Review

Moderne Welt meets nordische Mythologie

Mit „Mortal“, seinem filmischen Ausflug in die nordische Mythologie, möchte Regisseur André Øvredal aufzeigen: „Mut ist unsterblich“.

Dazu lässt er den Rucksacktouristen Eric (gespielt von Nat Wolff) plötzlich auftretende übernatürliche, gottgleiche Kräfte an sich erkennen, die zum einen Bezüge zur alten nordischen Mythologie herstellen, zum anderen zum Tod eines Jugendlichen führen.

Eric wird verhaftet, verhört und es fängt nicht nur das polizeiliche Mobiliar Feuer durch den Protagonisten, sondern auch Psychologin Christine (gespielt von Iben Arkelie) brennt schnell für ebenjenen. Eine gemeinsame Flucht und eine sich anbahnende Romanze sind die Folgen. Und während die beiden dem alten mythologischen Ursprung seiner Kräfte laufend näher kommen, sind die Behörden entschlossen, Eric um jeden Preis auszuschalten.

Zwar findet Eric schließlich heraus, wer oder was er ist, und liefert den Zuschauern damit eine Antwort, die jene bereits frühzeitig im Laufe der knapp 100-minütigen Filmlaufzeit selbst erahnt haben, doch auf einen epischen Kampf, geschweige denn auf ein fulminantes Ende wartet man indes vergebens.

Klingt spannender, als es ist

Während die Inhaltsangabe sowie der Trailer recht vielversprechend ausfallen, und auch ein Pressezitat, das den Film mit den Worten „X-Men trifft auf Chronicle“ beschreibt, die Neugier weckt, fällt der Beginn des Films zunächst sehr ernüchternd aus. Minutenlang stromert ein verwahrloster und eigenbrötlerischer Eric wortlos durch die Wälder Norwegens. Dabei werden zwar schöne Bilder der Landschaft eingefangen, doch von einer abenteuerlichen Fantasy-Action oder einem erwarteten Superhelden-Epos fehlt noch jede Spur.

Auch im weiteren Verlauf ändert sich dieser Eindruck nicht sonderlich, da der Funke bei Eric wohl schnell an Mitmenschen und Pflanzen in seiner Umgebung wortwörtlich überspringt, auf die Mehrheit der Zuschauer trifft dies allerdings nur bedingt zu. Seine Figur bleibt blass und ohne Tiefe und kann kaum emotionale Momente erzeugen. Das gelingt auch der integrierten Liebesgeschichte nicht, die sich vielmehr als vorhersehbar sowie unnötig erweist.

Eric (Nat Wolff) als Superheld wider Willen in „Mortal“. (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Figurenausarbeitung, Handlung, Spannung und Action werden vermehrt im Keim erstickt. Ohne Tempo, stattdessen mit einigen Längen erstreckt sich ein Film auf dem Bildschirm, der viele gute Schauwerte hinsichtlich der Kulisse und nett anzusehende Effekte bietet, sich am Ende jedoch auf ein minutenlanges Blitz-Spektakel als vermeintlichen Showdown reduziert, das weitaus interessanter klingt, als es letztlich ist. Im Film wird an dieser Stelle auch noch der Ruf nach einer Fortsetzung laut; bei der Mehrheit der Zuschauer fällt jener allerdings eher leiser aus.

Fazit

Während die Handlung als solche schnell voranschreitet, kommt unser Superheld wider Willen nicht ganz so zügig aus den Puschen. „Mortal“ bedient sich – trotz der Einbeziehung mythologischer Aspekte – viel an bekannten Stoffen, sodass es letztendlich nicht gelingt, aus der Masse an Genre-Veröffentlichungen nachhaltig herauszustechen. So lang, wie einem die 100 Minuten Laufzeit vorkommen, so schnell ist deren Inhalt dann auch schon wieder vergessen. Kann man gucken, muss man aber nicht.


Mortal – Mut ist unsterblich [Blu-ray]

Trailer

Handlung

Mut ist unsterblich

Eric entdeckt, dass er über gefährliche übernatürliche Kräfte verfügt, die er nicht kontrollieren kann. Während er sich in der norwegischen Wildnis versteckt, tötet er versehentlich einen Teenager und wird verhaftet. Mit der Hilfe der jungen Psychologin Christine gelingt es ihm, zu fliehen. Während die beiden dem alten mythologischen Ursprung dieser Kräfte laufend näher kommen, sind die Behörden entschlossen, Eric um jeden Preis auszuschalten. Inmitten dieses epischen Kampfes findet Eric schließlich heraus, wer oder was er wirklich ist.

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Sprache: Deutsch / Englisch / Norwegisch
Ton: DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 2.39:1 (1080p/ 25fps)
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 22.01.2021
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: ca. 100 Minuten

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde