Review

Teenager-Komödie, (Mystery-)Thriller, Science-Fiction und (ich würde sogar behaupten) Drama sind die Genres, die der Film „Party Invaders“ unter der Regie von Dennis Iliadis in seiner Entwicklung auf 96 Minuten streift.
Zeitreise-Motive, Doppelgänger-Phänomene, Existenzangst, die Tiefen der menschlichen Psyche und die Frage nach dem Sein und dem „was wäre, wenn“ sind hingegen die Inhalte, die „Party Invaders“ thematisiert.
In Anbetracht der recht knappen Laufzeit ist dies reichlich viel, was dem Zuschauer geboten werden soll. Entsprechend enttäuscht könnten jene Konsumenten sein, die all diese Genres und Themen gleichermaßen vertieft erleben wollen.

Ausgelassene Partystimmmung. Nur wer feiert hier? Die "Originale" oder die Doppelgänger? (Copyright: Universum Film)

Ausgelassene Partystimmmung. Nur wer feiert hier? Die „Originale“ oder die Doppelgänger? (Copyright: Universum Film)

Oberflächlich bleibt „Party Invaders“ allerdings auch nicht, denn immer wieder regt der Film zum Nachdenken an.
Zugegeben, noch nicht am Anfang, denn einer Teenie-Komödie gleich bietet die erste Hälfte des Streifens „American Pie“-Niveau inklusive reichlich nackter Teenager-Haut, verbunden mit einer ausgiebigen Partykulisse. Auch die typischen Beziehungsprobleme bleiben nicht außen vor.

Schnell erfasst das Publikum jedoch eine beklemmende Ahnung, denn man weiß schließlich, dass da noch mehr geboten wird als eine Art „Highschool-/College“-Film.
Und als dann ein Meteoriteneinschlag in die örtlichen Stromleitungen die übernatürlichen Elemente in den Film bringt, nehmen Spannung und Stimmung zu.

Gleichzeitig sollten ab sofort aber alle Logik-Fanatiker ihrem Hirn phasenweise eine Pause gönnen, denn Lücken und Logikfehler sind bei einer derart komplex angelegten Handlung, die sich nun zu entwickeln beginnt, unvermeidbar, zumal dem Zuschauer viel Freiraum für Eigeninterpretationen und Fantasie gelassen wird.

Das Übernatürliche hält Einzug. (Copyright: Universum Film)

Das Übernatürliche hält Einzug. (Copyright: Universum Film)

Mit Aufkommen der Doppelgänger und Zeitsprünge wird es dabei nicht nur für die Figuren, sondern auch für die Zuschauer immer konfuser, sodass man bei unkonzentriertem Schauen Gefahr läuft, den Überblick über die sich mehr und mehr rasant entwickelnde Handlung zu verlieren.
Dies und weitere vereinzelte Stellen hätte man zwar eleganter lösen können, trotzdem verfehlen sie ihre Wirkung nicht.
Das Nachdenken beginnt und die Fragerunde ist eröffnet: Was wollen die Doppelgänger? Steckt ein Plan hinter ihrem Auftreten? Gehen Gefahren von ihnen aus? Können sie mit den „Originalen“ koexistieren? Wer sind überhaupt die „Originale“ und wer ist der jeweilige Doppelgänger? Was passiert, wenn die unterschiedlichen Zeitebenen aufeinandertreffen? Dies und vieles mehr beschäftigt Figuren und Zuschauer gleichermaßen – auch lange über den Filmgenuss hinaus.

Lediglich sein Ende findet „Party Invaders“ – im Vergleich zur Ausführlichkeit des Beginns – ziemlich rasch. Vor allem die Schlüsselszenen und jene Sequenzen, welche Anspruch auf Tiefgang haben, sowie der „Showdown“ hätten nicht unbedingt intensiver, denn das, was man beispielsweise in der „Poolhouse“-Szene zu sehen bekommt, berührt und stimmt einen nachdenklich, aber ausführlicher ausfallen können.

David, Teddy und Allison sehen doppelt. (Copyright: Universum Film)

David, Teddy und Allison sehen doppelt. (Copyright: Universum Film)

Was die schauspielerische Leistung angeht, so gibt es wenig zu kritisieren. Vielmehr ist positiv hervorzuheben, dass die Figuren teilweise – und vor allem durch das Doppelgänger-Phänomen – ambivalent angelegt sind. Dies erfordert von den Schauspielern das Talent, quasi zwei Rollen in einer zu spielen, was Rhys Wakefield (bekannt u.a. aus „The Purge – Die Säuberung“) als David, Logan Miller (bekannt aus „Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen“) als Teddy und Ashley Hinshaw (bekannt aus „Der Übergang – Rites of Passage“) als Jill gut gelingt.

Alles in allem ist „Party Invaders“ einmal etwas ganz anderes, vielleicht sogar etwas ganz besonderes. Denn auf ungewöhnliche und innovative Art werden Genres und Themen miteinander verbunden, die wenig Platz für Klischees lassen, sieht man einmal von den Teenager-Komödienaspekt ab, der hier in typischem Maß ausgereizt wird und in den Film einleitet.

Trailer

Inhalt

David (Rhys Wakefield) und Teddy (Logan Miller) sind beste Freunde und auf dem Weg zur angesagtesten College-Party des Jahres. Beide haben eine Mission: David will sich mit seiner Freundin Jill (Ashley Hinshaw) versöhnen und Teddy versucht sein Glück, bei der heißesten Frau vom College zu landen. Doch während die Party in vollem Gange ist, geschieht etwas seltsames und jeder der Feiernden hat auf einmal einen Doppelgänger. Als sie auf ihre anderen Ichs treffen, beginnt die Situation langsam aber sicher außer Kontrolle zu geraten …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 15.08.2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 96 Minuten
Bonus: Making of  – Sushi Girl Revenge / Making of – Poolhouse Fight / Cast Auditions / Visual Effects / Make up / Trailer

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde