Review

Mit Peppermint – Angel of Vengeance“ kehrt Jennifer Garner nach etlichen Jahren zum Genre des Action-Thrillers zurück. Ob der Rache-Thriller von Regisseur Pierre Morel zu überzeugen vermag, erfahrt ihr in unserer Review.

Jennifer Garner als Racheengel

Um seiner Familie ein besseres Leben ermöglichen zu können, denkt Familienvater Chris North (Jeff Hephner) darüber nach, gemeinsam mit einem Arbeitskollegen den Gangsterboss Diego Garcia (Juan Pablo Raba) um Geld zu erleichtern. Im letzten Moment sagt er den Coup aus Sorge um Frau und Kind allerdings ab. Doch zu spät: Garcia hat von dem geplanten Überfall Wind bekommen und will ein Exempel statuieren. Vor den Augen der liebevollen Mutter Riley North (Jennifer Garner) werden ihr Ehemann und ihre Tochter kaltblütig hingerichtet. Im Anschluss daran versagt der Rechtsstaat auf ganzer Linie und besticht durch Tatenlosigkeit und Korruption. Desillusioniert taucht Riley North zunächst unter. Eines Tages soll sie jedoch zurückkehren.

Allerdings ist die liebevolle Mutter von einst Geschichte. Riley North begibt sich auf einen blutrünstigen Rachefeldzug und kehrt als Racheengel wieder

Vom Regisseur von >96 Hours: Taken<

„Das System hat versagt. Sie nicht.“ So bewirbt sich Peppermint – Angel of Vengeance“ auf dem Cover der Blu-ray selbst. Und tatsächlich könnte man vorliegend nach der Inhaltsangabe auch den nächsten Actioner mit einem angegrauten Liam Neeson in der Hauptrolle erwarten. Hier ist es allerdings Jennifer Garner in der Hauptrolle, die in diesem Rache-Thriller als gnadenlose Kampfmaschine auftrumpfen möchte.

Leider gelingt das nur ausgesprochen mäßig, wobei das nicht an der schauspielerischen Leistung der Hauptdarstellerin liegt.

Selbstjustiz-Thriller ohne Esprit

Pierre Morels neuester Streich, dem das Drehbuch von Chad St. John zugrunde liegt, läuft unglaublich schematisch und vorhersehbar ab. Zu keiner Zeit hält der Thriller einen Twist oder eine überraschende Wendung bereit. Stattdessen ist hier von vornherein klar, worauf die spärliche Handlung hinauslaufen wird. Dazu gesellt sich noch das Problem, dass sämtliche Figuren und Konflikte in dem Film derart lieblos, formelhaft und klischeebeladen abgefrühstückt werden, dass es dem Zuschauer schwerfällt, sich wirklich auf die tragische Geschichte der leidenden Mutter einzulassen.

Insbesondere aber ist hier keine differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema der Selbstjustiz gefragt. Die Figurenzeichnung macht dem Publikum von Beginn an mehr als deutlich, wem vorliegend uneingeschränkt die Sympathien gelten sollen, und bedient sich dabei einer derart klaren und plumpen Schwarz-Weiß-Zeichnung, dass es schon ermüdend ist.

Solide Actionszenen 

Nicht so schlimm, könnte der geneigte Freund des Action-Kinos nun sagen, solange zumindest die Actionszenen einen gewissen Adrenalinrausch bieten. Und ja, die Actionszenen sind grundsolide und hier und da auch mal furios inszeniert. Alles in allem bietet der Film aber auch in diesem Segment eher Durchschnittskost, was bei einem derart dünnen Drehbuch schwerwiegt.

Jennifer Garner als Racheengel Riley North in „Peppermint – Angel of Vengeance“ (Copyright: Universum Film)

Ein John Wick etwa hält sicherlich auch nur eine bescheidene Story bereit, glänzt dann aber doppelt in seiner Paradedisziplin.

Das alles ist vor allem deshalb so bedauerlich, da Garner bei ihrem Comeback auf blutigem Rachefeldzug gänzlich überzeugt. Ihr glaubwürdiger Einsatz als leidgeprüfte Mutter und gnadenlose Kampfmaschine gleichermaßen ist in diesem klischeebeladenen und am Reißbrett entworfenen Thriller schlechterdings verschenkt.

Fazit

Ein Rache-Thriller, der sich völlig ungeniert sämtlicher Stereotype des Genres bedient, mit einer ausgesprochen plumpen Figurenzeichnung daherkommt, aber immerhin mit einer Jennifer Garner aufwarten kann, die alles für ihre Rolle gibt.

Wer Filme wie „96 Hours“, „John Wick“ oder auch „Gesetz der Rache“ mag, darf dem Action-Happen für zwischendurch durchaus eine Chance geben.

Trailer

Inhalt

Nach einem brutalen Überfall auf ihre Familie, bei dem ihr Mann und ihre Tochter ums Leben kommen, liegt Riley North (Jennifer Garner) im Koma. Aus diesem erwacht, muss sie feststellen, dass von Polizei und Justiz keinerlei Hilfe zu erwarten ist, sondern die Mörder stattdessen sogar gedeckt werden. Voller Wut, Schmerz und Verzweiflung beschließt Riley, die Gerechtigkeit in die eigene Hand zu nehmen. Fünf Jahre lang verschwindet sie von der Bildfläche und bereitet sich auf einen unaufhaltsamen Rachefeldzug vor – die einst gesetzestreue Bürgerin wird zur urbanen Guerillakämpferin, die im von Korruption und Kartell-Kriminalität zersetzten L.A. unerbittlich aufräumt. Unterwelt, Polizei und FBI ist sie immer einen Schritt voraus und serviert dabei ihre ganz persönliche Art der Vergeltung …

(Quelle: Universum Film)

Peppermint – Facebook

Details

Format: Breitbild
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 12.04.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 101 Minuten
Extras: Interviews mit Cast & Crew / Featurette: Justice / B-Roll

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)