Review

Durch die gegenwärtige Angebotsfülle an Krimiserien brauchen jene schon ein eigenständiges Profil, um sich von der Masse abzuheben und dem interessierten Hobbyermittler aufzufallen. Dies bringt die britische Produktion „Scott & Bailey“ mit, denn hier stehen starke Frauen neben starken Fällen.

Beides – sowohl die weiblichen Protagonistinnen und ihre Ermittlungsarbeit sowie ihr Privatleben, als auch die einzelnen Mordfälle, die es in der vierten Staffel von „Scott & Bailey“ auf acht Folgen, verteilt auf vier DVDs zu lösen gilt – steht gleichberechtigt nebeneinander. Doch während die einzelnen Kriminalfälle pro Episode in sich abgeschlossen sind und somit auch einen Quer- oder Neueinstieg in die Serie ermöglichen, fügen sich die Handlungen auf „privater“ Ebene der Figuren von Folge zu Folge mehr zusammen und bauen insgesamt aufeinander auf. Das Gefühl, nach bereits erschienenen drei Staffeln etwas verpasst zu haben, kommt nicht auf, jedoch ist es sinnvoll, die Episoden von Staffel 4 in chronologischer Reihenfolge zu schauen, um keine Leerstellen füllen zu müssen.

Wer hier aber am Ball bleibt, erhält abwechslungsreiche Krimikost, die in Manchester angesiedelt ist – und die britische Handschrift der Serie wird des Öfteren deutlich. Anders als erwartet mangelt es „Scott & Bailey“ jedoch am typischen schwarzen Humor, der zwar kein Alleinstellungsmerkmal gebildet hätte, gibt es ihn doch bereits in unzähligen anderen Produktionen zu sehen und hören, die Serie aber insgesamt aufgelockert hätte.

Stattdessen setzt man auf die weibliche Besetzung, die für Wiedererkennungswert sorgen soll. Die Figuren weisen dabei teils stereotype Merkmale auf, sind alles in allem aber sehr natürlich und authentisch angelegt. So liefern gerade die Handlungsstränge fern der Polizeiarbeit Ansatzpunkte für ein wenig Identifikationspotenzial, während Chefin DCI Gill Murray (Amelia Bullmore) den „Seriendrachen“ gibt. Die Idee, der Ermittlertruppe um Scott und Bailey eine toughe Frau voranzustellen, deren weicher Kern immer mal wieder durchblitzt, ist nicht neu, passt hier aber in das Konzept der Krimiserie und bringt die eine oder andere überraschende Wendung mit sich.

Frauenquote in "Scott & Baileys" (Copyright: ITV / Ben Blackall | Edel:Motion)

Frauenquote in „Scott & Baileys“ (Copyright: ITV / Ben Blackall | Edel:Motion)

Jene gibt es zusätzlich beim Lösen eines jeden Mordes zu bewundern, denn nur in seltenen Fällen bricht die Spannung schon vor dem Episodenende ab.

Die bereits erwähnte Authentizität, die die Charaktere mit sich bringen, behalten die Macher von „Scott & Bailey“ ebenfalls bezüglich der Mordfallermittlungen bei. So bedarf es keiner neuesten Technik, vielmehr setzt man auf traditionelle Methoden, die die Glaubwürdigkeit unterstreichen. Dass dabei die Täterprofile interessant sind, innovative Züge aber in dieser Hinsicht auf der Strecke bleiben, ist angesichts der mittlerweile zahlreichen Todesfälle im Krimibereich zu verschmerzen.

Damit ist die vierte Staffel von „Scott & Bailey“ eine empfehlenswerte Veröffentlichung, mit der das Genre zwar nicht revolutioniert wird, in dessen Rahmen aber solide Folgen produziert wurden, die – nicht zuletzt aufgrund der „Frauenquote“ – für eine kurzweilige Alternative im Krimisektor sorgen dürften.

Trailer

Inhalt

Detective Constable Janet Scott und Detective Constable Rachel Bailey ermitteln wieder für die Manchester Metropolitan Police. Ihr turbulentes Privatleben steht den spannenden Kriminalfällen, die sie lösen, in nichts nach. Doch manchmal verschwimmt die Grenze zwischen Privatleben und Arbeit: Zwar können sich Scott und Bailey nach einem Streit wieder versöhnen, doch ihre neu erlangte Harmonie wird auf die Probe gestellt, als sich beide auf die freie Stelle als Sergeant in ihrer Abteilung bewerben. Wird ihre Freundschaft Rivalitäten überstehen?

Rachels Ehrgeiz wird von ihrer neuen Beziehung gebremst, die aber eine der besten ist, die sie jemals hatte. Janets Tochter Elise bereitet ihr zu Hause Schwierigkeiten und zu allem Überdruss passiert Janet beruflich ein Fehler, der fatale Folgen hat.

Als sich ein furchtbarer Verdacht gegen ihre brillante Vorgesetzte Gill Murray erhärtet, bleibt Scott ud Bailey nichts anderes übrig, als ihr bei einem reibungslosen Rücktritt zu helfen.

(Quelle: Edel:Motion) 

Episoden

DVD 01:
01 Später Fund
02 Bruderzwist

DVD 02:
03 Neue Liebe
04 Falsche Nummer

DVD 03:
05 Geheime Beziehung
06 Mord im Rausch

DVD 04:
07 Fataler Fehler
08 Neue Hoffnung

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 22.04.2016
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 344 Minuten
Extras: Hinter den Kulissen (in englischer Originalfassung)

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde