Review

Lange ist es her, dass mit „Meet the Feebles“ (Erscheinungsjahr 1989) von Peter Jackson ein „Puppenfilm für Erwachsene“ erschien, der berechtigterweise die Freigabe ab 18 Jahren erhielt. Ähnlich, aber nicht ganz so derbe fällt „The Happytime Murders“ (FSK ab 16 Jahren) von Regisseur Brian Henson aus, der von der Tobis Film GmbH nun im Heimkino erscheint.

Sohn des Muppet-Erfinders lässt seine Puppen tanzen

Weniger vulgär, aber nicht minder unterhaltsam lässt Henson über 91 Minuten seine Puppen tanzen. Und er muss wissen, wie es geht, denn er ist der Sohn des Muppet-Erfinders Jim Henson.

Während verschiedene Filmgenres persifliert werden, allen voran natürlich Krimis mit unterschiedlichen Ermittlerduos, fehlen auch aktuelle Bezüge (wie z.B. das Thema Rassismus) nicht.

Worum gehts?

Gebettet im Kontext einer Welt, in der Menschen und Puppen in eigentlich friedlicher Koexistenz miteinander leben, treibt ein Mörder plötzlich sein Unwesen unter den plüschigen Zeitgenossen.

Die brutalen Taten, die die flauschigen Figuren nicht selten auf links drehen und damit ihr wattiertes Innenleben effektvoll zur Schau stellen, rufen Detective Connie Edwards (gespielt von Melissa McCarthy) und ihren ehemaligen Partner Phil Phillips auf den Plan. Die Ermittlungen beginnen, während das Plüschmassaker weitere Opfer fordert.

Crime-Comedy-Noir

Und so entfaltet sich ein humorvoller Film mit Crime-Noir-Elementen, der seinen besonderen Reiz in den Szenen besitzt, die völlig überzogen dargestellt und dadurch mitunter gar grotesk wirken.

Dies betreffend hätte es jedoch an manchen Stellen sogar noch etwas mehr sein können. Denn oftmals mangelt es „The Happytime Murders“ an Biss. Flüche und Beschimpfungen wiederholen sich, Pointen sitzen zwar, dennoch schöpft die Komödie ihr diesbezügliches Potenzial bei Weitem nicht aus.

Von Puppen & Menschen

Connie Edwards (Melissa McCarthy) und Puppen-Partner Phil auf Mörderjagd in „The Happytime Murders“ | Copyright: Tobis Film GmbH

Und das, obwohl mit (Comedy-)Star Melissa McCarthy („Ghostbusters“) eine passende Besetzung für die Hauptrolle – fern vom Mainstream und Klischee – gefunden wurde.

Neben McCarthy gehören u.a. auch Elizabeth Banks („Die Tribute von Panem“, „Pitch Perfect“), Joel McHale und Maya Rudolph zu den wenigen real-humanoiden Figuren in „The Happytime Murders“.

Sie alle sorgen – trotz der Luft nach oben – für einige Lacher.

Vor allem überzeugen hier aber sowohl das sehr gute Puppenspiel sowie das szenische Zusammenspiel von Puppen und menschlichen Darstellern.

Fazit

Anspruchsvoll geht anders, aber genau das möchte „The Happytime Murders“ auch nicht sein. Mit einer kompakten, nicht überfordernden Handlung, die dennoch mit einer kleinen Überraschung aufwartet, ist ein unterhaltsamer, witziger und vor allem kurzweiliger Fernsehabend garantiert. Vorausgesetzt, man mag es ein wenig schwarzhumorig und skurril, denn diese Attribute kann man der Komödie glücklicherweise kaum absprechen.

Trailer

Handlung

Los Angeles, Stadt der Engel, Stars und Sternchen, wo alles möglich ist: Willkommen in einer Welt, in der Menschen und Puppen in friedlicher Koexistenz miteinander leben!

Bislang zumindest – denn ein Mörder geht um und versetzt vor allem die Puppenwelt in Angst und Schrecken. Die Opfer sind die Mitglieder der einst umjubelten, mittlerweile aber etwas in die Jahre gekommenen Happytime Gang, die mit ihrer TV-Show jahrelang für lachende Kinderaugen sorgte, es hinter den Kulissen aber mächtig krachen ließ. Nun ist die Party over, denn ein mysteriöser Killer räumt ein Ensemble-Mitglied nach dem anderen aus dem Weg.

Detective Connie Edwards (Melissa McCarthy) übernimmt den Fall und muss sich dafür mit ihrem Ex-Partner Phil wieder zusammenraufen. Denn Phil, der nach seinem Ausschluss vom Polizeidienst als Privatdetektiv tätig ist, ist selbst eine Puppe und hier ist sein Know-How wieder gefragt. Und so stürzen sich die beiden ungleichen Ermittler in die Arbeit – und mitten hinein in die exzessive Unterwelt des „Bad Puppets“…

(Quelle: Tobis Film GmbH)

Details

Format: PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Tobis Film GmbH / Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 08.03.2019
Spieldauer: 91 Minuten
Extras: Interviews mit Cast und Crew / B-Roll / Featurette / Behind the Scenes / Mini Making-of / Deleted Scenes / Gag Reel / Trailer / Audiokommentar des Regisseurs / Bildergalerie

Copyright Cover: Tobis Film GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde