Review

Tief durchatmen. Wenn ein Film „Sharkansas Women’s Prison Massacre“ heißt und von einem Regisseur stammt, der zuvor Perlen wie „CobraGator“, „Piranhaconda“ oder „Sexy Wives Sinsations“ produzierte, dann weiß man ja eigentlich schon, was kommt. Oder etwa nicht?

Zunächst beginnt die Story damit, dass Gestein gesprengt wird. Nach der Lektüre des Rückseitentextes weiß der Zuschauer: Das soll Fracking sein. Die anschließende Blende zu einem anscheinend unterirdisch gelegenen großen Wasserreservoir zeigt eine Art stacheligen Hai, der durch das Fracking seinem urzeitlichen Gefängnis entkommt, um das Gelände rundum zu terrorisieren. Zuerst bekommen das zwei zufällige Männer zu spüren, die als Snack enden, weil sie durch einen Fluss fahren wollen.

Szenenwechsel. Ein Ermittlerduo auf der Suche nach Ausbrechern. Statt ernsthafter Ermittlerarbeit erschießen sich die zwei fast gegenseitig, bis sie die verstümmelte (Plastik-)Leiche eines Flüchtigen und, unter einem Boot, seinen verwirrten Kumpanen finden. Dieser faselt irgendwas von Haien, doch die Ermittler ziehen erst mal ihrer Wege.

Erneuter Szenewechsel (endlich zum Gefängnis). Vor einem Frauengefängnis wird eine Gruppe Straftäterinnen – alle in weißen Shirts, Shorts und mit Hochglanz-Make-up – in einen Truck gebeten. Sie sollen in irgendeinem Sumpf Baumstümpfe aus dem Boden ziehen. Redlich mühen sich die Damen, die Reste schauspielerischen Könnens zusammenzukratzen und einem Stück Rasenfläche imaginäre Arbeit abzutrotzen. Als alles (nicht mal Szenen, in denen frau sich ausgiebig mit Wasser begießt) nichts hilft, wird die erste Blondine endlich vom Hai gefressen. Spontan beschließen die zwei Wärter, ihre Fracht wieder zurückzubringen, bis allerdings noch ein Rotschopf auftaucht und den Damen zur Flucht verhilft. In einer verlassenen Hütte kommt es dann zum Showdown: Die Geiseln, die Frauen und die Haie, die nun sogar durch den Erdboden schwimmen können!

Wer sich jetzt fragt, wo hier das Women’s Prison bleibt – das ist wohl genauso ein Mysterium, wie die Frage, warum dieses seltendämliche Ermittlerduo mitspielen musste. Der Film könnte also genauso gut „Sharkansas Women Massacre“ heißen. Wobei, dann müsste ja wenigstens ein bisschen Blut vorkommen. Also bleiben wir vielleicht lieber bei „Sharkansas“. Oder so.

Unterm Strich: Kein Blut, keine Gedärme und besonders schlecht animierte „Monster“. Von der Leistung der Schauspieler wird im Folgenden lieber geschwiegen. Immerhin: Die Akustik ist gar nicht schlecht, insbesondere die deutsche Synchronisation kann sich durchweg hören lassen. Dennoch bleibt der Unterhaltungsfaktor insgesamt eher gering.

Gewappnet für den Kampf gegen die Haie?! (Copyright: Tiberius Film)

Gewappnet für den Kampf gegen die Haie?! (Copyright: Tiberius Film)

Dabei hätte diese Filmidee durchaus Potenzial gehabt, wie Sharktopus und Co. bewiesen haben. Mit Regisseur Jim Wynorski, der seit über 30 Jahren sein Unwesen mit Filmformaten treibt, die mehr oder weniger am schlechten Geschmack kratzen, hätte es auch klappen können. Er hat aus einem winzigen Budget, schlechter Produktion und durchwachsenen schauspielerischen Leistungen schon die eine oder andere B-Movie-Perle kreiert. Hier allerdings? Kein Erfolg.

Übrigens: Um überhaupt das entsprechende Budget zu erreichen, wurde im September 2013 eine Kickstarter-Kampagne gestartet. Von erhofften 110.000$ gingen von immerhin 17 Unterstützern 598$ ein – und das, obwohl sich Schauspielerin Traci Lords mit einem Werbevideo richtig ins Zeug gelegt hatte. Vielleicht hätte das eine Warnung sein sollen.

Trailer

Inhalt

Als bei einem Fracking-Unfall versehentlich die Erdkruste auseinander gerissen wird, öffnet sich durch das Loch eine Wasserstraße in einen tief unten gelegenen unterirdischen mysteriösen Ozean. Urplötzlich bahnt sich eine uneinschätzbare Gefahr den Weg an die Erdoberfläche. Gigantische prähistorische Haie gelangen durch das Wasser in das Zentrum der sumpfigen Arkansas Bayou. Dieses ist sehr zum Nachteil einiger hünscher weiblicher Gefangener, die dort in den Sümpfen arbeiten müssen. Sofort beginnt ein Blutbad, das alle Vorstellungen übertrifft. Es scheint, dass nur der Tod der einzige Ausweg für die Frauen ist …

(Quelle: Tiberius Film)

Details

Format: Dolby, DTS, PAL
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Tiberius Film
Erscheinungstermin: 09.06.2016
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 81 Minuten

Copyright Cover: Tiberius Film



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer