickt. Scheinbare Nebenhandlungen gewinnen an Gewicht, interessante Verbindungen werden konstruiert, schlüssige und stimmige Entwicklungen treiben die einzelnen Staffeln voran.
Zudem gibt sich „The Killing“ ab Staffel 3 ein wenig emanzipierter, bringt mehr eigene Ideen ein und weicht deutlicher von „Kommissarin Lund“ ab.

Nur ganz selten fokussiert die Serie in sehr ausgedehnten Phasen das Privatleben der Hauptfiguren und verliert dadurch den Fall und die Ermittlungsarbeit aus den Augen. Hier treten dann Längen auf, die zwar emotionalisierend wirken, zudem aber als zu langatmig empfunden werden.

Ein Ermittlerduo mit Ecken und Kanten: Sarah Linden (Mireille Enos) & Stephen Holder (Joel Kinnaman) | Copyright: Pandastorm Pictures)

Ein Ermittlerduo mit Ecken und Kanten: Sarah Linden (Mireille Enos) & Stephen Holder (Joel Kinnaman) | Copyright: Pandastorm Pictures)

Wie Cover und Trailer bereits zeigen, wird der düstere Charme der skandinavischen Vorlage (angesiedelt in Dänemark) auch auf das amerikanische Seattle adaptiert. Kühle, dunkle Töne prägen die Szenen und unterstützen die oftmals bedrückende Stimmung der Serie.

Dringend sollte der Zuschauer bei „The Killing – Die komplette Serie“ jedoch stets am Ball bleiben, denn nahtlos werden die unterschiedlichen Handlungsebenen weitergeführt. Das Fehlen von Rückblenden oder Zusammenfassungen am Anfang einer jeden Folge ist damit sowohl ein (da von vielen als störend empfunden) Vor- als auch ein Nachteil.

Das vorhandene Bonusmaterial sowie ein jeder Staffel beiliegender Episodenguide machen den Kauf der Komplettbox zusätzlich attraktiv, auch wenn das dünne Pappmaterial des Schubers ein wenig mehr Stabilität vertragen hätte.
Krimifans sollten zuschlagen, denn hier stimmt nicht nur der Serieninhalt, sondern auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Trailer

Inhalt

Von den Ermittlungen um den Mord an Rosie Larsen bis hin zu den dramatischen Ereignissen der finalen Staffel: Alle Folgen der renommierten Krimiserie um Detective Sarah Linden (Mireille Enos – „World War Z“) und ihrem Partner Stephen Holder (Joel Kinnaman – „Suicide Squad“) zum ersten Mal in einer Komplettbox.

(Quelle: Pandastorm Pictures)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 14
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 15. September 2016
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 1948 Minuten
Extras: Extended Episode 13 / Deleted Scenes | Autopsie von The Killing / Rosie’s letzter Video Blog / Easter Egg / Photo Gallery | Episodenguide

Copyright Cover: Pandastorm Pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde