Review

Aliens in Berlin

Mit „Spides – Staffel 1“ erreicht das erste SYFY Original, das in Deutschland produziert wurde, nun auch das Heimkino.

Hinter dem ominösen Namen verbirgt sich eine Sci-Fi-Serie, die davon handelt, dass Aliens die Bevölkerung unterwandern. Kein allzu neuer Stoff, der hier von den Regisseuren Jörn Heitmann und Rainer Matsutani verfilmt wurde, aber einer, der vor allem die hiesige Zuschauerschaft ansprechen könnte. Denn Schauplatz der Alien-Invasion ist Berlin, und auch der Cast wartet mit einigen bekannten Namen auf.

Die Handlung

Nach der Einnahme der Partydroge „Bliss“ wacht Nora ohne Erinnerungen aus dem Koma auf. Die Ermittler David Leonhart und Nique Navar gehen der Spur der geheimnisvollen Droge nach und finden eine Verbindung zu zahlreichen vermissten Teenagern. Indes wird Nora nach und nach bewusst, was mit ihr passiert, und sie beginnt eine unglaubliche Verschwörung aufzudecken: Aliens versuchen mit der synthetischen Droge, Menschen zu infiltrieren und deren Körper als Wirt zu benutzen. Je näher Nora der Wahrheit kommt, desto mehr gerät ihr eigenes, dunkles Geheimnis ans Licht. Denn sie ist der Schlüssel zur Invasion, die sie zu bekämpfen versucht…

Bewertung

Sci-Fi im Stile von Filmen wie „Body Snatchers“ soll dabei erwartet werden können; das allerdings im Serienformat. Und auch wenn das Budget sicherlich überschaubarer war, als bei manch Blockbuster des Genres, so wurde das diesbezüglich vorhandene Potenzial durchaus gut genutzt. Die Spezialeffekte geraten daher ansehnlich und effektvoll, während sich auch der Schauplatz Berlin als gute Wahl entpuppt. Dieser sorgt inmitten der fiktionalen Handlung für Authentizität und schafft eine gewisse Nähe zum Zuschauer.

Authentischer hätte allerdings der Plot ausfallen können, doch jener kommt teils mit einigen Ungereimtheiten daher. Ebenso ließen sich scheinbar einige Klischees und Stereotype nicht vermeiden. Schade, denn so erschöpft sich die Andersartigkeit der Serie schnell und reduziert sich lediglich auf den nationalen Schauplatz.

Da es sich hierbei um die erste Staffel der Serie handelt, deren Realisierung einer Fortsetzung noch unklar ist, wundert es nicht, dass „Spides“ an vielen Stellen einige Fragen offenlässt. Das untermauert zudem der spektakuläre Cliffhanger des Staffelfinales, das der Zuschauer nach acht Episoden und einer Gesamtspielzeit von 480 Minuten zu sehen bekommt.

Was anschließend bleibt, sind daher einige noch ausstehende Antworten sowie der Eindruck, dass da eigentlich doch noch mehr hätte gehen können. So aber sucht man das gewisse Etwas der Serie lange Zeit vergebens, und auch die deutsche (Nach)Synchronisation (insbesondere die der Figur Marie, gespielt von Anna Bullard-Werner) lässt durch sprecherische Emotionslosigkeit, Monotonie und Lustlosigkeit zuweilen zu wünschen übrig, kommen doch durch sie oftmals jegliche Emotionen und Intentionen der Handlung und Charaktere abhanden.

Zugute halten muss man der Serie allerdings ihren an Spannung kontinuierlich zunehmenden Handlungsverlauf. Leider versäumt man es dabei aber, etwas mehr Tiefgang und Hintergrundinformationen in die Geschichte einzustreuen.

Die Besetzung

Auf der Habenseite verbucht „Spides“ diverse namhafte SchauspielerInnen, die ihren Rollen gerecht werden.

Aliens unterwandern die Bevölkerung in Berlin in „Spides – Staffel 1“. (Copyright: 2019 Don’t Panic Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseh GmbH)

Allen voran ist es Protagonistin Nora, der man durch Rosabell Laurenti Sellers gerne bei ihrer außergewöhnlichen Entwicklung zusieht. Sie ist zudem in einer Doppelrolle anzutreffen und meistert diese Aufgabe sehr zufriedenstellend.

Damian Hardung, Susanne Wuest, Désirée Nosbusch, Florence Kasumba, Falk Hentschel und Aleksandar Jovanovic sind weitere der vielen Namen, die hier verpflichtet werden konnten. Ob Haupt- oder Nebenrolle – fehlbesetzt wirkt in „Spides“ niemand.

Fazit

Doch Alien-Invasionen gibt es im Film und Fernsehen zur Genüge. Daher bedarf es schon eines gewissen Einfallsreichtums, um inmitten dieser Veröffentlichungen mit einer eigenen Produktion ein Ausrufezeichen zu setzen. „Spides – Staffel 1“ gelingt dies im Ansatz gut, bleibt letztlich aber hinter dem Potenzial zurück. Sci-Fi Fans sollten dennoch einmal einen Blick riskieren. Erst recht, wenn man wünscht, irgendwann eine zweite Staffel davon sehen zu können.

Trailer

Handlung

Aliens in Berlin

Spides folgt Nora, einer jungen Frau aus Berlin, die nach Einnahme der Partydroge „Blis“ ohne Erinnerung an ihr früheres Leben aus dem Koma erwacht. Die Ermittler David Leonhart und Nique Navar gehen der Spur der geheimnisvollen Droge nach und finden eine Verbindung zu zahlreichen vermissten Teenagern. Nach und nach wird Nora bewusst, was mit ihr passiert, und sie beginnt eine unglaubliche Verschwörung aufzudecken: Aliens versuchen mit der synthetischen Droge, Menschen zu infiltrieren und deren Körper als Wirt zu benutzen. Je näher Nora der Wahrheit kommt, desto mehr gerät ihr eigenes, dunkles Geheimnis ans Licht. Denn sie ist der Schlüssel zur Invasion, die sie zu bekämpfen versucht.

(Quelle: Eye See Movies)

Episoden

01 Blis
02 Das erste Stadium
03 Doppelte Dosis
04 Familienbande
05 Kontakt
06 Die Armee
07 Der Gemini-Prozess
08 Es beginnt

Details

Format: PAL
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Eye See Movies / AV Visionen
Erscheinungstermin: 27.04.2020
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: 480 Minuten

Copyright Cover: 2019 Don’t Panic Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseh GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde