Review

Eine der bekanntesten Verschwörungstheorien und ein Hort von Spekulationen ist wohl jene rund um die erste bemannte Mondlandung. Dies wiederum ist Thema des mit humoristischen Einlagen gespickten Thrillers „Operation Avalanche“, der sich unter Regie von Matt Johnson als Dokumentation mit einer Mischung aus Guerilla- und Found Footage-Stil nicht nur im Independent-Bereich einen Namen machen konnte, sondern zudem nun auf DVD und Blu-ray erhältlich ist.

Entsprechend der Thematik muss das Motto des Films auch in visueller Hinsicht „zurück in die 60er Jahre“ lauten – und dieses Vorhaben wird durchgehend gekonnt umsetzt. Auf „alt getrimmt“ stößt der Zuschauer auf Bildqualitäten fern von Full HD, taucht dafür aber authentisch in liebevoll und detailreich arrangierte Kulissen und Szenerien ein.

Dies und der dokumentationsbedingte Pseudorealismus wirken zu Beginn des Films noch sehr trocken und langweilig. Der Einstieg in den Film verlangt somit ein wenig Geduld vom Zuschauer ab, der anschließend jedoch belohnt werden wird. Denn mit der sich aufbauenden Handlung steigt auch parallel die Spannung und jene sorgt ebenso wie die Thematik als solche dafür, dass die Zuschauer hier am Ball bleiben.

Im weiteren Filmverlauf sorgt außerdem die dokumentarische Art für Gefallen und bringt zahlreiche positive Aspekte mit. Sie passt nicht nur zur Guerilla-Stilistik und liefert Einblicke in die damaligen technischen Filmmöglichkeiten, sondern ermöglicht es auch den Schauspielern, sich selbst zu spielen und damit den Doku-Charakter zu erhöhen und Improvisationen zuzulassen.
Gleichzeitig wird sie dem Film aber stellenweise immer wieder zum Verhängnis. Fehlende kommentierende Stimmen aus dem Off und ein weniger rasanter Schnitt als in heutigen Dokus zu sehen, stattdessen die sture Aneinanderreihung von Dokuszenen hemmen einzelne Filmpassagen. So kommt teilweise der Eindruck auf, dass ein Spielfilmformat mit dokumentarischen Einschüben oder mit Dokumaterial als eingebaute „Requisiten“ (wie es ein Film wie „Unternehmen Capricorn“ gemacht hat) die bessere Wahl gewesen wäre.

Konstruiert die Mondlandung: Matt Johnson in „Operation Avalanche“ (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Nichtsdestotrotz holt „Operation Avalanche“ als Low-Budget-Produktion alles aus den gegebenen Möglichkeiten heraus. Nach einem eher drögen Beginn weiß die aufbauende Handlung Spannung zu inszenieren und auch das im Bonusmaterial zu findende Interview mit Matt Johnson bietet mit seinem informativen Gehalt einiges an Unterhaltung und zusätzlicher Information.

Durch die gekonnte filmische Herangehensweise und den hohen Grad an Authentizität wird daher letztlich auch der Zuschauer am Ende des Films dessen Untertitel zustimmen:
„Es ist keine Lüge, wenn du fest daran glaubst“.

Trailer

Handlung

Was für eine Blamage! US-Präsident JFK hatte angekündigt, dass Amerikaner noch vor Ende der 1960er Jahre den Mond betreten würden, und jetzt werden wahrscheinlich die verhassten Sowjets das Rennen machen. Denn die NASA kann zwar ihre Leute auf den Mond bringen, aber nicht wieder zurück. Als der filmverrückte CIA-Neuling Matt Johnson zufällig hinter dieses Debakel kommt, wächst eine völlig irre Idee in seinem Kopf. Wenn sein Idol Stanley Kubrick gerade eine täuschend echte Odyssee im Weltraum drehen kann, warum kann Matt dann nicht mit eben diesen magischen Filmtricks die 10% der Mondlandung liefern, die der NASA noch fehlen?

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 13.01.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 91 Minuten
Extras: Exklusives Interview mit Matt Johnson / Originaltrailer / Trailershow

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde