Review

So ganz wird Jason Priestley sein „Alter Ego“ Brandon Walsh aus „Beverly Hills, 90210“ selbst nach inzwischen mehrfach ausgezeichneten Schauspielererfolgen, Regisseur-Tätigkeiten und Abreiten als Produzent nicht los. Auch nicht mit der Rolle des smarten Matt Shade in der kanadischen TV-Serie „Private Eyes“, in der er sich an der Seite von Schauspielerin Cindy Sampson (als Angie Everett) vom Ex-Eishockey-Profi zum Privatdetektiv hocharbeitet.

In Deutschland liegt nun die erste Staffel dieser Krimiseriebasierend auf dem Roman „The Code“ von G.B. Joyce, für das Heimkino vor. Jene umfasst insgesamt zehn Folgen und laut Vorabinformation sollen dabei vor allem Fans von Formaten wie „Castle“, „The Mentalist“, „Bones“, „Body of Proof“, „Hart, aber herzlich“ oder „Remington Steele“ auf ihre Kosten kommen.

Rezeptzutat: Ermittlerduo als Sympathieträger

Tatsächlich haben alle Serien gemein, dass ihnen ein markantes Ermittlerduo vorsteht. Auch „Private Eyes“ bedient sich der bekannten wie beliebten Zutat eines ungleichen Paares, sodass in den folgenden Staffeln Luft für eine etwaige Romanze als Nebenhandlung nach oben offenbleibt. Bis dato beschränkt sich die erste Staffel aber eher auf die Entstehung dieses Ermittlerpaares und die dafür inszenierten Kriminalfälle.

An Unterhaltung mangelt es dabei nicht, denn gerade die Konstellation à la „wie Hund und Katze“ eignet sich hervorragend für die Integration einer auflockernden Prise Humor. Inmitten von gezähmter Action, mal mehr und mal weniger geschickten Observierungen und einem Hauch Spannung kommen die humorvollen Spitzen der Serie insbesondere in dynamischen Dialogen, verbalem Schlagabtausch und situationskomischen Szenen zustande. Dabei werden dem Zuschauer die beiden Protagonisten immer sympathischer. Es entsteht eine Distanz überwindende Bindung, die schon nach wenigen Folgen die Neugier und Lust auf eine weitere Staffel weckt.

Auf Deutsch

Während schauspielerisch solide abgeliefert wird, wirkt die deutsche Synchronisation von Matt Shade, gesprochen von Jaron Löwenberg, oft und gerade in den eher cool und lässig gespielten Szenen zu emotions-, ausdrucks- und leidenschaftslos. Hier hätte etwas mehr Leidenschaft gut getan.

Treffsichere Musikauswahl

Angie Everett (Cindy Samspon) und Matt Shade (Jason Priestley) als Privatdetektivduo in „Private Eyes – Staffel 1“ (Copyright: Edel:Motion)

Auf den Punkt und nicht besser treffen hätte man es hingegen mit dem Titelsong zur Serie. Die Electro-Rock-Band Dear Rouge covert dafür den namensgebenden Track „Private Eyes“, der ursprünglich von Daryl Hall & John Oates 1981 veröffentlicht wurde. Darüber hinaus stellen auch die übrigen Titel zur Untermalung der Serie eine treffsichere Musikauswahl dar.

Abendliche TV-Berieselung

Was die Macher, gleichzeitig auch die Regisseure von Erfolgsserien wie „Criminal Minds“, „Queer as Folk“, „Vikings“, „Falling Skies“ und „Dexter“ bei ihrer Detektivserie „Private Eyes“ jedoch bislang vernachlässigen, sind die Fälle betreffende Highlights. Obschon man sich hier nicht auf reine Observierungen von potenziellen Fremdgehern oder allzu konstruierte Verbrechen konzentriert, und damit auch nicht schablonenhaft die Klischeeschublade bedient, wirkt „Perfect Eyes – Staffel 1“ (noch) eher wie eine herkömmliche Abendserie ohne nennenswerte Ecken und Kanten. Unterhaltsam kann sich der Zuschauer daher von den Folgen berieseln lassen, findet sogar Gefallen an Figuren und Idee, das gewisse Etwas hätte jedoch weitaus intensiver herausgearbeitet werden können. Eine Steigerung ist möglich, denn die Serie wurde bereits um eine dritte Staffel verlängert.

Trailer

Handlung

Ex-Eishockey-Profi Matt Shade (Jason Priestley) arbeitet mittlerweile als Talent Scout. Als sein Hoffnungsträger einem Sabotage-Akt zum Opfer fällt, versucht Shade mithilfe der toughen Privatdetektivin Angie Everett (Cindy Sampson) den Täter zu überführen. Obwohl bereits beim ersten Zusammentreffen der beiden die Fetzen fliegen, raufen sie sich zusammen und stürzen sich in ihren Fall – Adrenalinrausch inklusive!

Bereits auf dem Eis hat Shade gelernt, sich durchzusetzen, in Menschen hineinzuschauen und ihr Handeln vorherzusehen – Fähigkeiten, die ihm auch bei seiner neuen Aufgabe helfen. Angie hat die Agentur ihres Vaters nach dessen Tod übernommen und setzt alles daran, sein Vermächtnis zu bewahren. Sie liebt es, Strategien zu entwickeln und Pläne zu schmieden. Shade hingegen verlässt sich eher auf sein Bauchgefühl. Mit ihren komplett unterschiedlichen Herangehensweisen geraten die beiden als ungleiche „Partners in Crime“ immer wieder aneinander. Doch ihnen wird klar, dass sie viel voneinander lernen können. Und so gelingt es beiden, Everett Investigations zu einer Privatdetektei zu machen, mit der man rechnen muss.

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

DVD 01
01 Der Kodex
02 Alles an seinem Platz
03 Volltreffer
04 Spielplatz des Teufels

DVD 02
05 Poesie der Straße
06 Speed-Dating mit Folgen
07 Karaoke – Wer singt, stirbt!
08 Schrödingers Katze

DVD 03
09  Hokus Pokus Verschwindibus
10 Es bleibt in der Familie

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 17.08.2018
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 443 Minuten
Extras: 4-teilige Webisode „Vertrauensprobleme“ / 4 Featurettes über die Darsteller und ihre Rollen

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde