Review

Erinnert sich noch jemand an „Celebrity Deathmatch“? Ende der 90er wurden in diesem Format harte Knet-Kämpfe zwischen Popstars und –sternchen geführt. Im Sinne der Unterhaltung haben natürlich auch schon andere Formate Elemente von Parodie und Satire zu einem munteren Genremix vereint – ich sage nur „South Park“! In diese illustren Fußstapfen pickt nun auch „Robot Chicken“.

In den USA wurde „Robot Chicken“ das erste Mal 2005 ausgestrahlt. Die deutschen Zuschauer kamen, wenn überhaupt, lückenhaft seit 2007 in den Genuss der Sendung. Umso besser, dass es nun einzelne Folgen auf DVD zu erwerben gibt. Für alle Comicfans beinahe ein Must-have: „Robot Chicken DC Comics Spezial 1-3“.

Die drei Episoden beinhalten jeweils einen eigenen kleinen Storybogen.
Da wäre zunächst Episode 1, die sich hauptsächlich um Aquaman dreht. Dass dieser nicht zu den beliebtesten Helden gehört, wissen auch nicht Comic-Nerds spätestens seit „The Big Bang Theory“ (wobei sich das möglicherweise dank Jason Momoa bald ändert). Auch hier gibt es reichlich Seitenhiebe, beispielsweise: Welcher Superheld kann nicht fliegen? Wer ist uncool, weil er mit Fischen sprechen kann? Wessen Taufpate ist ein Hummer? Zwar bekommen auch andere Superhelden (und –schurken) ihr Fett weg, aber Aquaman bietet einfach die größte Angriffsfläche. Am Ende läuft dann alles, ganz Comic, auf einen großen Kampf jeder gegen jeden hinaus.

Episode 2 beginnt ebenfalls mit einem Klassiker: Ein Ausbruch aus dem Arkham Asylum. Die Legion of Doom probt anschließend noch einmal den Aufstand. Denn nachdem die Tochter von Lex Luthor gezwungen wird im bösen Hauptquartier Starbucks Kaffee auszuschenken, erzählt sie den Superschurken von Arbeitnehmerrechten. Am Ende landen alle am Strand – und mitten in einer Musical-Party!

Für die finale Episode 3 wird dann schließlich noch einmal tief in die Klischeekiste gegriffen. Neben der komplizierten Beziehung zwischen Batman und Superman bekommen auch die Multiversen ihr Fett weg.

Nach den insgesamt rund 75 Minuten hat es „Robot Chicken“ dann wohl geschafft, jedes denkbare und undenkbare Klischee aus den DC Comics aufzugreifen. Dabei kommt sicher jeder auf seine Kosten. Je mehr man selbst aus den Comics und Filmen kennt, desto witziger wird es aber. Nur mit Parodien sollte man grundsätzlich etwas anfangen könnten.

Superhelden und -schurken bekommen in „Robot Chicken DC Comics Spezial 1-3“ ihr Fett weg. (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Außerdem sollte der Zuschauer etwas für Stopmotion- bzw. Claymotion-Animation überhaben. Hauptdarsteller sind größtenteils Plastikpuppen à la Barbie. Deren Mimik wird mit eher einfachen Mitteln aufgepeppt. Zwischendurch bekommen aber auch ein paar Animationen und Knetfiguren ihren Auftritt. Eine ziemlich bunte Mischung, eben genau wie bei den Gags.

Diese leben natürlich auch durch ihre Synchronsprecher. Hier kann man sagen, dass die deutsche Synchro grundsätzlich gelungen ist, die Sprecher sind mit viel Elan dabei. Was allerdings möglich ist, wird in der englischen Originalfassung noch deutlicher. Hier haben die namhaften Darsteller wirklich Herzblut bewiesen. Das lässt sich auch bei den Outtakes, die es als Extra auf der DVD gibt, sehr schön erkennen.

Unterm Strich hat das „Robot Chicken DC Comics Spezial 1-3“ damit alles, was Comic- und Parodiefans lieben: Scherze jeder Façon, Insider, eine tolle Produktion. Was könnte man da noch zu meckern haben? Höchstens vielleicht die Länge der Episoden, aber wie sagt man so schön: In der Kürze liegt die Würze. Kaufempfehlung!

Trailer

Handlung

Die Emmy-prämierte Animationsserie ROBOT CHICKEN von Seth Green und Matthew Senreich parodiert und kommentiert aktuelle Phänomene der Pop-Kultur. Und wenn sich die Macher der Serie einem neuen Thema widmen, bleibt bekanntermaßen kein Auge trocken: In rasanten Sketch-Episoden voller schwarzem Humor werden in den DC Comic Specials die Superhelden und Bösewichte aus dem „DC Comics“-Universum aufs Korn genommen, darunter Superman, Two-Face und Batman. So besitzt Superman beispielsweise die Fähigkeit, die Gedanken seiner Feinde durch einen Kuss zu löschen, Two-Face kann keine Entscheidung mehr ohne seine Münze treffen und Batman kämpft mit Rückenbeschwerden.

In der deutschen Synchronfassung glänzen die bekannten Comedians Christian Tramitz und Rick Kavanian (Bullyparade, Der Schuh des Manitu, T(R)aumschiff Surprise), während die Originalfassung mit US-Stars wie Aaron Paul (Breaking Bad), Neil Patrick Harris (How I met your Mother), Megan Fox (Transformers) oder Alfred Molina (Spiderman 2) besetzt ist.

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 25.11.2016
Spieldauer: 75 Minuten

Copyright Cover: Studio Hamburg Enterprises



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer