Review

Der Kult-Manga aus den 90ern „Rurouni Kenshin“ sorgt auch heute noch für eine Menge Begeisterung unter Kennern und Fans. Nach der Umsetzung in einen Manga wurde er nun auch als Real-Life-Action-Film adaptiert. Splendid Film veröffentlicht Ende diesen Monats nach dem ersten Teil erstmals die komplette Trilogy auf Blu-Ray. Diese beinhaltet neben Teil eins „Rurouni Kenshin“ auch noch „Rurouni Kenshin: Kyoto Inferno“ und „Rurouni Kenshin: The Legend Ends“. Alles zusammen mit Bonusmaterial und 40-seitigem Booklet.

 Von der Vergangenheit gezeichnet: Für das Ende des Militärregimes wurde Kenshin zum Attentäter und ging als stärkster Kämpfer dieser Zeit in die Geschichte ein. (Copyright: NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2012 "RUROUNI KENSHIN" FILM PARTNERS NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2014 "RUROUNI KENSHIN KYOTO INFERNO/THE LEGEND ENDS" FILM PARTNERS)

Von der Vergangenheit gezeichnet: Für das Ende des Militärregimes wurde Kenshin zum Attentäter und ging als stärkster Kämpfer dieser Zeit in die Geschichte ein. (Copyright: NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2012 „RUROUNI KENSHIN“ FILM PARTNERS NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2014 „RUROUNI KENSHIN KYOTO INFERNO/THE LEGEND ENDS“ FILM PARTNERS)

Eine Dekade nach der blutigen Schlacht von Toba-Fushimi begibt sich der Samurai Battōsai im Jahre 1878 nach Tokio. Um die grausamen Taten, die er in diesem Krieg vollbracht hat, hinter sich zu lassen, deckt er sich unter seinem „richtigen“ Namen Kenshin Himura. Da das „neue Zeitalter“ den Frieden gebracht hat und es für die Samurai der vergangenen Tage keine Verwendung mehr gibt, begegnen ihm alte Bekannte, die ihre Zeit zurückerobern wollen.

Der Film greift auf die Basics des Mangas bzw. des Animes zurück, es wird also überwiegend die Hauptstory behandelt. Allerdings sind viele der Geschehnisse ein wenig durcheinander gewürfelt und spielen sich nicht in derselben Reihenfolge ab. Dies fällt aber nicht weiter ins Gewicht, da wichtige Schlüsselereignisse für die Höhepunkte am Ende stehen.

Was die Charaktere angeht, so kann man durchaus viele wiedererkennen. Oftmals an der Kleidung oder der Position innerhalb der Story. Darum ist es umso unterhaltsamer, wenn man kleine Szenen wiedererkennen kann.

Anders als in westlichen Filmen neigen japanische Schauspieler in vielen Filmen zu übertriebener Schauspielkunst. Dem ist hier nicht so. Bis auf einige Ausnahmen, an denen das Verhalten oft an den Anime erinnern soll, bleiben alle gefasst und ziehen ihre Rollen gut durch. Wenn dann mal ein paar untypische Gesten von sich gegeben werden, stört dies nicht weiter.

Explizites Action-Spektakel: Freunde furioser Fights dürfen sich auf zahlreiche Schwert-, Faust- und Schusswaffen-Duelle freuen. (Copyright: NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2012 "RUROUNI KENSHIN" FILM PARTNERS NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2014 "RUROUNI KENSHIN KYOTO INFERNO/THE LEGEND ENDS" FILM PARTNERS)

Explizites Action-Spektakel: Freunde furioser Fights dürfen sich auf zahlreiche Schwert-, Faust- und Schusswaffen-Duelle freuen. (Copyright: NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2012 „RUROUNI KENSHIN“ FILM PARTNERS NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2014 „RUROUNI KENSHIN KYOTO INFERNO/THE LEGEND ENDS“ FILM PARTNERS)

Die Figuren kommen auch überzeugend rüber, obwohl die Rolle der Kaoru Kamiya wie im Original etwas energischer hätte sein können. Aber dafür spielt Munetaka Aoki Kenshins ständigen Begleiter Sanosuke Sagara ausgezeichnet. Jedes Mal, wenn der Typ mit seiner aufbrausenden Art und seiner über zwei Meter langen Waffe auftaucht, ist für eine Menge Unterhaltung gesorgt. Unglaublich, wie man eine Rolle so ausleben kann.

Eine weitere überzeugende Performance bieten auch die Antagonisten. Diese sind schon fast meine Lieblinge, da sie in den unterschiedlichsten Weisen authentisch rüberkommen. Entweder machtgierig und total durchgeknallt oder mit einer ruhigen, bedrohlichen Ausstrahlung. An diesen Stellen wirkt auch eine oft überzogene Art nicht fehl am Platz. Die bösen Jungs bleiben sogar schon fast länger im Gedächtnis hängen als die Helden.

Bevor wir aber zu den Actionszenen kommen, auf die es unter anderem am meisten ankommt, wird noch ein wenig gemeckert. Leider ist es so, dass manche Handlungen über die Teile hinweg nicht wirklich klar sind. Auch das Grundgerüst des Plots bleibt oft gleich. So könnte „The Legend Ends“ vom Aufbau her auch Teil 1 sein. Das Einzige, was sich ändert, sind die Locations und die Personen, der Rest spielt sich gleich ab.

Apropos Locations; das ist auch etwas, was im Laufe der Trilogy nie wirklich klar ist, da viel zwischen den einzelnen Städten in Japan hin und her gesprungen wird. Als Zuschauer weiß man oft nicht, wo sich das Ganze denn nun eigentlich abspielt. Außerdem kommen die Protagonisten auch ungewöhnlich schnell von einem Punkt zum anderen.

Gefährliches Gefecht: Kenshin tritt gegen den skrupellosen Shishio an, der Japan unterjochen will.  (Copyright: NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2012 "RUROUNI KENSHIN" FILM PARTNERS NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2014 "RUROUNI KENSHIN KYOTO INFERNO/THE LEGEND ENDS" FILM PARTNERS)

Gefährliches Gefecht: Kenshin tritt gegen den skrupellosen Shishio an, der Japan unterjochen will. (Copyright: NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2012 „RUROUNI KENSHIN“ FILM PARTNERS NOBUHIRO WATSUKI/SHUEISHA, 2014 „RUROUNI KENSHIN KYOTO INFERNO/THE LEGEND ENDS“ FILM PARTNERS)

Nun aber zu den Kampfszenen. Überwiegend ausgefochten mit den besten Waffen der Welt: Katanas. Und klar, wir wissen alle, es sind nur Choreografien. Aber bei der „Rurouni Kenshin Trilogy“ spielt sich alles so atemberaubend schnell ab, dass diese Illusion oft übersehen wird. Und was für eine Energie und Dynamik hinter den Gefechten steckt. Es ist auch immer wieder interessant zu sehen, was für neue Variationen eines Katanas Kenshins Gegner hervorzaubern. Untermalt wird alles von einem epischen Soundtrack, dessen Orchester ab dem zweiten Teil durch ein wenig Elektro abgelöst wird, um alles etwas aufzulockern.

Die „Rurouni Kenshin Trilogy“ fährt hier keine Filme auf, die für die Ewigkeit in Stein gemeißelt sind. Hier und da treten ein paar Schönheitsfehler auf und auch die Schauspieler sind nicht immer „on point“. Aber, und das ist das Entscheidende, es sind Filme die einen auch auf Dauer unterhalten können. Nachdem ich durch den dritten Teil war, habe ich mir im Anschluss direkt noch mal den ersten angeschaut, einfach weil sich diese Filme problemlos in einem Schwung durchschauen lassen. Man hält sich nicht mit vielen langatmigen Details auf und die Actionszenen bilden einen ausgewogenen Anteil. Hinzu kommt, dass die historische Kulisse auch noch schön anzusehen ist. Ebenfalls sind die Teile so gut in Szene gesetzt, dass man an beliebiger Stelle pausieren kann, um einen super Screenshot zu bekommen.

Im Großen und Ganzen eine gelungene Umsetzung des Originalmaterials. Bietet eine Menge Spaß und Action durch alle drei Teile. Fans des Mangas und des Animes sollten unbedingt mal einen Blick darauf werfen.

Trailer

Handlung

Japan, 1878: Das Land öffnet sich nach jahrhundertelanger Isolation dem Westen. In diesen Zeiten des Aufruhrs versucht der friedliebende Samurai Kenshin, seine dunkle Vergangenheit als Killer im Dienste der Regierung zu vergessen. Nachdem er in Tokio ein Komplott verhindert, bei dem ein unheimlicher Attentäter unter seinem alten Decknamen reihenweise Menschen exekutiert, erhält er einen finalen Auftrag: Der größenwahnsinnige Auftragsmörder Shishio will einen Staatsstreich anzetteln und das Land im Chaos versinken lassen. Kenshin macht sich auf den Weg nach Kyoto, um sich dem ebenbürtigen Schwertkämpfer entgegenzustellen. Doch wie soll er ihn aufhalten, wenn Kenshin doch geschworen hat, nie wieder ein Menschenleben zu nehmen?

(Quelle: splendid film)

Details

Format: Blu-Ray
Untertitel: Deutsch
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: splendid film
Erscheinungstermin: 24.04.2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 407 Minuten

Copyright Cover: splendid film



Über den Autor

Christopher