Review

Der Spieß hat sich gedreht: Anstatt dass „Nine“ und „Twelve“ ihrem eingewilligten Hobby aus „Terror In Tokio (Volume 1)“, nämlich Bomben zu legen, nachgehen, müssen sie nun die Detonation eines fremden Sprengsatzes verhindern. Persönlich gelegt von ihrer Widersacherin und alten Bekannten „Five“, die damit die beiden Jungs aus der Reserve locken will. Mit Volume 2 geht der Anime „Terror In Tokio“ in die Endphase. Die Protagonisten bekommen ernsthaften Widerstand zu spüren und außerdem werden endlich ihre Intentionen sowie die Vergangenheit offen gelegt.

"Twelve" (links) und "Nine" stehen vor ihrer letzten großen Herausforderung. (Copyright: Universum Film)

„Twelve“ und „Nine“ stehen vor ihrer letzten großen Herausforderung. (Copyright: Universum Film)

Es gibt zwar leider keine unterhaltsamen Video-Nachrichten mehr, dafür fühlt sich „Terror In Tokio (Volume 2)“ wie eine einzige Hetzjagd an. Dem Zuschauer wird allerdings genug Zeit gegeben, dem Ganzen zu folgen, denn die hohe Qualität wird natürlich weiter fortgesetzt. Man merkt, dass der Anime bis zum Ende immer weiter Richtung Finale geht und die Spannung dementsprechend auch gesteigert wird.

Ebenso die Animationen. Darauf wurde ja schon im Beitrag zum ersten Teil der Serie eingegangen, daher wollen wir offensichtliche Wiederholungen so gut es geht vermeiden. Es bleibt wie gewohnt hochwertig verarbeitet und man darf sich sogar wieder auf „Twelves“ Motorrad-Action einstellen. Die Verfolgungsjagden mit diversen Vehikeln sind unter anderem ein deutliches Highlight von „Terror In Tokio (Volume 2)“. Die Maschinen bewegen sich natürlich und trotzdem wirken die Szenen durch eine gewisse Dynamik stets mitreißend. Vertreten auch wieder Explosionen, auf die Michael Bay stolz wäre.

So sehr diese Serie auch zu begeistern weiß, will der fünfte Stern nicht wirklich voll werden. Woran das liegt, werdet ihr im weiteren Verlauf der Folgen bemerken. Diejenigen, die sich den Kritikpunkt dennoch ansehen wollen, dürfen gerne folgenden Absatz aufklappen. Wir werden versuchen nicht allzu viel zu spoilern.

Spoiler

Ein echter Schwachpunkt an „Terror In Tokio (Volume 2)“ ist die letzte Folge bzw. das Ende. Damit möchte ich nicht sagen, dass es schlecht in Szene gesetzt wurde, genau das Gegenteil ist der Fall. Es ist nur nicht DAS Ende, was man sich für die Serie vorgestellt hatte, da es im Vergleich zum Rest recht spektakulär unspektakulär ausgefallen ist. Zwar bekommt man hier keinen Cliffhanger vor die Nase gesetzt, aber es erzeugt ein Gefühl, das wie eine Mischung aus den Enden von „Gantz“ und „Samurai Champloo“ anmutet. Dies mag subjektiver Natur sein, aber ein würdiges Ende würde deutlich anders aussehen.

Auch auf solche actiongeladenen Szenen muss bei Volume 2 nicht verzichtet werden. (Copyright: Universum Film)

Auch auf solche actiongeladenen Szenen muss bei Volume 2 nicht verzichtet werden. (Copyright: Universum Film)

Der Anime zeigt auch in der nächsten Runde weitere Entwicklungen im Plot und was seine Charaktere angeht. Ein deutliches Augenmerk wird auf die Vergangenheit der Protagonisten gelegt, auf welche erstaunlich indirekt eingegangen wird. Dadurch will man nicht zwanghaft künstliches Mitleid erzeugen, um Emotionen nicht zu stark zu verwaschen. Darüber hinaus lösen die neuen Konfrontationen mit Problemen in „Nine“ und „Twelve“ neue unerwartete Charakterzüge aus. Auch was Kenjiro Shibazaki angeht, so bekommt man als Zuschauer einen tieferen Einblick in dessen familiäres Leben und er entwickelt sich zunehmend zum Sympathieträger. Einzig Lisa Mishima ist die Alte geblieben. Liebenswert, aber sie sorgt immer noch für eine Menge Chaos und ist auch ein Grund für das Hervorkommen einer Seite von „Twelve“, die bis dato noch verborgen schien. Hört sich alles jetzt sehr dramatisch an, diese Veränderungen werden im Anime aber gut ausbalanciert, sodass die Figuren dennoch ihre typische „Rolle“ nie verlassen.

Dabei liegt förmlich in der Luft, dass nun endlich eine Entscheidung her muss. Die Methoden der Beteiligten werden immer drastischer, wovon dann auch die Gesamtstimmung durchaus profitiert. Nerven liegen blank, Grenzen werden überschritten und persönliche Prinzipien infrage gestellt. „Terror In Tokio“ fängt diese Intensität dazu noch visuell sehr gut ein. Authentizität ist hier das Stichwort.

Gelingt es „Nine“ wirklich, das perfide Spiel seiner Gegenspielerin „Five“ zu beenden? (Copyright: Universum Film)

Gelingt es „Nine“ wirklich, das perfide Spiel seiner Gegenspielerin „Five“ zu beenden? (Copyright: Universum Film)

Eventuell an dieser Stelle überflüssig, aber die Musik ist immer noch erwähnenswert. Neben all der Energie, welche die Charakter in ihrem Katz-und-Maus-Spiel aufbringen, muss es ja ein Element geben, das einen kühlen Kopf behält. Und so ist der Soundtrack wieder einmal atmosphärisch und an den richtigen Stellen jazzig.

Da mit Volume 2 die Serie nun (leider) beendet ist, gilt es ein kurzes Resümee zu ziehen. „Terror In Tokio“ geht mit einem unkonventionellen Konzept die Dinge an und zeigt sich dennoch äußerst zugänglich, auch für Neueinsteiger. Im Verlauf dieser Serie gab es nicht eine einzige Filler-Episode. Jede Folge hatte ihre Berechtigung und trug etwas zur Story bei. Und jede einzelne noch unterhaltsamer, als die davor. Der Anime vereint energiegeladene Action mit Elementen des Thriller- und Drama-Genres. Mit Charakteren, die für den Zuschauer mehr als leere Hüllen sind, und einer hochwertigen optischen Präsenz war bzw. ist „Terror In Tokio“ ein Anime, den man jedem ans Herz legen kann.

Trailer

Handlung

Ein schockierender Terroranschlag versetzt ganz Tokio in Angst und Schrecken. Von den Tätern fehlt jede Spur. Der einzige Hinweis auf die Bombenleger scheint ein skurriles Internetvideo zu sein. Zwei maskierte Jugendliche, die sich Sphinx nennen, kündigen darin die Explosion bereits einen Tag zuvor an. Und es soll nicht der letzte Anschlag gewesen sein: Denn Sphinx, stellen der Polizei immer neue Rätsel, die innerhalb kurzer Zeit gelöst werden müssen, um weitere Bombenanschläge zu verhindern.

Der degradierte Chefermittler Shibazaki scheint der Einzige zu sein, der die mysteriösen Sphinx-Rätsel lösen kann. Er wird offiziell mit dem Fall betraut und findet dabei Erschreckendes über die Hintergründe heraus: Sphinx war offenbar an einem Plutoniumdiebstahl beteiligt. Sollte es sich beim letzten Sprengsatz der vermeintlichen Terroristen um eine Atombombe handeln?

(Quelle: Universum Anime)

Details

Format: Dolby, Limited Edition, PAL, Special Edition
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Publisher: Universum Film
Erscheinungstermin: 10.07.2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: ca. 109 Minuten
Extras: Booklet (44 Seiten), Japanischer Original-Trailer & Deutscher Trailer

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Christopher