Review

Wenn niedliche Figuren mit riesigen Augen die Bildschirme erobern, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Animationsfilm im heimischen Abspielgerät. Doch weder Pixar noch Disney oder ein anderer bekannter Animationsstudio-Riese wollen dieses Mal für Unterhaltung sorgen; für den animierten Abenteuerfilm „Savva – Ein Held rettet die Welt“ zeigt sich vielmehr die russische Animationsfilmschmiede Glukoza Production verantwortlich.

Nun sind Kindchenschema und ein „Gestiefelter Kater“-Blick allein aber noch lange kein Garant für Qualität und selbst die lieben Kleinen (der Film hat den Stempel FSK 6 bekommen) haben diesbezüglich schon ihre Ansprüche.
Wie schlägt sich Regisseur Max Fadeev, der sich normalerweise überwiegend als Musiker, Komponist und Musikproduzent kreativ auslebt, also bei einem Animationsfilm?

Rein optisch kann sich „Savva – Ein Held rettet die Welt“ durchaus sehen lassen. Es ist bunt, es ist detailreich und schön animiert. Vor Kinder- und Erwachsenenaugen entfaltet sich eine Fantasywelt, die man gerne betrachtet.
Dazu tragen zudem die unterschiedlichen und liebenswerten Figuren bei, welche umgehend ansprechen – selbst wenn man bei einem Charakter bis zum Schluss rätselt, was es darstellen soll. Da es den Figuren im Film jedoch ebenso ergeht, entwickelt sich daraus ein witziger Running Gag rund um das „rosa Fellknäuel“ namens Puffy.
Der Humor als solcher ist sehr kindgerecht gehalten, Erwachsene kommen aber vor allem bei dem oft vorhandenen pointierten Dialogwitz auf ihre Schmunzel-Kosten.

Doch jede noch so schöne Optik nützt nichts, wenn nicht auch der Inhalt überzeugen kann. Diesbezüglich schwächelt „Savva – Ein Held rettet die Welt“ ein bisschen.
Zuerst einmal entpuppt sich der Untertitel als epischer als die Handlung letztlich ausfällt und ist damit etwas hochgegriffen. Um das Problem an einem metaphorischen Beispiel deutlich zu machen: Es klingt so, als ob der Protagonist die Ozeane vom Plastikmüll befreien wird, dabei bringt er gerade mal den Gelben Sack vor die Tür.
Zwar wechseln die Schauplätze, doch allzu universell wird sein Handeln hier nicht. Fokussiert auf Einzelschicksale lässt „Savva“ die Welt Welt sein und sorgt im eigenen Leben und in dem seiner im Laufe von 87 Minuten Spielzeit gewonnenen Freunde für Ordnung, Frieden und Liebe.

Ihr Abenteuer wird inszeniert durch ein buntes Potpourri von bekannten Elementen aus Märchen-, Fantasy- und Disneyfilmen. Neues gibt es hier nicht zu erfahren, dafür würfelt man jene Zutaten wild, aber in sich stimmig zusammen. So treffen die Zuschauer auf von „Herr der Ringe“ inspirierte Schlachtfelder, auf Märchenmotive wie ein Hexenhaus, auf „Fluch der Karibik“-Szenerien mit kurzerhand unfreiwillig ernannten Gottheiten oder Final Fantasy-artigen Charakteren, die durch die Wandlung zum Wolf an Kuschelfaktor zulegen.

Eine buntgemischte Gruppe mutiger Helden, eine epische Schlacht und ein rosa Fellknäuel als Running Gag. Das alles gibt es in "Savva - Ein Held rettet die Welt" | Copyright: Ascot Elite Home Entertainment

Eine buntgemischte Gruppe mutiger Helden, eine epische Schlacht und ein rosa Fellknäuel als Running Gag. Das alles gibt es in „Savva – Ein Held rettet die Welt“ | Copyright: Ascot Elite Home Entertainment

Ähnlich überfrachtet, jedoch im weitaus negativeren Sinne, gibt sich die Handlung, sobald sie durch Nebenhandlungen rund um die Mitstreiter ergänzt wird. Plötzlich wimmelt es an Legenden und Prophezeiungen und auch Flüche gibt es en masse. Obwohl sich dies alles im Laufe des Animationsfilms klärt, wäre dies betreffend eine Reduzierung auf wenige und wesentliche Ideen ratsamer gewesen, wodurch „Savva“ zudem mehr (und immer noch kindgerechte) Tiefe gewonnen hätte.

Zurück zu Disney: Die Einflüsse von Disneyfilmen auf „Savva – Ein Held rettet die Welt“ werden vor allem daran deutlich, dass hin und wieder fleißig gesungen wird. Die Musik als solche trägt teilweise die Handschrift von Produktionen wie „König der Löwen“, erscheint an anderer Stelle aber auch sehr modern – Max Fadeev selbst sorgt mit seinem Können für musikalische Beiträge.
Dass es zusätzlich an moralischen Momenten nicht mangelt, dürfte ebenfalls bekannt wie bewährt sein.

Für ein kleines buntes Animationsabenteuer zwischendurch eignet sich „Savva – Ein Held rettet die Welt“ allemal.

Trailer

Handlung

Die mächtigen weißen Wölfe haben die Menschen immer beschützt, bis sie plötzlich verschwunden sind. Deshalb ist das Dorf, in dem der zehnjährige Savva lebt, nun den Hyänen hilflos ausgeliefert. Die schrecklichen Tiere nehmen die Einwohner gefangen, um sie zu Sklaven zu machen. Nur Savva ist entkommen. Verzweifelt sucht er einen Weg, um seine Mutter und die Dorfbewohner zu befreien. Da steht plötzlich ein weißer Wolf vor ihm, der letzte seiner Art. Angee weiß von einem Magier, der Savva helfen könnte. Doch der Ort, an dem dieser Magier lebt, liegt mitten im Reich der grausamen Affenkönigin. Savva ist fest entschlossen, den gefährlichen Weg zu wagen. Tief in seinem Herzen glaubt er an die Rettung seiner Mutter. Gemeinsam mit Angee macht er sich auf die abenteuerliche Reise …

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment (Vertrieb: Universum Film)
Erscheinungstermin: 18.11.2016
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 87 Minuten
Extras: 2 Musikclips, 2 Teaser, Originaltrailer, Trailershow

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde