Review

Protagonist Sebastian Bergman wandelt ein weiteres Mal auf den „Spuren des Todes“ und handelt dabei nach den Motiven des Autorenduos Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, denn mit „Volume II“ wird die schwedische Krimireihe um den forensischen Kriminalpsychologen nach Motiven der Buchvorlage fortgesetzt.

Dem Tod begegnet Sebastian Bergman, gespielt von Schwedens Vorzeige-Charakterdarsteller Rolf Lassgård, gleich zweimal, denn mit den Folgen „Tod in der Silbermine“ und „Tod im Kloster“ warten rätselhafte Morde auf den Profiler mit ambivalenter Persönlichkeit und sein Team.

Stimmungsvoll und typisch skandinavisch werden Kulissen, Mordfälle und Ermittlungsarbeit in Szene gesetzt. Es dominieren die dunklen, gedeckten Farben, rau und kühl – und damit passend zum Hauptdarsteller – geben sich die Schauplätze und mysteriös präsentieren sich die Kriminalfälle.

Neben den typischen Krimi- und Thrillereigenschaften, an denen es „Sebastian Bergman – Spuren des Todes II“ nicht mangelt und die zur Atmosphäre beider Folgen enorm beitragen, fokussieren die Macher zudem die Handlungsstränge abseits der Ermittlungsarbeit. Obschon Rolf Lassgård sowie seine Schauspielerkollegen allesamt sehr gute Arbeit leisten, ist es dennoch gerade die Hauptfigur, die ein bisschen zu kurz kommt. Der Zwiespalt seiner Persönlichkeit, sich hauptsächlich bewegend zwischen Zynismus, Verzweiflung, Depression, Emotionslosigkeit und Arroganz, wirkt weniger dominant als erhofft. Hier fehlt es in beiden Folgen an Biss, Direktheit und Pointierung.

Positiv ist hingegen zu erwähnen, dass ein Vorwissen aus „Volume I“ nicht dringend notwendig ist, um die Hintergrundgeschichte des Protagonisten zu verstehen. Dezent werden relevante Informationen beiläufig integriert, sodass auch jene Zuschauer, die erstmals mit Sebastian Bergman in Berührung kommen, die Figur verstehen und den beiden Episoden problemlos folgen können.

Sebastian Bergman und sein Team. (Copyright: Tre Vänner Produktion | Johan Paulin)

Sebastian Bergman und sein Team. (Copyright: Tre Vänner Produktion | Johan Paulin)

Sowohl „Tod in der Silbermine“ als auch „Tod im Kloster“ sind in sich abgeschlossene Folgen, die über ihre gesamte Länge spannende Momente bereithalten und nicht nur für Krimi-Fans interessant sein dürften. Grund dafür sind vor allem die gelungene Zusammensetzung des Teams um Sebastian Bergman und die damit zusammenhängenden Nebenhandlungen.

Nun gibt es im Krimi- und Thrillerbereich im Grunde nichts mehr, was der eingefleischte Hobbyermittler nicht schon gesehen hätte. Trotzdem gelingt es den beiden Episoden, das Interesse des Zuschauers zu halten. Dienlich sind diesbezüglich die spannend inszenierten Entwicklungen, die zudem eine gewisse Authentizität besitzen.

Mit Schauspieler Rolf Lassgård und der deutlich erkennbaren Handschrift einer skandinavischen Produktion sprechen gleich zwei gute Gründe für den Kauf von „Sebastian Bergman – Spuren des Todes II“. Lediglich jene Konsumenten, die bereits die Buchvorlagen kennen, sollten mit Abstrichen die Charakterdarstellung betreffend rechnen, ohne am Ende zu enttäuscht zu sein.

Trailer

Inhalt

Sebastian Bergman, der brillante, zuweilen politisch inkorrekte und ruppige Profiler, ist mit zwei packenden Fällen zurück.

01 Tod in der Silbermine
Während der Besichtigung einer alten Silbermine machen Investoren einen grausigen Fund: drei Tote Mädchen, halb verwest, auf farbigen Sofakissen – eine friedlich, absurd anmutende Tee-Runde. Die Polizei in Ludvika vermutet einen kollektiven Selbstmord. Doch ein Besuch in der Mine reicht Sebastian aus um nachzuweisen, dass die Mädchen eindeutig einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Recherchen führen ins Umfeld eines Rockfestivals und zu einer Telefonhotline – bis Sebastian überraschend seinem Alter Ego begegnet …

02 Tod im Kloster
In einer Baugrube in Skane wird eine Leiche entdeckt. Auf dem Gelände rund um den Tatort befindet sich ein Kloster, das spezielle Resozialisierungs-Seminare für ehemalige Straftäter anbietet. Als es zur Konfrontation mit den Nonnen kommt, wird der Fall immer mysteriöser. Und dann gerät Sebastian in Lebensgefahr …

(Quelle: Edel:Motion)

Details

Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 06.05.2016
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 200 Minuten
Extras: Interview mit dem Autoren-Team Hjorth / Rosenfeldt

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde