Review

„Navy Seals vs. Zombies“ ist bereits ein Filmtitel, der gewisse Erwartungen auslöst: Blutrünstige lebende Tote, die auf militärische Präzision und tödliche Effektivität treffen. Blut, Action und Gehirne!

Wenn der Regisseur wie Stanton Barrett dann auch noch hauptberuflich Stuntman ist und die Protagonisten tatsächlich Navy Seals sind, scheinen sowohl Action als auch zweifelhafte schauspielerische Leistungen vorprogrammiert zu sein.

Ein kurzer Blick in den Wikipedia-Artikel zu den Navy Seals zeigt, dass diese Elite-Truppen das Ass im Ärmel der Kriegsführung sind. Egal, welches Terrain oder welche Aufgabe, wenn es die Seals nicht richten können, kann es vermutlich niemand. Dass daher eine solche Kleinsteinheit ausgewählt wird, um den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten aus einer brenzligen Situation zu retten, liegt nahe.

Zunächst ist allerdings sowohl dem Team, einem Haufen bärtiger Bodybuilder mit einem etwas schmächtigen Neuling, als auch den Befehlshabern überhaupt nicht klar, wie der Vize in diese missliche Lage kommen konnte, denn was als Routinebesuch im Wahlkampf in der Stadt Baton Rouge begann, entwickelte sich plötzlich zum Alptraum. Aggressive Menschen, die sich gegenseitig anfallen und auffressen, zwingen sowohl den Politiker als auch einige Pressevertreter dazu, sich zu verbarrikadieren und hilflos auf Rettung zu warten. Diese wird unverzüglich per Helikopter eingeflogen. Während sich die Seals in ihre Rettungsmission begeben, wird in der Kommandozentrale enthüllt, was der Zuschauer längst weiß: Es handelt sich nicht um normale Unruhen … Also wird der Auftrag der Seals prompt erweitert: Nach dem zweitwichtigsten Mann im Lande sollen sie eine Wissenschaftlerin retten, die als einzige in den USA dieses Virus verstehen und vielleicht stoppen kann.

So weit, so gut. Die Story bewegt sich damit in bekannten Gefilden, ohne einen besonders guten oder schlechten Eindruck zu hinterlassen. Dass um den Neuling der Gruppe mit seiner schwangeren Frau ein kleiner Extrastorybogen gespannt wird, ändert daran auch nicht viel, allerdings wird dem Geschehen dadurch zumindest etwas mehr Komplexität verliehen, auch wenn die Frau nur Telefondienst hat. Aber ehrlicherweise schaut man solche Produktionen ja auch nicht wegen der Story, oder?

Bleiben also die Seals, die Zombies und der Punkt „Extras“, also Effekte und Action. Überraschend gut stellen sich die echten Navy Seals an. Wer vermutet hat, dass Militärs schlechte Schauspieler sind, darf sich von dieser Meute eines Besseren belehren lassen. Während diese also eine solide Leistung abliefern, hätten die Zombies wohl noch mal einen Grundlagenkurs gebrauchen können. Dabei liegt es nicht mal so sehr an den Schminkkünsten der Visagisten (die sich hier allerdings auch nicht mit Ruhm bekleckert haben), sondern an den wirklich untypischen Bewegungsmustern, die hier als zombieesk verkauft werden. Von albernem Herumhampeln über sinnloses in die Luft Hämmern bis zu „Oh, Türen lassen sich ja doch plötzlich öffnen“ macht es einfach keinen Spaß, diesen Statisten zuzuschauen. Hat denn niemand dort auch nur eine Folge „The Walking Dead“ gesehen?

Auf in den Kampf: "Navy Seals vs. Zombies" (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Auf in den Kampf: „Navy Seals vs. Zombies“ (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Schließlich zeigen auch die Explosionen, dass hier kein Geld für Profis da war, denn diese sahen in Computerspielen vor 15 Jahren schon schöner aus. Wobei das beinahe wieder zum Konzept gehören könnte, denn zwischendurch werden außerdem immer wieder Zielraster eingeblendet, die an „Call of Duty“ und Co. erinnern, im Filmkontext allerdings ohne entsprechende Ausrüstung wenig Sinn haben.

Nervige Zombies und unnütze bis schlechte Effekte ruinieren am Ende den sonst guten Eindruck, den „Navy Seals vs. Zombies“ hinterlassen könnte. So hängt dieser Film irgendwo im Niemandsland zwischen B-Movie und ernst gemeintem Actionfilm fest, was Fans beider Genres irgendwo enttäuschen wird.

Trailer

Handlung

Code Red! Kontakt zum Vizepräsidenten abgebrochen! Bei den Sicherheitskräften schrillen die Alarmglocken. Dabei ist der zweitmächtigste Mann der USA nur in Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana. Es geht nicht um Afghanistan oder den Irak. Doch wie Überwachungskameras zeigen, ist die freundliche Stadt im Süden offensichtlich zum Kriegsschauplatz geworden. Rebellierende Horden ziehen durch die Straßen. Der Vizepräsident muss unbedingt dort herausgeholt werden. Für so einen Einsatz kommt nur ein Spezialistenteam in Frage – Navy Seals. Doch bei dieser Mission treffen die kampfgestählten Männer auf Gegner, wie sie sie noch erlebt haben: menschenfressende Zombies mit Superkräften …

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 18.03.2016
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 92 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer