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Die Zeitschleife im Film

Spätestens seit der großartigen Liebeskomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (Originaltitel: Groundhog Day) mit Bill Murray und Andie MacDowell erfreut sich das Stilmittel der Zeitschleife in Filmen größter Beliebtheit.

Seither gab es die Zeitschleife in unterschiedlichen Genres und Spielarten; wobei gerade in jüngerer Vergangenheit die Nachfolger wie Pilze aus der Erde schossen. Auf den ebenso komplexen wie beklemmenden Horror-Film „Triangle – Die Angst kommt in Wellen“ folgte z.B. der kommerziell und künstlerisch erfolgreiche Science-Fiction-Action-Film „Edge of Tomorrow“; in 2017 erschien ferner die Horrorkomödie „Happy Deathday“ und in 2019 die Fortsetzung „Happy Deathday 2U“; in jüngster Zeit gesellte sich noch der Actioner „Boss Level“ mit Frank Grillo und Mel Gibson hinzu.

Vorliegend wollen wir uns allerdings mit „Palm Springs“ einer weiteren Liebeskomödie widmen. Ob der Film von Drehbuchautor Andy Siara, in Szene gesetzt von Regisseur Max Barbakow, dem Thema Zeitschleife nochmals neue Facetten abgewinnen kann, verraten wir euch hier.

Handlung

Alles ist möglich – nur nicht heute. So jedenfalls könnte das Motto des unbekümmerten Nyles lauten. Irgendwie ist er in eine Zeitschlaufe geraten und erlebt stets aufs Neue denselben Tag mit der derselben Hochzeitsfeier, auf die er seine Freundin Misty nach Palm Springs begleitet hat. Als das Schicksal endlich etwas Erbarmen zeigt und ihm mit Sarah, ebenfalls Hochzeitsgast und Brautjungfer wider Willen, eine Leidensgenossin an die Seite stellt, macht das den Fehler in der Matrix zwar nicht wett, aber immerhin erträglich. Gemeinsam mischen Nyles und Sarah den täglich grüßenden Wahnsinn ganz schön auf: vom Nachspielen ihrer Lieblings-Actionfilme inklusive wilder Verfolgungsjagden über provozierte Flugzeugabstürze bis hin zur Ermordung ihres ewigen Widersachers.

(Quelle: LEONINE)

Lässt keine Langweile zu

Heute ist heute. Gestern war allerdings auch schon heute. Und morgen ist auch wieder heute.

Das Leben ist für Nyles (Andy Samberg) egal und belanglos geworden. Ein Tag gleicht dem anderen, und so muss der junge Mann, der in seinem „normalen Leben“ in einer verkorksten Beziehung mit seiner oberflächlichen Freundin Misty (Meredith Hagner) steckte, versuchen, das Beste aus seiner Situation zu machen. Konsequenzen muss er dabei zunächst nicht befürchten, denn er durchlebt Tag für Tag den Hochzeitstag einer jungen Frau, die ihm nicht einmal sonderlich nahesteht.

Warum das so ist, das lässt der Film offen. Zwar ist Nyles ein Typ, der es verdient haben könnte, im Paradoxon einer Zeitschleife gefangen zu sein; der Film agiert aber nicht mit dem gehobenen Zeigefinger oder packt die Moralkeule aus. Nichts anderes gilt für Cristin Miliotis Figur der Sarah, die sich ebenfalls recht bald in dieser Zeitschleife befindet, nachdem sie und Nyles sich zuvor angenähert hatten. Frei nach dem Motto „Gemeinsam ist alles einfacher“ machen Nyles und Sarah den ständig selben Tag schon bald auf ihre Art unsicher und lassen sich immer neue Wege einfallen, die gemeinsame Zeit auch zu genießen. Bald ziehen die – vermeintlich belanglosen – Handlungen der beiden allerdings auch wieder Konsequenzen nach sich; denn wenn man verliebt ist, dann ist plötzlich nicht mehr alles egal.

Zugegebenermaßen erfindet „Palm Springs“ das Endlos-Schleife-Rad nicht neu. Das muss er allerdings auch nicht, denn er nutzt seine einfache Handlung, um sich voll und ganz auf etliche gelungene Gags, Charme, Humor und Witz sowie die wunderbar stimmige Chemie zwischen seinen beiden Hauptfiguren zu verlassen. Und „How I Met Your Mother“-Mother Cristin Milioti sowie „Brooklyn Nine-Nine“-Star Andy Samberg beweisen vorliegend nicht nur allerhand Humor und komödiantisches Talent, nein, sie geben auch ein ausgesprochen sympathisches Paar auf der Leinwand ab, dem man das gemeinsame Happy End nur allzu gern gönnt.

Sarah (Cristin Milioti) und Nyles (Andy Samberg) stecken gemeinsam in einer Zeitschleife fest in: „Palm Springs“. (Copyright: LEONINE)

Daneben glänzt der wunderbar krawallige J. K. Simmons in einer Nebenrolle als weiterer Gast der Hochzeitsfeier. Dieser wurde von Nyles – versehentlich – ebenfalls in die Dauerschleife mit hineingezogen und versucht seither immer wieder auf grausame Weise Rache zu nehmen.

Ich greife nicht zu hoch ins Regal, wenn ich sage: Meines Erachtens ist Max Barbakow und Andy Siara hiermit einer der lustigsten Filme der letzten Jahre geglückt. Ein Film, der über die gesamte Laufzeit blendend und kurzweilig unterhält und durchgehend Gags und Brüller serviert, die nicht bloß müdes Schmunzeln, sondern vor allem ein lauthalses Loslachen hervorrufen.

Fazit

Überzeugt am Ende des Tages nicht wegen seiner komplexen Struktur oder einer besonders originellen Story, sondern vor allem wegen seiner Unbeschwertheit, seines treffsicheren Humors, seiner verschmitzten Art und seiner herrlich bekloppten HauptdarstellerInnen Cristin Milioti und Andy Samberg.


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Trailer

Inhalt

Alles ist möglich – nur nicht heute. So jedenfalls könnte das Motto des unbekümmerten Nyles lauten. Irgendwie ist er in eine Zeitschlaufe geraten und erlebt stets aufs Neue denselben Tag mit der derselben Hochzeitsfeier, auf die er seine Freundin Misty nach Palm Springs begleitet hat. Als das Schicksal endlich etwas Erbarmen zeigt und ihm mit Sarah, ebenfalls Hochzeitsgast und Brautjungfer wider Willen, eine Leidensgenossin an die Seite stellt, macht das den Fehler in der Matrix zwar nicht wett, aber immerhin erträglich. Gemeinsam mischen Nyles und Sarah den täglich grüßenden Wahnsinn ganz schön auf: vom Nachspielen ihrer Lieblings-Actionfilme inklusive wilder Verfolgungsjagden über provozierte Flugzeugabstürze bis hin zur Ermordung ihres ewigen Widersachers.

(Quelle: LEONINE)

Details

Bildformat: 2,40:1 (1080p/24)
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: LEONINE
Erscheinungstermin: 09.07.2021
Spieldauer: ca. 90 Minuten

Copyright Cover: LEONINE



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)