Review

Der neue starbesetzte Film „Terminal – Rache war nie schöner“ mit Margot Robbie als Protagonistin ist ein Neo-Noir-Thriller und sollte nicht mit Spielbergs Terminal aus dem Jahr 2004 mit Tom Hanks und Catherine Zeta-Jones in den Hauptrollen verwechselt werden.

Besetzung

Wie schon bei „I, Tonya“ übernimmt die ebenso ansehnliche wie begnadete Robbie hier nicht nur die Hauptrolle als betörender, verhängnisvoller Racheengel, sondern produziert den Film auch gleich mit.

Neben besagter Margot Robbie darf sich Regie-Debütant Vaughn Stein auch im Übrigen über einen prominenten und talentierten Cast freuen. Neben Simon Pegg („Mission Impossible“-Reihe) und Mike Myers („Austin Powers“) sind in weiteren Rollen noch Dexter Fletcher („Kick-Ass“), Max Irons („Seelen“) und Matthew Lewis („Harry Potter“-Reihe) zu sehen.

Handlung

Eines Tages kommen die Auftragskiller Vince (Dexter Fletcher) und Alfred (Max Irons) in das Bahnhofs-Diner, in dem die ebenso attraktive wie eigenartige Kellnerin Annie (Margot Robbie) arbeitet. Die beiden Killer haben kurz zuvor einen äußerst lukrativen und begehrten Job von einem mysteriösen Gangsterboss erhalten. Indes verdreht Annie Alfred schon bald den Kopf und stachelt einen Streit zwischen den beiden Hitzköpfen an. Die Kellnerin mit dem auffälligen Make-up soll jedoch mehr mit ihrem Job zu tun haben, als sie zunächst ahnen.

In einer anderen Nacht bedient Annie den todkranken Englischlehrer Bill (Simon Pegg). Der spielt mit dem Gedanken, sich umzubringen und der Ungewissheit ein Ende zu setzen. Dieses Thema findet Annie derart faszinierend, dass sie sich ungefragt zu dem Kranken an den Tisch setzt. Zwischen den beiden entbrennt ein Dialog über die Frage, ob, wann und wie Bill sich denn nun das Leben nehmen könnte. Der schrullige Mann vermisst dabei hier und da ein wenig Einfühlungsvermögen und Distanz, wenn ihm die junge Frau plastisch allerlei Vorschläge für mögliche Selbstmordmethoden unterbreitet.

Immer in der Nähe des Bahnhofs-Diners ist der schmierige und abgewrackte Hausmeister Clinton (Mike Myers), der das abgründige Treiben scheinbar vollkommen unbeteiligt beobachtet. Doch auch er hat weitaus mehr mit den mörderischen Intrigen zu tun, als es zunächst den Anschein macht.

Bewertung

Mehr als diese kryptische Inhaltsangabe können und möchten wir den interessierten Lesern hier nicht anbieten. Denn „Terminal – Rache war nie schöner“ zeichnet sich durch eine recht überschaubare Handlung aus, die vor allem von ihren schrägen Figuren, Wendungen und Twists lebt.

Eigenwilliger Neo-Noir-Thriller in Neonfarben

Der visuell eigenwillige Neo-Noir-Thriller in Neonfarben zitiert immer wieder Lewis Carrolls Alice im Wunderland“ und kommt auch als eine Art Alice im Wunderland auf LSD daher. Und mitten im Fokus: Die hübsche und skurrile Kellnerin Annie aus dem „End of the line“-Café als verruchte, mysteriöse und verrückte Femme fatale.

Auch darüber hinaus ist der grellbunte Streifen mit schrägen, kauzigen Typen gespickt, von denen vor allem Simon Pegg und Mike Myers – wie gewohnt – zu begeistern wissen.

Der Film von Vaughn Stein versucht durchgehend, bunt, schräg und anders zu sein und zeichnet sich vor allem durch seine einfallsreiche und markante Inszenierung aus.

Style over substance

Margot Robbie als mysteriöse Annie in „Terminal – Rache war nie schöner“ (Copyright: Universum Film)

Allerdings kommen wir nun auch zu den Schwächen des optisch durchgestylten Thrillers. Hier gilt eindeutig die Devise Style over substance“. Mit all seinen Neonlichtern und den durchgestylten Cyberpunk-Szenen ist der Film visuell leider deutlich stärker als inhaltlich, wo er doch eher schwach auf der Brust ist.

Wie oben bereits angedeutet, soll Vaughn Steins Stück vor allem von seinen irren, unvorhersehbaren Wendungen leben. Indes sieht – zumindest der erfahrene Cineast – die Mehrzahl der Twists schon aus großer Entfernung auf sich zukommen und ist beim großen Finale – gelinde gesagt – mäßig überrascht. Hier ist spürbar, dass „Terminal – Rache war nie schöner“ gerne cleverer wäre, als er es eigentlich ist.

Fazit

Womöglich war Rache wirklich noch nie schöner, schließlich steht hier die umwerfende Margot Robbie als unbarmherzige Marionettenspielerin im Mittelpunkt. Cleverer, durchtriebener und packender war Rache indes schon unzählige Male. Für einen kurzweiligen Abend auf der Couch erfüllt das perfide Katz-und-Maus-Spiel mit seinen gut aufgelegten Stars aber durchaus seinen Zweck.

Seit dem 16. November 2018 ist der Film als DVD, Blu-ray und Video on Demand erhältlich.

Trailer

Inhalt

Als die Auftragskiller Vince und Alfred eines Nachts in einem Bahnhofs-Diner auf Annie treffen, verdreht die Kellnerin Alfred sofort den Kopf. Die beiden können schließlich nicht ahnen, dass die Frau mit dem auffälligen Make-up mehr mit ihrem Job zu tun hat, als sie ahnen.
In einer anderen Nacht bedient Annie den todkranken Englischlehrer Bill, der sich vielleicht umbringen will, was wiederum Annie so faszinierend findet, dass sie ihm allerlei Vorschläge für mögliche Selbstmordmethoden unterbreitet. Immer in ihrer Nähe ist dabei der schmierige Hausmeister Clinton, der das abgründige Treiben scheinbar vollkommen unbeteiligt aus der Ferne beobachtet …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 16.11.2018
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 96 Minuten
Extras: Featurettes

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)