Review

Ronja Räubertochter als Ghibli-Anime? Ja, ja und noch mal ja – das war bereits nach den ersten sechs Episoden klar. Nun erscheint in der zweiten DVD-Box „Ronja Räubertochter (Vol. 2)“ die Fortsetzung mit 7 weiteren Folgen der insgesamt 26-teiligen Serie.

Die ersten sechs Zwanzig-Minuten-Häppchen drehten sich vor allem um Ronja und ihre Familie. Lovis, Mattis und natürlich die Räuberbande haben zu der kleinen Räubertochter schon in der Nacht ihrer Geburt ein besonderes Verhältnis aufgebaut. So konnte das kleine Mädchen behütet aufwachsen und irgendwann auf eigene Faust auch den Wald entdecken. Diese Episoden waren eher wenig actionreich und dafür umso herzerweichender.

Mit den Folgen 7 bis 13 weitet sich hingegen nicht nur Ronjas eigener Horizont. Zunächst wäre da ihre Beziehung zu Birk, dem Sohn der verfeindeten Räuberbande unter Hauptmann Borka. Schon beim Umherstreifen im Wald in Folge 7 zeigt sich, dass es immer gut ist, Hilfe an seiner Seite zu haben. Denn bei einem dichten Nebel droht Birk sich zu verlaufen, nur Ronja kann ihn retten. Obwohl sie vorher noch gemein zu ihm war, zögert sie nicht zu helfen.

Das zarte Band zwischen den Kindern wird verstärkt, als Ronja beim Skilaufen in einer Gnomenhöhle einbricht. Da sie es allein nicht schafft, ihren Fuß aus der brenzligen Situation zu ziehen – im Geiste malt sie sich schon aus, wie sehr Mattis um sie weinen würde –, ist sie umso dankbarer, als überraschend Birk zur Hilfe kommt. Fortan sind die beiden wie Geschwister zueinander. Das wiederum rettet in einer späteren Folge auch Birk das Leben, denn die Borka-Räuber kommen mit dem strengen Winter nicht besonders gut klar.

Während die zwei sich also immer weiter annähern, schmeckt Mattis es gar nicht, dass er plötzlich neue Mitbewohner in seiner Burg hat. Die Nachbarstreitigkeiten werden allerdings durch den nahenden Winter unterbrochen. Da Ronja nun auch mehr über das Leben als Räuber gelernt hat – und den Lebensstil sogar hinterfragt! – bleibt es abzuwarten, wie sich dieser Konflikt weiterentwickelt.

Thematisch sind diese Folgen also insgesamt sehr viel abwechslungsreicher gestaltet. Nicht, dass die ersten im Vergleich dazu eintönig gewesen wären, aber so verzaubert uns die kleine Räubertochter doch einfach noch ein bisschen mehr. Zum Teil wird es sogar etwas gruselig, sodass ein jüngeres Publikum vielleicht Unterstützung durch die Eltern gebrauchen könnte. Trotzdem bleibt der Fokus aber klar auf den kindlichen Zuschauerkreis gerichtet.

Der strenge Winter geht auch an „Ronja Räubertochter“ nicht spurlos vorbei. (Copyright: Universum Film)

Für die Eltern oder andere (größere) Mitgucker gibt es dafür wieder eine tolle Animation, die trotz Computertechnik ganz viel Ghibli-Gefühl aufkommen lässt. Nicht nur das Bild, auch der Ton wissen insgesamt wieder zu überzeugen. (Sogar das eher anstrengende Titellied schleicht sich so langsam ins Fanherz.)

Wer nach den ersten Folgen bereits ein Fan war, muss vom Kauf von „Ronja Räubertochter (Vol. 2)“ nicht mehr überzeugt werden. Wer allerdings wegen der gemütlichen Erzählweise und fehlender thematischer Abwechslung nicht sicher war, ob er weiterschauen soll, sollte es jetzt definitiv noch einmal mit der Räubertochter versuchen. Und alle Ghibli-Fans sollten sowieso reinschauen.

Handlung

Während Mattis versucht die Borkabande von der Mattisburg zu vertreiben, verbringt Ronja ihre Zeit im geheimnisvollen, schneebedeckten Wald. Als sie eines Tages stolpert und mit ihrem Fuß in einer Höhle stecken bleibt, scheint die Situation aussichtslos – doch Birk eilt zu Hilfe. Am Morgen nach dem Tag im Winterwald wird Ronja krank und muss zunächst das Bett hüten. Als es ihr schließlich besser geht schmiedet sie einen Plan um ihren neuen „Bruder“ Birk wiederzusehen. Der Plan gelingt und die Freude über das Wiedersehen ist groß. Doch erschrocken muss Ronja feststellen, dass Birk abgemagert wirkt, da die wenigen Vorräte der Borkabande bald zur Neige gehen …

(Quelle: Universum Film)

Details

Sprache: Japanisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 11.11.2016
Spieldauer: 178 Minuten

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer