Review

Mit „Ploey – Du fliegst niemals allein“ kommt via Koch Media ein neuer Animationsfilm ins Heimkino.

Die Macher, die auch für den Genre-„Kollegen“ „Thor – Ein hammermäßiges Abenteuer“ verantwortlich sind, greifen dabei auf bewährte Zutaten zurück. Niedliche Figuren, ein Hauch von Abenteuer und allseits beliebte Themen wie Freundschaft, Selbstvertrauen und Mut sind die Hauptmerkmale des Films, der die Geschichte des kleinen Goldregenpfeiferkükens Ploey erzählt.

Handlung

Jener Titelheld wird beim alljährlichen Flug gen Süden versehentlich zurückgelassen. Es ist nun an ihm, sich sowohl der nahenden Kälte als auch des Fressfeinds, Falke Shadow, zu erwehren.
Bei seinen Strapazen, die ihn in das wärmere Paradise Valley führen sollen, erhält Ploey Unterstützung durch eine bunte tierische Schar, die ihn zur Selbstständigkeit verhilft und ihn seine Ängste überwinden lässt.

Zielgruppe: junge Zuschauer

Schnell wird beim Schauen deutlich, dass sich der Animationsfilm vor allem an ein jüngeres Publikum wendet. Entsprechend kindgerecht fällt „Ploey – Du fliegst niemals allein“ hinsichtlich der Charaktere, der Optik, der Handlung und der Sprache aus.

Dies jedoch nicht immer positiv.

Kritikpunkte

Denn u.a. fällt die uneinheitliche Darstellung der Tiere auf. Diese vermittelt den Eindruck, als hätten sich die kreativen Köpfe hinter „Ploey – Du fliegst niemals allein“ nicht entscheiden können, wie man die Figuren anlegen möchte. Soll es ein Tierfilm sein oder sollen sich die Tiere wie Menschen verhalten? Das Ergebnis ist ein Kompromiss aus beidem, sodass einige Vierbeiner „naturgetreu“ auf allen Vieren laufen, das Schaf wiederum nur auf zwei Beinen durch den Film spaziert.

Als ebenso wenig entschlussfreudig erweist sich das erdachte Abenteuer, das Ploey über eine Gesamtspielzeit von 83 Minuten erlebt. Während man dem finalen „Showdown“ viel Zeit gibt, zieht sich der Weg dorthin etwas in die Länge. Dies liegt sowohl an vorhersehbaren Momenten als auch an eher einfallslosen Ideen, die den meisten bereits aus anderen Animationsfilmen bekannt sein dürften.

Die Spannung hält sich damit in Grenzen. Vielmehr stehen die Ernsthaftigkeit und die Botschaften des Films im Mittelpunkt. Das führt gleichzeitig dazu, dass es an humorvollen Szenen mangelt. Stattdessen konfrontiert „Ploey – Du fliegst niemals allein“ den Zuschauer häufig mit überraschend seriösen und ernsten Sequenzen, die im Gegensatz zum meist fröhlich und oft farbenfroh visualisierten Setting stehen.

Entschädigung durch Niedlichkeiten

An Niedlichkeiten spart man nicht im Animationsfilm „Ploey – Du fliegst niemals allein“ (Copyright: Koch Media GmbH / GunHil, Cyborn)

Das alles entschädigen allerdings die niedlichen Charaktere – allen voran die Inszenierung der Küken und Spatzen – ein wenig. Große Augen, runde, gedrungene Formen und liebenswerte detailreiche Attribute sorgen für Hingucker.

Einseitige Dialoge & Synchronisation

Über die Sprachausgabe täuscht der Niedlichkeitsfaktor dann aber leider nicht hinweg. Während die Dialoge mäßig sinnvoll ausfallen, zeigt sich die Synchronisation des Protagonisten mit seinen ständigen Seufzern und erschrockenem bzw. verwundertem Stöhnen sehr einseitig. Dies zerrt im Filmverlauf dann gerne auch mal an den Nerven der (erwachsenen) Zuschauer. Etwas mehr Motivation und Variation wären diesbezüglich wünschenswert gewesen.

Fazit

Es gibt bessere, aber auch schlechtere Filme in diesem Genre. Eine schönere Variante des zurückgelassenen Vogels liefert beispielsweise „Gans im Glück“, dessen Verhältnis zwischen Ernsthaftigkeit, Humor und Moral definitiv ausgewogener ausgefallen ist als in „Ploey – Du fliegst niemals allein“.

Trailer

Handlung

Der junge Goldregenpfeifer Ploey träumt davon, einmal den Schwarm seiner Artgenossen in Richtung Süden anzuführen – so wie sein Vater. Doch als die Zugvögel kurz vor dem Wintereinbruch losfliegen, bleibt der verspielte kleine Vogel versehentlich zurück. Um der Kälte und dem gefährlichen Falken Shadow zu entfliehen, begibt sich Ploey auf eine abenteuerliche Reise ins sagenumwobene Paradise Valley, das im Herzen des Berglands liegt. Auf seinem Weg trifft der Jungvogel viele neue Freunde, die ihm dabei helfen, endlich flügge zu werden.

(Quelle: Koch Films)

Details

Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 28.02.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 83 Minuten
Extras: Trailer

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde