Review

Christie Morven steht ihre Frau

War die schottische Schauspielerin Christie Morven bislang eher nur in einer Nebenrolle in der Retro-Krimiserie „Grantchester“ (zuletzt „Grantchester – Staffel 3“) zu sehen, erhält sie in dem Krimidrama „The Bay – Staffel 1“ gleich die Hauptrolle – und gelangt damit nun auch ins hiesige Heimkino.

Als Protagonistin DS Lisa Armstrong, Ermittlerin für Familienangelegenheiten, steht sie in sechs Folgen ihre Frau und weiß mit ihrer authentisch angelegten Figur zu überzeugen. Dies stellt gleichsam jedoch die eine oder andere weitere Rolle in ihren Schatten, sodass die Charakterausarbeitung manch einer anderen Haupt- und Nebenfigur zu oberflächlich gerät. Kommen somit zwar die diversen Emotionen der Hauptrolle gut zur Geltung, ist das Leid der Opfer bzw. Betroffenen für den Zuschauer zu wenig spürbar. Eine diesbezügliche Distanz bleibt über die gesamte Staffel bestehen.

Krimi & Drama

Subtil fällt indes die Spannung aus. Dabei kommt „The Bay – Staffel 1“ ganz ohne „Nervenkitzel“ aus. Vielmehr beschränkt sich die Serie auf eine plausibel aufbauende Handlung und nachvollziehbare Ermittlungen.
Durch den Fokus auf die „Opferbetreuung“ (statt ausschließlich auf die in anderen Krimiserien zu sehende herkömmliche typische Polizeiarbeit) sind Figuren und Zuschauer nah am Geschehen. Nicht nur dadurch werden sowohl die Aspekte eines Krimis als auch jene des Dramas ausgewogen berücksichtigt.

Letztere finden mittels Nebenhandlungen rund um die familiären und privaten Angelegenheiten der Hauptrolle zusätzlichen Eingang in die Serie und fördern die Bindung zwischen dieser Figur und dem Zuschauer.

Das Alleinstellungsmerkmal

Christie Morven als DS Lisa Armstrong in der Krimi-Drama-Serie „The Bay – Staffel 1“ | Copyright: Ben Blackall

Die Sicht auf das geschilderte Verbrechen (das Verschwinden der jugendlichen Zwillinge Holly und Dylan Meredith, gespielt von Darci Shaw und Noah Valentine) überwiegend durch die betroffene Familie selbst soll ein Alleinstellungsmerkmal der Serie in ihrem Genre darstellen. Gleichzeitig wird ihr dies teilweise etwas zum Verhängnis. Denn leider versäumt man es, dies markant genug herauszuarbeiten.

Von bewährter Polizeiarbeit über Alltäglichkeiten und Probleme im Leben einer alleinerziehenden Mutter bis hin zu der eigentlich fokussierten „Opferbetreuung“ präsentiert „The Bay – Staffel 1“ von allem ein bisschen, während das gewisse Etwas der Serie in diesem Kontext zu sehr unter geht.

Lust auf mehr machen die einzelnen Folgen dennoch und auch das Staffelfinale lässt auf eine Weiterführung der Serie hoffen.

 

Trailer

Handlung

Nach einer durchzechten Nacht tritt Lisa Armstrong ihren Dienst in der Polizeistelle der britischen Küstenstadt Morecambe an. Prompt wird sie einem Vermisstenfall zugeteilt: Die Zwillinge Holly und Dylan sind verschwunden. Als Familienbeauftragte muss sie in der Familie nicht nur nach etwaigen Hinweisen suchen, die Aufschluss über den Verbleib der beiden Teenager geben könnten, sondern auch den Betroffenen emotional beistehen.

Das gestaltet sich jedoch schwierig, nachdem Lisa bemerkt, in welch prekären Situation sie sich befindet. Denn der Stiefvater der verschwundenen Kinder Sean Meredith ist für sie kein Unbekannter. In der Nacht des Verschwindens der Zwillinge ließ sich Lisa Armstrong auf einen One-Night-Stand mit ihm ein.

Während nicht nur die Polizei, sondern auch besorgte Freunde und Einwohner der Stadt nach den Zwillingen suchen, wird am Pier eine Leiche gefunden …

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

01 Vermisst
02 Verdacht
03 Entführung
04 Verstrickung
05 Abschied
06 Geständnis

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch, Englisch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 20.03.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 300 Minuten
Extras: Hinter den Kulissen

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde