Review

„Babes, Bikinis, Sommer, Sonne, Sex“ – das alles klingt zunächst einmal nach einem Paradebeispiel eines amerikanischen Teenie-Films, bei dem „Augen auf und Verstand aus“ angesagt sind. Gesellen sich dann noch „ein ordentliches Blutbad“, Stichsägen und Nagelpistolen hinzu, verheißt dies, solide Slasher-Unterhaltung zu werden, die TV-Regisseur Martijn Heijnes in diesem Fall unter dem Namen „Scream Week“ und als Hommage an Horror-Klassiker wie „Scream“ und „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ inszeniert hat.

Tatsächlich ist „Scream Week“ deutlich amerikanisch geprägt. Dass es sich um eine niederländische Produktion handelt, ist somit kaum ersichtlich. Diesbezüglich tritt der Film ohne nennenswerte Kritikpunkte in die Fußstapfen seiner Vorbilder. Darin erschöpfen sich jedoch die Gemeinsamkeiten und positiven Aspekte auch schon, denn was über die insgesamt 108 Minuten Laufzeit geboten wird, ist – das muss man leider so sagen – reine Zeitverschwendung für den Zuschauer.

Sicher, „Babes, Bikinis, Sommer, Sonne, Sex“ sind am Start, ein angekündigtes „ordentliches Blutbad“ bleibt jedoch ebenso aus wie die versprochene „Prise Humor“.
Während also der Blutverlust einer Frau während ihrer Menstruation größer ist als jener der Figuren in „Scream Week“ (und mit dieser Anmerkung ist diese Rezension vermutlich gruseliger als der Film selbst), muss der Zuschauer schon einen sehr eigenen und vor allem kindlichen Sinn für Humor mitbringen. Überhaupt nicht komisch bestehen die Gags beispielsweise darin, bei fehlendem Paddel im Boot mit den Füßen im Wasser zu planschen, um sich fortzubewegen. Wäre die Figur wenigstens eine Blondine gewesen, hätte man mitleidig noch den Versuch eines Witzes zur Kenntnis nehmen können. Von diesem (nennen wir es mal) „trial and error“-Humor, bei dem der Bereich „error“ klar dominiert, künden auch die Dialoge, die weitaus spritziger und lustiger hätten ausfallen können.

Gar nicht vorhanden ist darüber hinaus ein erforderliches Tempo. Die Handlung, stets vorhersehbar und daher wenig spannend, zieht sich wenig überraschend und logisch wie Kaugummi in die Länge. Mutwillig integrierte Tiefgründigkeit, die letztlich keine ist, und ein „Der Exorzist“-artiges Ende, das weder einen nennenswerten Sinn ergibt noch zum eigentlichen Kontext des Films passt, macht „Scream Week“ lediglich zu einem Pseudo-Horror-Slasher.

Entsprechend gering fielen scheinbar auch die Kosten für das sonst in diesem Genre reichlich fließende Kunstblut aus. Der Einsatz von Stichsägen und Nagelpistolen wirkt bei jedem Hobbyhandwerker kreativer, zumal der auserkorene „Scream Week“-Mörder ein Amateur zu sein scheint. Eher peinlich als „scream“-würdig ist sein Umgang mit den Werkzeugen, die ihr Ziel im wahrsten Sinne des Wortes häufig verfehlen. Was Dramatik und Spannung verstärken soll, weckt daher vielmehr beim Zuschauer den Wunsch, dass der Killer sich vorab doch noch ein paar mehr „DIY“-Videos auf YouTube angesehen hätte. Dass er sich nicht ins eigene Fleisch schneidet, ist ein Wunder, es hätte jedoch vielleicht sogar für die fehlende humoristische Einlage gesorgt.

Babes, Bikinis, Sommer, Sonne, Sex – davon gibt es in „Scream Week“ genug. Einzig der Horror bleibt aus. (Copyright: WVG Medien GmbH)

Von „kein“ bis „wenig“ ist in „Scream Week“ dafür reichlich vorhanden. Das trifft auch auf das Bonusmaterial zu, denn Extras sind auf der DVD-Veröffentlichung nicht zu finden. Damit bleibt das Menü zwar sehr übersichtlich und aufgeräumt, mit den anwählbaren Punkten „Film starten“, „Kapitel“ und „Untertitel“ jedoch zugleich sehr begrenzt. Andererseits ist es fraglich, ob etwaiges Zusatzmaterial den Eindruck von „Scream Week“ noch hätte aufwerten können.

Wenn überhaupt, eignet sich „Scream Week“ für Neulinge des Horrors. Diese laufen allerdings Gefahr, nicht auf die vortrefflichste Art mit dem Genre konfrontiert zu werden und das Interesse daran ziemlich schnell wieder zu verlieren.

Trailer

Handlung

Babes, Bikinis, Sommer, Sonne, Sex und ein ordentliches Blutbad: Das Filmdebüt Scream Week des niederländischen TV-Regisseurs Martijn Heijnes ist eine sexy Hommage an Horror-Klassiker wie „Scream“ oder „I Know What You Did Last Summer“, gepaart mit einer Prise Humor. Mit Party-Hits wie „Another You“ von Armin van Buuren oder „Policemen“ von Eva Simons und anderen Chart-Knallern kann der Sommer kommen und das Abschlachten beginnen.

Nach einem ausschweifenden Drogenexzess geraten die Dinge etwas außer Kontrolle, als ein Killer sechs Freunden zeigt, was man sonst noch mit Stichsägen und Nagelpistolen anstellen kann …

(Quelle: WVG Medien GmbH)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Niederländisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: WVG Medien GmbH
Erscheinungstermin: 25.11.2016
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 108 Minuten

Copyright Cover: WVG Medien GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde