Review

Mit dem Biopic „Spencer“ wagt sich Regisseur Pablo Larraín an

Die Fabel einer wahren Tragödie

Sein Ziel, eine tiefe und emotionsgeladene Vorstellung davon zu geben, wer Diana, die Princess of Wales, an einem bestimmten Wendepunkt ihres Lebens war.

Über 150.000 Besucher:innen bekamen im Kino Einblicke in die Gefühlswelt von Diana und ihr Leben (und Leiden) hinter der märchenhaften Fassade des Königshauses. Inzwischen ist der Film über DCM Film auch für das Heimkino erschienen.

Zur Handlung

In der Ehe zwischen dem Prinzen und der Prinzessin von Wales herrscht seit Langem Eiszeit. Trotz der wilden Gerüchte über Affären und eine Scheidung wird für die Weihnachtsfeierlichkeiten auf dem königlichen Landsitz Sandringham ein Frieden verhängt. Es wird gegessen und getrunken, geschossen und gejagt. Diana kennt das Spiel. Dieses Jahr wird es eine ganz andere Wendung nehmen.

(Quelle: DCM Film)

Ab in die Gefühlswelt

Fokussiert auf einen winzigen Ausschnitt aus dem Leben von Lady Diana beschränkt sich der Film auch hinsichtlich des Schauplatzes auf nur wenige unterschiedliche Kulissen. In einem kurzen Zeitfenster von nur wenigen Tagen (rund um Weihnachten) versucht man viel unterzubringen, um das Innenleben der Figur ausreichend darzulegen. Dass dies nur in Maßen gelingt, ist fast schon absehbar. So konzentriert sich die Darstellung dieser Persönlichkeit vor allem auf Themen wie Wahn, Isolation, Melancholie und ein allgemeines Unglücklichsein.

Die traurig-dramatischen Gemütszustände spiegeln sich auch im Soundtrack wider. Melancholische Pianomusik und Streicher sorgen für emotionale Momente, während dissonante jazzige Töne, nicht selten von Bläsern gespielt, die innere Aufgewühltheit Dianas untermauern.

Kristen Stewart als Lady Diana im Film „Spencer“. (Copyright: DCM Film)

Was der Musik gelingt, nämlich Gefühle zu transportieren – unabhängig davon, ob einem der Soundtrack letztlich zusagt oder nicht -, schafft der Film auf seinen knapp 116 Minuten nicht immer. Inwieweit man sich hier an Fakten und zeitlich korrekte Angaben gehalten oder einiges der Dramaturgie wegen eingebaut oder überspitzt hat, mag der eingefleischte Lady Di-Fan genauer beurteilen können. Doch das, was gezeigt wird, bleibt zuweilen trotz aller Anschaulichkeit und Gefühlsausbrüche eher abstrakt und oftmals nur schwer greifbar. Darunter u.a. Vergleiche mit bzw. Parallelen zu Anne Boleyn, die Diana in einigen Szenen zieht. Sie wirken auf die Zuschauer:innen nur dann nachvollziehbar, wenn man diese historische Person kannte und selbst dann erscheinen sie ein wenig kontextlos eingestreut, so als wolle man zwei Schicksale unbedingt miteinander verbunden wissen.

Kristen Stewart als Lady Diana

Zu Beginn erweist sich aber die Besetzung mit Kristen Stewart als Lady Diana als vortrefflich. Ihr eindringliches Schauspiel weiß anfangs zu gefallen und man nimmt ihr die Rolle durchaus ab. Im Laufe des Films droht dieser Eindruck jedoch zu kippen und Figur wie Film an den Nerven zu zerren.

Blass im Hintergrund agieren zudem u.a. Jack Farthing, Richard Sammel, Amy Manson, Sally Hawkins, Sean Harris und Timothy Spall. Ein insgesamt namhaftes Ensemble, das harmonisch unharmonisch miteinander auf dem Bildschirm zu bewundern ist.

Fazit

Mit „Spencer“ hat man sich viel vorgenommen, doch so richtig packen und berühren möchte einen der Film nicht. Stattdessen bleibt eine gewisse Distanziertheit zwischen dem Geschehen, den Figuren und den Zuschauer:innen von Anfang bis Ende bestehen und auch das Schauspiel Stewarts droht über weite Strecken eher zu nerven als aufzurühren.


Spencer

Trailer

Handlung

In der Ehe zwischen dem Prinzen und der Prinzessin von Wales herrscht seit Langem Eiszeit. Trotz der wilden Gerüchte über Affären und eine Scheidung wird für die Weihnachtsfeierlichkeiten auf dem königlichen Landsitz Sandringham ein Frieden verhängt. Es wird gegessen und getrunken, geschossen und gejagt. Diana kennt das Spiel. Dieses Jahr wird es eine ganz andere Wendung nehmen.

(Quelle: DCM)

Details

Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DTS-HD Master Audio
Bild: 1,66:1 (1080p/24)
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: LEONINE / DCM
Erscheinungstermin: 24.06.2022
Produktionsjahr: 2021
Spieldauer: ca. 116 Minuten

Copyright Cover: DCM Film



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde