Review

Mit „Paradise Hills“ präsentiert Regisseurin Alice Waddington ihr Spielfilmdebüt – und tut dies auf eindrucksvolle Art.

Der Sci-Fi-Thriller setzt visuell ein Statement

Ihr dystopischer Sci-Fi-Thriller erinnert in seiner farbenfrohen, märchenhaften Art an Tim Burton-eske Arbeiten, darunter vor allem an seine Verfilmung von „Alice im Wunderland“. Inhaltlich hat „Paradise Hills“ jedoch – trotz bzw. abgesehen von seiner visuellen Aussagekraft – nichts mit dem bekannten Alice-Stoff zu tun, denn während Burtons (respektive Lewis Carrolls) Alice im Wunderland verweilt, plant Waddingtons Figur Uma (Emma Roberts) die Flucht aus ihrem scheinbaren Wunderland (so auch der Untertitel zum Film).

Zum Inhalt

Als Uma (Emma Roberts) allein auf einer exotischen Insel namens „Paradise“ aufwacht, ahnt sie schnell, dass der friedliche Schein hier trügt.

Unter der Leitung der „Herzogin“ (Milla Jovovich) dient Paradise Hills als ein Zentrum für emotionale Heilung, das nur privilegierten jungen Frauen vorbehalten ist. Doch hinter den rosafarbenen Wegen und dem märchenhaften Dekor lauert etwas Bedrohliches. Schon bald muss Uma um ihr Überleben kämpfen …

Hohe Frauenquote inmitten einer fantasievollen Kulisse

Die Handschrift einer Regisseurin ist nicht nur in der Dominanz der Frauenrollen ersichtlich. „Paradise Hills“ ist ein exzentrischer „Traum in (Weiß-)Rosa“, der in sich stimmig umgesetzt und hervorragend besetzt wirkt.

Emma Roberts (u.a. „NERVE“), Milla Jovovich (u.a. „Resident Evil“), Awkwafina, Danielle Macdonald (u.a. „Lady Bird“) und Eiza González (u.a. „Alita: Battle Angel“) stellen hier jegliche Frauenquote in den Schatten und spielen die männlichen Kollegen wie u.a. Jeremy Irvine (u.a. „Fallen – Engelsnacht“) an die Wand.

Ihr Schauspiel ist gebettet in eine (zugegeben recht einfach errichtete) Kulisse, durch die und in der das Geschehen vermehrt theatereske Züge annimmt.

Milla Jovovich als „Herzogin“ im dystopischen Sci-Fi-Thriller „Paradise Hills“. (Copyright: Koch Films)

Die Handlung als solche baut sich spannend und gelungen auf, sorgt mit einem gelungenen Kniff am Ende für eine überraschende „Auflösung“ und bietet zum Teil auch Momente, die zum Nachdenken anregen. Leider wirkt das Ganze aber teils nicht auserzählt genug.

All dies zusammengenommen führt dazu, dass „Paradise Hills“ polarisieren wird. Man wird ihn lieben oder gar nichts mit ihm anfangen können; ein Dazwischen gibt es eher nicht. Das schränkt die Zielgruppe zwar ein, bietet aufgeschlossenen Film-Fans allerdings einen knapp 95-minütigen Zeitvertreib, der definitiv anders ist und aus der Masse herausstechen kann.

Fazit

Wer ein Faible für moderne Märchen hat, starke Frauenfiguren auf dem heimischen Bildschirm bewundern möchte und bunter Sci-Fi-Exzentrik nicht abgeneigt ist, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.


Paradise Hills [Blu-ray]

Trailer

Handlung

Als Uma (Emma Roberts) allein auf einer exotischen Insel namens „Paradise“ aufwacht, ahnt sie schnell, dass der friedliche Schein hier trügt. Unter der Leitung der „Herzogin“ (Milla Jovovich) dient Paradise Hills als ein Zentrum für emotionale Heilung, das nur privilegierten jungen Frauen vorbehalten ist. Doch hinter den rosafarbenen Wegen und dem märchenhaften Dekor lauert etwas Bedrohliches. Schon bald muss Uma um ihr Überleben kämpfen.

(Quelle: Koch Films)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 2.00:1 (16:9)
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 28.01.2021
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 95 Minuten
Extras: Trailer, Bildergalerie, Featurettes

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde