Review

>Tagsüber Adeliger, nachts ein Rebell!<

Die Legende über Robin Hood ist alt wie bekannt und erfuhr bereits zahlreiche Rezeptionen in Literatur, Musik, Film und Fernsehen. Darunter etwa die 1991er Verfilmung mit Kevin Costner und Mary Elizabeth Mastrantonio sowie die 2010er Verfilmung durch Ridley Scott mit Russell Crowe und Cate Blanchett in den Hauptrollen.

Auch Regisseur Otto Bathurst nimmt sich im schlicht als „Robin Hood“ betitelten Film des Stoffes an, setzt seinen Schwerpunkt jedoch auf die Erzählung, wie der junge Robin von Locksley zum legendären Helden wurde.

In die Tiefe geht er dabei allerdings nicht. Stattdessen liefern Bathurst und seine doch recht namhafte Besetzung kurzweiliges seichtes Popcorn-Kino ab.

Kein klassischer Kostümfilm

Ein klassischer Kostümfilm? Auch weit gefehlt!

Angesiedelt zwar zu Zeiten der Kreuzzüge wird auf historische Korrektheit jedoch wenig bis keinen Wert gelegt. Kostüme, Kulissen und Kampftechniken werden daher eher dem Anspruch auf Unterhaltung denn dem auf Authentizität gerecht.

Mit Namen wie Taron Egerton als Titelheld, Eve Hewson als Marian, Jamie Dornan als Will Scarlet, Jamie Foxx als Little John und Ben Mendelsohn als Sheriff of Nottingham fällt seine Adaption alles in allem sehr modern aus.

Mit zeitgemäßer Gewandung bogenschießt sich Hood respektive Egerton sodann im Arrow- und/oder Hawkeye-Stil insbesondere in die Herzen der jüngeren Zuschauer und lässt es dabei an anarchistischen Gebärden nicht mangeln.

Taron Egerton und Jamie Foxx in „Robin Hood“ (Copyright: Studiocanal / Larry Horricks)

„Shades of Grey“-Star Jamie Dornan bleibt – mehr „shades“ und viel „grey“ – ähnlich wie der übrige Cast dahinter weit zurück. Seine Charakterentwicklung wird (entgegen der offenkundigen Absicht der Filmemacher) lediglich angedeutet. Insgesamt ordnet sich seine (Neben)rolle dem Bestreben, reichlich Action in den Film zu bringen, stets unter.

An Action- und Kampfszenen mangelt es somit nicht. Doch auch diesbezüglich sollte man nicht auf Authentizität achten, denn logisch erscheint dabei nicht alles. Dennoch fährt „Robin Hood“ ein Spektakel fürs Auge auf, das von Verfolgungsjagden durch über Hausdächer galoppierende Pferde über blitzschnelle Pfeil- und Bogen-Akrobatik bis zu temporeichen Nahkampfszenen reicht.

Fazit

Mit Zutaten aus Superhelden-Formaten, Fantasy-Epen und Dystopie-Kassenschlagern wartet „Robin Hood“ schließlich auf, kratzt dabei aber nur an der Oberfläche des eigentlich Möglichen. Ob Held, Rebell oder beides – weder Hauptfigur Robin, im Film von Freunden gerne auch leger Rob genannt, noch die Zuschauer können sich dies betreffend entscheiden, was genau die Rolle in dieser Verfilmung aussagen und sein möchte. Für seichte Heimkino-Unterhaltung an verregneten Tagen schaut man ihm dennoch ganz gerne bei seiner meist sportlichen Leistung zu.

Trailer

Handlung

Der junge Robin von Locksley (Taron Egerton) kehrt vom Schlachtfeld der Kreuzzüge zurück. In England erwarten ihn Korruption, Intrigen und die grausame Herrschaft des Sheriffs von Nottingham (Ben Mendelsohn), der das Volk bis zur bitteren Armut ausbeutet. Robin Hood beschließt gemeinsam mit seinem Verbündeten Little John (Jamie Foxx), die Missstände nicht länger hinzunehmen und gegen die vorherrschende Ungerechtigkeit zu kämpfen. Sie legen sich mit den höchsten Instanzen an und haben schon bald den skrupellosen Sheriff von Nottingham zum Feind.

(Quelle: Studiocanal)

Details

Region: Region B/2
Bildformat: HD 1080p/24 Full HD (2,40:1)
Ton: Dt. 7.1 DTS-HD MA, Engl. Dolby Atmos
Sprache: Deutsch, Englisch
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: STUDIOCANAL
Erscheinungstermin: 23.05.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 116 Minuten
Extras: Featurette „Robin Hood Reloaded“ / Geschnittene Szenen / Wendecover

Copyright Cover: Studiocanal



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde