Review

Mit „The Beyond“ erscheint ein Science-Fiction Film zum Thema Erstkontakt von Regisseur Hasraf Dulull im Heimkino.

Worum geht es?

Der Klappentext schildert den Inhalt wie folgt:

Kurz nachdem ein mysteriöses Wurmloch über der Erde auftaucht, treten fremdartige Himmelskörper aus ihm heraus und verteilen sich über die ganze Welt.

Die Chefin der Raumfahrtbehörde, Gillian Laroux, will entgegen aller Warnungen Astronauten in die Anomalie schicken, um sie genauer erforschen zu können und mögliche Angriffe zu verhindern. Doch normale Menschen würden die Gravitationskräfte des Wurmloches nicht überleben. Eine geheime US-Militärorganisation bietet Laroux hochentwickelte Robotertechnologie an, die menschliche Gehirne mit künstlichen Körpern verbinden kann und so äußerst widerstandsfähige Astronauten, die Humans 2.0, erschafft.

Jessica Johnson meldet sich freiwillig für diese bahnbrechende und riskante interstellare Weltraummission an und tritt als erster Mensch in das Wurmloch ein. Bereits wenige Tage später kehrt sie zurück – mit Erlebnissen und Erinnerungen, die die Zukunft der gesamten Menschheit für immer verändern werden …

Sci-Fi Thriller im Doku-Stil

Auffallend ist dabei zunächst die gewöhnungsbedürftige Präsentation von „The Beyond“. Wer hier auf ein actiongeladenes Weltraumabenteuer hofft, der wird enttäuscht sein. Denn obschon der Film als Sci-Fi-Thriller deklariert wird, laufen die knapp 91 Minuten im Stile einer Dokumentation ab.

Interview-Aufnahmen mit den am Projekt beteiligten Wissenschaftlern wechseln sich entsprechend mit Mitschnitten aus Konferenzen und persönlichen Gesprächen ab. Ab und zu werden zudem Bildsequenzen von Weltraumkameras eingebunden. Das alles mit dem vermittelnden Anschein, dass es sich um reale Aufnahmen handelt.

Indes sorgen die verwackelten Bilder einer Handkamera sowie das gelegentliche Nachregulieren der Bildschärfe für einen authentischen Touch.

Zugang zum Film

Der Zuschauer findet aufgrund der beschriebenen Machart von „The Beyond“ nur allmählich Zugang zur Thematik. Dieser wird zusätzlich durch die starke wissenschaftliche Komponente – gerade in den Interviews – erschwert.

Die „Handlung“ selbst ergibt sich schließlich aus den erwähnten Zusammenschnitten. Dabei bilden die Themen Moral und Ethik – insbesondere ab der Filmmitte – einen wichtigen Aspekt. Dies betrifft vor allem die technischen Möglichkeiten, die hier zum „Human 2.0“ führen. Die Entwicklung dieser Cyborgs soll sowohl als Lösung für den Umgang mit einer bedrohten Erde dienen als auch für den Erstkontakt zu außerirdischem Leben sorgen – und wirft dabei sowohl bei den Charakteren als auch bei den Zuschauern bekannte große philosophische Fragen auf.

Die Angst vor ausserirdischem Leben und der Umgang damit

Auslöser all dessen ist in „The Beyond“ stets die Angst vor außerirdischem Leben und der Umgang damit. Die scheinbare Bedrohung der Menschheit wird glaubwürdig dargestellt. Entsprechende visuelle Effekte können sich sehen lassen, besonders angesichts des eher niedrigen Budgets des Films.

Ein menschliches Gehirn verbunden und versorgt mit einer Maschine. Inwiefern die hybride Rettung der Menschheit in sich selbst ein Problem ist, verrät der Sci-Fi Film „The Beyond“. (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Was dem Zuschauer jedoch schließlich als „Lösung“ angeboten wird, erzeugt zwar ein Aha-Erlebnis, bleibt jedoch permanent utopisch.
Insgesamt wirkt das Ende leider zu „romantisiert“ – und damit unglaubwürdig; vor allem, wenn man sieht, was heutzutage auf der Welt in den Feldern Politik und Wirtschaft passiert. Der im Film präsentierte Schluss würde derart sicherlich nicht zu einem Umdenken beitragen, sondern die aktuellen Konflikte in diesen Bereichen nur verschärfen. Es lässt sich ferner darüber streiten, inwieweit eine uns überlegene außerirdische Rasse den Reiz verspürt, einzelne Menschenleben respektive die gesamte Menschheit zu „verschonen“, um ihr so eine Chance auf einen Fortbestand zu gewähren.

Fazit

Freundet man sich mit dem Stil des Films einmal an, merkt man schnell, dass „The Beyond“ einige Themen bietet, über die es sich lohnt (kritisch) nachzudenken. Angeregt dazu wird man hier ständig. Einzig das „Finale“ ist wenig nachvollziehbar und überzeugt in keiner Weise – insbesondere angesichts der vorausgegangenen wissenschaftlichen Fokussierung und Denkweise der einzelnen Figuren.

Trailer

Handlung

Kurz nachdem ein mysteriöses Wurmloch über der Erde auftaucht, treten fremdartige Himmelskörper aus ihm heraus und verteilen sich über die ganze Welt. Die Chefin der Raumfahrtbehörde, Gillian Laroux, will entgegen aller Warnungen Astronauten in die Anomalie schicken, um sie genauer erforschen zu können und mögliche Angriffe zu verhindern. Doch normale Menschen würden die Gravitationskräfte des Wurmloches nicht überleben. Eine geheime US-Militärorganisation bietet Laroux hochentwickelte Robotertechnologie an, die menschliche Gehirne mit künstlichen Körpern verbinden kann und so äußerst widerstandsfähige Astronauten, die Humans 2.0, erschafft. Jessica Johnson meldet sich freiwillig für diese bahnbrechende und riskante interstellare Weltraummission an und tritt als erster Mensch in das Wurmloch ein. Bereits wenige Tage später kehrt sie zurück – mit Erlebnissen und Erinnerungen, die die Zukunft der gesamten Menschheit für immer verändern werden.

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises)

Details

Format: Dolby
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region B/2
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 12.07.2019
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 91 Minuten

Copyright Cover: Studio Hamburg Enterprises



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde