Review

Alter Haudegen

Fast vierzig Jahre nach „Rambo: First Blood“ kehrt Sylvester Stallone mit „Rambo: Last Blood“ ein fünftes und letztes Mal in seine ikonische Rolle des Kriegsveteranen John Rambo zurück. Neben der legendären Rolle des Boxers Rocky Balboa die zweite Rolle seines Lebens.

Den Abschluss der Rambo-Filmreihe inszeniert Regisseur Adrian Grünberg, ein recht unbeschriebenes Blatt. Und so durfte man gespannt sein, ob der letzte Rachefeldzug der Ein-Mann-Armee an vergangene Erfolge anknüpfen kann.

Inhalt

Der Vietnamveteran John J. Rambo (Sylvester Stallone) lebt mittlerweile zurückgezogen auf der abgelegenen Farm seiner verstorbenen Eltern. Statt großer Schlachten widmet sich der frühere Elitekrieger nunmehr der Pferdezucht. Bei ihm lebt Maria (Adriana Barraza), die schon die Haushälterin seiner Eltern war, sowie sporadisch noch deren Enkelin Gabrielle (Yvette Monreal). Zu der jungen Frau pflegt Rambo ein väterliches Verhältnis.

Trotz ihrer liebevollen Beziehung zum Ziehvater möchte Gabrielle unbedingt ihren leiblichen Vater kennenlernen. Entgegen der Ratschläge ihrer Familie begibt sich das Mädchen über die amerikanische Grenze nach Mexiko. Sie kehrt allerdings nicht zurück. Und so betritt Rambo erneut den Pfad der Gewalt, um Jagd auf die Martinez-Brüder (Sergio Peris-Mencheta; Óscar Jaenada) zu machen.

Einschätzung

Das Bild, das Hollywood derzeit von Mexiko zeichnet, ist ein bedenkliches und ein charakteristisches Symbol für die Stimmung im Lande unter Präsident Trump. Was der Russe in den Filmen der 80er war, das ist nunmehr offenbar der Mexikaner. Blutiger Drogenkrieg oder – wie hier – Frauenhandel mithilfe von Gewalt, Bedrohung oder Drogen.

Unabhängig davon, ob hinter diesen Problemen im Land ein wahrer Kern steckt, so ist es doch auffällig, wie oft Mexiko derzeit zum Schauplatz von menschenverachtender Action stilisiert wird. Das Ganze vermittelt einen Hauch von Propaganda in Bezug auf die Grenzmauer.

Erfreulich ist indes, dass es Sylvester Stallone nach „Creed – Rocky’s Legacy“ auch hier gelingt, in seiner ikonischen Rolle auch schauspielerisch zu überzeugen. Er verleiht der Figur Rambo große Tiefe und Verletzlichkeit. Merkmale, die die Zuschauer seit dem ersten Teil der Reihe nur noch selten zu Gesicht bekommen haben. Den bloßen Wunsch des einstigen Elitekämpfers nach Abgeschiedenheit, Familie und Rückzug arbeiten Darsteller und Regisseur mit viel Feingefühl heraus.

Im Übrigen wirkt die Handlung wie am Reißbrett entworfen. Das Geschehen schreitet schnörkellos und ohne größere Überraschungen voran. Zur Ehrenrettung muss man allerdings sagen, dass dies auch keine Eigenschaften sind, die die Rambo-Reihe im Allgemeinen auszeichnen. Im Prinzip erwartet das Publikum nichts anderes als Rambos brutalen Kreuzzug gepaart mit Rasanz und schnörkelloser Action.

Rambo (Sylvester Stallone) führt auch in „Rambo: Last Blood“ einen gnadenlosen Krieg gegen das Verbrechen. (Copyright: Universum Film GmbH)

Und spätestens zum Showdown auf der einsamen Farm holt der Film wirklich alles aus seiner FSK 18-Freigabe heraus. Hier wird ein unfassbar brutales und blutiges Gewaltgewitter entfacht. So etwas hat es im Rahmen einer Hollywood Mainstream-Unterhaltung womöglich noch nie gegeben.

Sehr unpassend wirkt es leider, wenn der rachehungrige Albtraum der Kriminellen zum fröhlichen Gemetzel nebenbei die Musik einschaltet. Ein echter Stimmungskiller, mit dem sich die Inszenierung überhaupt keinen Gefallen getan hat.

Fazit

„Rambo: Last Blood“ macht den Titelhelden gekonnt zum knallharten und hasserfüllten Verbrecherjäger wider Willen. Das Drehbuch ist ausgesprochen dünn, doch die Action ist gnadenlos und die Arbeit an der Figur überraschend einfühlsam.

Der Film ist sicherlich nicht so schlecht wie sein Ruf.

Trailer

Inhalt

John Rambo (Sylvester Stallone) hat viele große Schlachten in seinem Leben geschlagen – nun soll endlich Schluss sein. Zurückgezogen lebt der Kriegsveteran inzwischen auf einer abgelegenen Farm in Arizona. Doch der einstige Elitekämpfer kommt nicht zur Ruhe. Als die Enkelin seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza) verschleppt wird, begibt sich Rambo auf eine Rettungsmission jenseits der amerikanischen Grenze nach Mexiko. Schon bald sieht er sich dort einem der mächtigsten und skrupellosesten Drogenkartelle gegenüber. Die vielen Jahre im Kampf mögen Rambo gezeichnet haben, aber sie haben ihn nicht weniger gefährlich gemacht.

(Quelle: LEONINE)

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Details

Format: Breitbild
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: LEONINE
Erscheinungstermin: 31.01.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 101 Minuten
Extras: Drawing Last Blood, From First Note to Last Blood

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)