Review

14 Jahre Zombies, Mutanten und eine kämpfende Heldin 

Eine Überdosis Zombies, Action und Milla Jovovich gefällig? Dann ist die ab September 2020 auf Blu-ray erhältliche „Resident Evil“-Box eine Empfehlung wert.

Über neun Stunden wird der Fan damit beschäftigt sein, die insgesamt sechs Teile der Sci-Fi-Horror-Action-Reihe, basierend auf dem Computerspiel, anzuschauen und anschließend noch das angemessen umfangreiche (sprich über 5-stündige) Bonusmaterial zu sichten.

Gleichzeitig liefert die komplette Sammlung einen minimalen Querschnitt an „Resident Evil“-Kinogeschichte, bedenkt man, dass der erste Teil bereits 2002 und der letzte Teil 2016 produziert wurden. 14 Jahre Zombies, Mutanten und eine unermüdlich kämpfende Heldin gilt es hier also zu bestaunen – und den Aufstieg und Fall der Umbrella Corporation zu verfolgen.

Aufstieg und Fall der Umbrella Corporation

Das alles nimmt seinen Anfang im ersten Teil der Reihe, der schlicht „Resident Evil“ genannt wurde. Ihm schließen sich „Resident Evil: Apocalypse“, „Resident Evil: Extinction“, „Resident Evil: Afterlife“, „Resident Evil: Retribution“ und „Resident Evil: The Final Chapter“ an.

Jeder Teil weist dabei seine ganz eigene Kulisse sowie Atmosphäre auf und besitzt außerdem einen stets passenden, oft stimmungsvollen und insgesamt herausragenden Soundtrack. Doch nicht immer wird auch die Handlung in relevanter Art vorangetrieben.

Teil 1 – Resident Evil

Verantwortlich für den Start der Realfilmreihe zeichnet Regisseur Paul W. S. Anderson.

Auf ca. 100 Minuten hält er sich (inhaltlich als auch einzelne Elemente betreffend) nah an der Originalvorlage, dem Computerspiel, fügt diesem jedoch eine neue Story hinzu. Ein Umstand, der seine filmische Adaption sowohl für „Resident Evil“-Zocker interessant macht, als auch für jene, die das Spiel nicht kennen, dafür aber Spaß an etwas Zombie-Action haben.

Diese gibt es bereits im ersten Teil nicht zu knapp; einige nette Schockmomente und unvergessliche Szenen inklusive.

Teil 2 – Resident Evil: Apocalypse

Im zweiten Teil ist Paul W. S. Anderson zwar weiterhin für das Drehbuch zuständig, die Regie übernimmt nun aber Alexander Witt. Er knüpft an die Arbeiten seines Vorgängers gelungen an und weiß das bis dato im „Hive“ platzierte Geschehen an die Oberfläche zu holen.

Seit dem Ausbruch des T-Virus ist die menschliche Zivilisation fast vollständig ausgerottet. Immer wieder überrennen Horden blutdürstender Untoter Städte und Metropolen und machen die letzten Überlebenden zu ihresgleichen. 

Tödliche Monster und entstellte Mutationen machen in dieser postapokalyptischen Welt Jagd auf die wenigen noch verbliebenen Menschen. Eine der Überlebenden, Alice (Milla Jovovich), setzt sich unermüdlich gegen den übermächtigen Feind zur Wehr – immer mit dem Ziel, die letzten Überlebenden zu finden und die Drahtzieher der Katastrophe zu vernichten. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Mitstreitern zieht sie in den Kampf, die Menschheit vor der absoluten Vernichtung zu bewahren.

Mit „Resident Evil: Apocalypse“ betreten Figuren wie Zuschauer diese postapokalyptische Welt, die durch Witt stimmungsvoll, dunkel und bedrohlich in Szene gesetzt wird.

Teil 3 – Resident Evil: Extinction

Es folgt mit „Resident Evil: Extinction“ unter der Regie von Russell Mulcahy der dritte und zugleich auch schwächste Teil der bisherigen (und weiter wachsenden) Trilogie.

Viele Ideen wiederholen sich und verlieren dadurch an Reiz. Das Wüsten-Setting ist anders, tritt aber im weiteren Verlauf der Filmreihe (unlogischerweise) nicht mehr auf. Anders die hier neu eingeführten Figuren, auf die man teilweise an späterer Stelle noch einmal treffen wird. Die Handlung als solche tritt indes ein wenig auf der Stelle, während sich auch inhaltlich aus diesem Teil nicht viele neuen Erkenntnisse ergeben.

Insgesamt wirkt „Extinction“ damit alles in allem etwas „außer der Reihe“ und teils gar lückenfüllerartig respektive entbehrlich.

Teil 4 – Resident Evil: Afterlife

Umso besser, dass fortan erneut Regisseur Paul W. S. Anderson (bis einschließlich zum Final-Teil) das Ruder wieder in die Hand nimmt. Oder doch nicht?

Zunächst einmal punktet „Resident Evil 4“ mit einer kalten, modernen Sci-Fi-artigen Inszenierung, die sich auch im Soundtrack widerspiegelt. Definitiv eine willkommene Abwechslung zum Wüsten-Szenario zuvor.

Der sowohl in 2D als auch in 3D abspielbare Film lebt von seiner alles andere dominierenden Action. Jene drängt sogar die Zombies – trotz weiterer neuer Zombiearten – mehr und mehr in den Hintergrund; das alles wohl, um den 3D Effekt auszunutzen und den Zuschauern diesbezüglich einiges an sehenswertem Spektakel zu bieten.

Indem „Afterlife“ – anders als die Teile 1 bis 3 – mit einem Cliffhanger endet und somit keinen wirklichen Abschluss bietet, ist Teil 5 quasi ein Muss.

Teil 5 – Resident Evil: Retribution

Dieser (ebenfalls als 2D- und 3D-Fassung vorhanden) wartet mit einem neuen „Intro“ auf, indem diese gesamte Sequenz erstmals rückwärts abgespielt wird.
Dem schließt sich ein gut zusammengefasster (erzählerischer und visueller) Rückblick aus allen bisherigen Teilen an.

Wieder einmal hält auch Teil 5 neue mutierte Super-Zombies, die immer krasser, größer und unverwundbarer werden, bereit. Sie sorgen zwar für einige Schauwerte; die „normalen“ Zombies bleiben jedoch auch dieses Mal wieder vermehrt im Hintergrund. Trotzdem liegt der Fokus deutlich bzw. ausschließlich auf Action – leider auf Kosten des Inhalts respektive der Handlung, die hier abermals nicht vorangetrieben wird. Mehr noch bleiben sogar viele Entwicklungen unerklärt, wodurch einige offene Fragen entstehen und manche Handlung nicht plausibel oder nachvollziehbar erscheint. Logische Ungereimtheiten inklusive.

Teil 6 – Resident Evil: The Final Chapter

Nachdem auch Teil 5 mit einem Cliffhanger endete, ist hinter Teil 6 nun ein episches Finale zu vermuten. Entgegen dieser Erwartung knüpft „The Final Chapter“ allerdings nicht an besagten Cliffhanger an. Die erhoffte Schlacht, die sich dort angekündigt hat, bleibt zunächst aus.

Stattdessen metzelt sich Milla Jovovich als Protagonistin Alice auf ein Neues im Alleingang durch die apokalyptische Welt, in der es trotz weniger Überlebender dennoch an erneutem Verrat nicht mangelt. Schwerlich vermisst man indes einige spurlos verschwundene Figuren, die definitiv noch nicht das Zeitliche gesegnet haben und dennoch ohne nähere Erklärung nicht mehr auftauchen. Offen bleiben auch im finalen Kapitel noch einige Fragen – wenn nicht sogar noch neue aufgeworfen werden.

„Resident Evil“ wird alles in allem ab Teil 4 mehr und mehr zu einer Monster-Action-Filmreihe statt eine Zombie-Hexalogie zu bleiben und verliert scheinbar selbst ein wenig den Überblick über die Handlung.

Fazit

Nun mag man über die einzelnen Teile streiten wie man möchte, Fakt ist aber, dass sowohl Fans der Reihe als auch Freunde gut gemachter Zombie-Filme mit der Blu-ray Box – auch bezüglich des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses – voll auf ihre Kosten kommen werden. Die Verpackung ist zwar nicht allzu stabil, dafür aber äußerst platzsparend. Sieht man vom obligatorischen Wendevcover einmal ab, gibt es jedoch leider kein Booklet o.ä. haptischen Extras.

Trailer

Details

Sprache und Tonformat: Teil 1-5 = Deutsch DTS-HD 5.1 / Englisch DTS-HD 5.1 / Audiokommentare | Teil 6 = De/En DTS-HD 7.1 / Deutsch Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch UT für Hörgeschädigte
Bildformat: Teil 1 = 1.85:1 in 16:9 | Teil 2-6 – 2.40:1 in 16:9
Anzahl Disks: 6
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Constantin Film
Erscheinungstermin: 03.09.2020
Produktionsjahr: Teil 1 = 2002 | Teil 2 = 203 | Teil 3 = 2007 | Teil 4 = 2010 | Teil 5 = 2012 | Teil 6 = 2016
Spieldauer: Teil 1 = ca. 100 Min. | Teil 2 = ca. 98 Min. | Teil 3 = ca. 93 Min. | Teil 4 = ca. 97 Min. | Teil 5 = ca. 96 Min. | Teil 6 = ca. 107 Min.
Extras: Über 300 Minuten Bonusmaterial

Copyright Cover: Constantin Film



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde