Review

Serienkiller Charles Manson steht 2019 scheinbar hoch im Kurs. So plant Quentin Tarantino für August den Kinofilm „Once Upon a Time in Hollywood“, der sich der Manson-Morde annimmt, während Regisseur Daniel Farrands („Halloween: Der Fluch des Michael Myers“, „Das Haus der Dämonen“) bereits jetzt mit „The Haunting of Sharon Tate“ einen diesbezüglichen Horror-Thriller in das Heimkino bringt.

Basierend auf wahren Begebenheiten

Grundlage des Films bildet demnach der Mord an der Schauspielerin Sharon Tate, seiner Zeit schwangere Ehefrau von Regisseur Roman Polanski, und vier weiteren Personen durch Jünger des Sektengurus Charles Manson (der sogenannten „Manson Family“) im August 1969.

Eine interessante Idee, nur hapert es an der Umsetzung. Dabei beginnt „The Haunting of Sharon Tate“ noch sehr vielversprechend:

Zu Beginn wird der Zuschauer mit dem Auffinden der Leichen durch die Polizei am nächsten Tag konfrontiert – reale historische Filmaufnahmen inklusive. Danach setzt die eigentliche Filmhandlung als Rückblick ein und schildert die letzten drei Tage auf dem Anwesen des Hollywoodstars.

Von belanglosen Gesprächen und unheilvollen Vorahnungen

Man nimmt teil an belanglosen Gesprächen, die sich hauptsächlich um die anstehende Niederkunft und das Fernbleiben von Roman Polanski drehen. Daneben werden auch philosophische und vor allem esoterische Themen immer wieder kurz angeschnitten.

Im Zuge dessen nehmen dann die unheilvollen Vorahnungen Sharon Tates (gespielt von Hilary Duff) über ihren gewaltsamen Tod, ihre Depressionen und zunehmenden Halluzinationen (Wahnvorstellungen) immer größeren (bildlichen) Raum ein. Das Ganze schafft es aber nie, den Zuschauer auch nur ansatzweise zu berühren. Stattdessen wartet jener die ganze Zeit auf den verhängnisvollen Tag der Ermordung.
Bis auf Sharon Tate werden die anderen Personen dem Zuschauer zudem weder ausreichend nahegebracht, noch kann er diesen infolgedessen irgendwelche Sympathien entgegenbringen.

So partizipiert man in der Hauptzeit des Films vor allem am In-den-Tag-Hineinleben des damaligen Stars und ihrer Freunde, was sich ziemlich in die Länge zieht, bevor der Film gegen Ende dann doch noch etwas an Fahrt aufnimmt und an Dramatik gewinnt. Dies jedoch in etwas anderer Art und Weise als erwartet, sodass ein unerwarteter Perspektivwechsel im „Finale“, ergo der Mordnacht, für zwiegespaltene Meinungen sorgen wird.

Die Pro-Argumente des Films

Die filmische Umsetzung, geprägt durch ständige Wechsel von realen Ereignissen und den gewalttätigen und teils paranormal gefärbten Vorstellungen Tates, erinnert stark an die Arbeiten des italienischen Regisseurs Lucio Fulci, der für seine Horrorfilme in den 70er und 80er Jahren bekannt war.

In den Fängen der „Manson Family“ – Hilary Duff als Sharon Tate in „The Haunting of Sharon Tate“ (Copyright: Universum Film)

Die Zeit der Morde, das Jahr 1969, wird in „The Haunting of Sharon Tate“ sowohl durch eher matte Farben als auch durch passende Kostüme der Personen repräsentiert.

Allen voran sticht aber die gelungene Besetzung Sharon Tates durch Hilary Duff positiv hervor. Vor allem optisch wird sie der damaligen Schauspielerin mehr als gerecht. Und auch ihr Schauspiel – die ihr zugeschriebenen übertriebenen esoterischen Anwandlungen, welche sich in müden Wiederholungen und Phrasen über das Schicksal ergehen, einmal außen vor gelassen – erscheint überwiegend authentisch.

Fazit

Am Ende bleibt allerdings festzuhalten, dass es „The Haunting of Sharon Tate“ an Spannung fehlt. Statt sich akribischer und wünschenswerterweise mehr auf reale Begebenheiten zu konzentrieren, setzt Regisseur Farrands auf Mystik und Esoterik. Der scheinbar versuchte Spagat zwischen Biopic, Horror und Thriller will insgesamt nur halbherzig gelingen.

Trailer

Handlung

Beverly Hills 1969: Frustriert über die Abwesenheit ihres Mannes Roman Polanski bezieht die schwangere Sharon Tate mit ihren Freunden ein abgelegenes Haus in den Hollywood Hills. Verfolgt von Visionen ihres bevorstehenden Todes versucht sie ihre Freunde davon zu überzeugen, dass etwas Schreckliches passieren wird und es besser wäre abzureisen. Doch die Hoffnung ihr Schicksal zu ändern findet ein jähes Ende …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 10.05.2019
Spieldauer: 90 Minuten
Extras: Featurettes

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde