Review

Mit „Prospect“ erscheint bei capelight pictures ein Science-Fiction-Thriller der etwas anderen Art.

Das Spielfilmdebüt der Regisseure Chris Caldwell und Zeek Earl setzt auf Atmosphäre denn auf Action und dürfte damit ein Indie-Film sein, der nicht jedem gefallen wird. Fans anspruchsvoller Sci-Fi sollen laut Infoschreiben während der Gesamtlaufzeit von knapp 100 Minuten auf ihre Kosten kommen, doch allzu anspruchsvoll wie verheißen worden ist, fällt „Prospect“ leider nicht aus.

Mit stimmungsvoller Musik und atmosphärischen Bildern beginnt der Film, der dadurch zunächst reichlich Spannung erzeugt. Lange passiert dann aber nicht viel, denn auf sehr ruhige, entschleunigte Art entfaltet sich eine Handlung, die das Interesse der Zuschauer nur bedingt aufrechthalten kann. Es entscheidet sich somit bereits binnen der ersten Minuten, ob „Prospect“ der richtige Film für einen ist.

Der Inhalt

Bleibt man am Ball, nimmt man teil an einem Survival-Abenteuer von Protagonistin Cee (Sophie Thatcher).

Gemeinsam mit ihrem Vater begibt sie sich zu einem abgelegenen Mond, um die Bodenschätze des fremdartigen Himmelskörpers abzubauen. Ihr Weg führt sie in die Tiefen eines toxischen Waldgebiets, doch es gibt noch andere, die in dieser Wildnis nach dem großen Fund suchen. Ob Freund oder Feind ist schnell ausgemacht – und so fällt die Screentime von Vater Damon (Jay Duplass) aufgrund eines schnellen Ablebens eher gering aus.

Auf sich allein gestellt, bildet sie schließlich mit dem Mörder ihres Vaters, Ezra (Pedro Pascal), eine Zweckgemeinschaft. Gemeinsam begeben sie sich sowohl auf die Suche nach den erhofften Reichtümern als auch nach einem Ausweg, der sie von diesem Ort wegführen wird.

Überschaubar

Was spannend klingt, bleibt inhaltlich jedoch sehr oberflächlich. Schauplatz, Charakterentwicklungen und -anzahl, Action und Handlung gestalten sich äußerst überschaubar. Selbst die Klassifizierung als Science-Fiction Film erscheint austauschbar. In all diesen Belangen vermisst man stets Tiefe und Aussagekraft, die stattdessen in die Atmosphäre von „Prospect“ gesteckt wurde.

Sophie Thatcher als Cee im Sci-Fi-Thriller „Prospect“. (Copyright: capelight pictures)

Dies mag u.a. dem geringen Budget geschuldet sein. Dennoch muss man dem Film zugutehalten, dass – gerade was die dichte Atmosphäre angeht – mit wenigen respektive einfachen Mitteln, die auch im Bonusmaterial ersichtlich werden, doch viel erreicht wurde. Wer daher mehr Wert auf Bildsprache (immer gut unterlegt durch passende, stimmungsvolle Musik) als auf inhaltliches Fundament legt, der dürfte sich an den Aufnahmen erfreuen können.

Die Schauspieler – allen voran Sophie Thatcher und Pedro Pascal – machen ihre Sache ebenfalls gut, das Potenzial ihrer Figuren bleibt jedoch unausgeschöpft. Diesbezüglich hätte es nicht geschadet, auch den Charakterdarstellungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, wodurch die Schauspieler ihr Können dann weitaus besser hätten zeigen können.

Fazit

Alles in allem ist „Prospect“ – wie bereits erwähnt – nicht für jeden der richtige Film. Beinahe kunstvoll kommt die Indie-Produktion daher. Wer dem gegenüber aufgeschlossen ist, sollte einen Blick riskieren, um einen ruhigen Fernsehabend zu erleben.

Trailer

Handlung

Niemand überlebt allein.

Cee reist mit ihrem Vater zu einem abgelegenen Mond, in der Hoffnung, ihrem Nomadenleben endlich eine Wendung zu geben. Die beiden haben sich eine Lizenz zur Ernte der Bodenschätze des fremdartigen Himmelskörpers gesichert, die in den Tiefen eines toxischen Waldgebiets versteckt liegen. Sie planen, so viel davon aus dem Orbit zu schaffen, wie sie nur finden können, und machen sich auf die Suche nach einer besonders ergiebigen Quelle. Doch es gibt noch andere, die in der Wildnis nach dem großen Fund suchen. Als Cee Bekanntschaft mit einem Fremden macht, wird die Jagd nach Reichtümern bald zu einem Kampf ums nackte Überleben …

(Quelle: capelight pictures)

Details

Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: capelight pictures
Erscheinungstermin: 26.07.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 100 Minuten
Extras: Audiokommentar der Regisseure / Behind the Scenes / Die Gestaltung von „Prospect“ / „Inside Prospect“ / Featurettes / Entfallene Szenen / Kinotrailer

Copyright Cover: capelight pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde