Review

Es ist kein „Krieg der Welten“, aber immerhin ein „Krieg der Städte“, der auf die Zuschauer wartet, wenn sich diese „Mortal Engines“ – nun als DVD, Blu-ray, 4K Ultra HD und Blu-ray 3D erschienen – im Heimkino zu Gemüte führen.

Jackson, Rivers & Co.: Dreamteam in Aktion

Basierend auf der gleichnamigen Romanserie von Philip Reeve zeigt sich ein bewährtes Dreamteam für die Realisierung der filmischen Adaption verantwortlich. Dazu gehören die Drehbuchautoren Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens sowie Regisseur und Filmtechniker Christian Rivers. Jene arbeiteten in der Vergangenheit bereits gemeinsam an Kassenschlagern wie „King Kong“, „Der Herr der Ringe 1-3“ oder „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“. Nun soll es eine der Fantasy und Science-Fiction zugeordnete Abenteuer-Action sein, die bildgewaltig in Angriff genommen wird.

Doch obgleich als Fantasy-Film deklariert, enthält „Mortal Engines: Krieg der Städte“ keine klassischen Fantasy-Elemente. Vielmehr kommen alle Freunde von Sci-Fi, Steampunk und Dystopien auf ihre Kosten.

Epische Bildsprache, inhaltliche Defizite

Die Idee der „fahrenden Städte“ ist dabei natürlich der Aufhänger des Films (und der Bücher).
Die virtuelle Umsetzung dieser „Städte“ ist sodann auch ein optischer Hochgenuss, der alleine schon das Ansehen wert ist. Insgesamt ist die Bildsprache in ihrer Epik sowohl typisch für die hier verantwortlich Agierenden, als auch auf ganzer Linie überzeugend.

Leider schafft es die Handlung aber nicht ganz, an diese visuelle Epik auch inhaltlich anzuknüpfen.
Das Potenzial, das in der dargestellten postapokalyptischen Welt steckt, wirkt nur ansatzweise ausgeschöpft. Vieles findet nur kurz am Rande eine Erwähnung. Vertiefende Informationen hätten daher nicht geschadet. So aber bleibt stets eine Distanz zum Zuschauer bestehen, während dieser einiges einfach als gegeben hinnehmen muss.

Figuren & Besetzung

Ebenso bleiben manche Nebencharaktere zu blass und erweisen sich damit im Prinzip für die Handlung als entbehrlich. Es wundert daher nicht, dass ein Ronan Raftery und seine Rolle des Bevis Pod unerklärlicherweise und plötzlich ganz von der Bildfläche verschwinden.

Jene Figuren, die hingegen ausreichend Screentime zugestanden bekommen, darunter allen voran die Protagonisten Hester Shaw (Hera Hilmar) und Tom Natsworthy (Robert Sheehan) sowie Thaddeus Valentine (Hugo Weaving; u.a. „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“, „The Dressmaker“) und Anna Fang (Jihae Kim), werden durch ihre Schauspieler gut und glaubwürdig verkörpert.
Selbst dem Wesen Shrike (Stephen Lang; u.a. „Braven“, „Feinde – Hostiles“, „Jarhead 2: Zurück in die Hölle“) bringt der Zuschauer im Laufe des Films mehr und mehr Verständnis entgegen.

Friede, Freude, Liebe

„Fahrende Städte“ in „Mortal Engines: Krieg der Städte“ (Copyright: Universal Pictures)

Viel Verständnis muss der Zuschauer schließlich auch für die sich entwickelnde Liebesbeziehung zwischen Shaw und Natsworthy aufbringen, die am Ende in allzu romantischem Kitsch (auch visueller Art) mündet.
Generell erscheint das präsentierte Finale nach dem Prinzip „Friede, Freude, Eierkuchen“ sehr komprimiert und enttäuscht damit etwas. In dieser Form wirkt der Schluss sogar teilweise unglaubwürdig, aufgesetzt und erzwungen.

Dafür sind die diversen Anspielungen auf das hier vergangene 21. Jahrhundert sehr gelungen. Diese zeigen auf fast schon satirische Art und Weise, woran sich nachfolgende Generationen unter Umständen nur noch vage erinnern werden, und sorgen dadurch mitunter für einige Schmunzler.

Fazit

Trotz einiger kleiner Abstriche erweist sich „Mortal Engines: Krieg der Städte“ alles in allem – und insbesondere aufgrund seiner Bildgewalt – als guter Kandidat für einen großartigen Filmabend.

Trailer

Handlung

Vor Tausenden von Jahren verwüstete eine gewaltige Katastrophe die Erde, doch die Menschheit hat sich ihrer neuen Umgebung längst angepasst. Gigantische Metropolen auf Rädern erhoben sich aus den Trümmern der untergegangenen Zivilisation. Auf der Suche nach den letzten Ressourcen fahren sie über die verdörrte Steppe und verschlingen gnadenlos die kleineren Städte. Zu den großen Metropolen gehört auch London als einer der gewaltigsten rollenden Kolosse. In diesem unerbittlichen Kampf trifft der unscheinbare Tom Natsworthy (Robert Sheehan) in einer schicksalshaften Begegnung auf die gefährliche Flüchtige Hester Shaw (Hera Hilmar) – zwei Gegensätze prallen aufeinander, zwei Menschen, deren Wege einander nie hätten kreuzen sollen. Sie schmieden eine überraschende Allianz, die über den Fortgang der Menschheitsgeschichte bestimmen könnte.

(Quelle: Universal Pictures)

Mortal Engines – Facebook

Details

Format: Breitbild
Sprache: Italian (DD 7.1 Plus), Turkish (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Hindi, Italienisch, Türkisch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universal Pictures Germany GmbH
Erscheinungstermin: 18.04.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 128 Minuten
Extras: Das Ende der Alten / Die Figuren / Willkommen in London / In der Luft / Neuseeland filmen / Filmkommentar mit Regisseur Christian Rivers

Copyright Cover: Universal Pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde