Review

Schenkt man dem Untertitel des Familienfilms „Monky“ Glauben, wartet der schwedische Kino-Hit von Regisseurin Maria Blom mit einem kleinen Affen und großem Spaß auf.

Todernster Affenspass

Tatsächlich steckt hinter dem Film jedoch mehr als nur das. So wird der kleine wie große Zuschauer bereits in den ersten Minuten gewahr, dass sich hinter dem „affigen Spaß“ eine gehörige Portion Ernst versteckt. Denn kindgerecht werden in „Monky“ die Themen Tod und Trauer behandelt.

Protagonist Frank, elf Jahre alt, muss sich mit dem schmerzhaften Verlust seiner sechsjährigen Schwester Saga auseinandersetzen. Diese, zu Lebzeiten ein großer Fan von Affen, scheint für die Familie nun in ebenjener tierischen Gestalt „wiedergeboren“ worden zu sein und sorgt im Familienleben und der Nachbarschaft für einigen Trubel.
Damit nicht genug, scheint es dem neuen alten Familienmitglied mit der Zeit immer schlechter zu gehen. Und so macht sich die Familie nach Thailand auf, um Monky ein artgerechteres Leben zu bieten – und loszulassen.

À la Astrid Lindgren

In der Tradition der Werke von Astrid Lindgren (diesbezüglich lässt nicht nur ein „kunterbuntes Haus“ grüßen) entfaltet sich ein knapp 86-minütiges (Animations)abenteuer, das allen voran durch Äffchen „Monky“ besticht.

Die aufwendig computeranimierte Fellnase gilt dabei als der „bestbezahlte Schauspieler“ Schwedens aller Zeiten. Entsprechend „echt“ wirken seine Mimik und Gestik, die auch die Zuschauer nicht unberührt lassen.

Vor allem dadurch werden demnach Emotionen geweckt, die die menschlichen Darsteller leider nicht imstande sind, zu transportieren.

Overacting, wohin das Auge reicht

Denn abseits dieser Niedlichkeit muss dem Zuschauer manch Albernheit gefallen, um mit „Monky“ warm zu werden. So wirkt insbesondere das Schauspiel stellenweise zu überzogen, und das wird nicht jedem zusagen. Zudem lenkt dies immer wieder störend vom Kern und von der Aussage des Films ab.

Ein Äffchen sorgt für Chaos im Familienfilm „Monky – Kleiner Affe, großer Spaß“. | Copyright: Koch Media GmbH

Overacting also, wohin das Auge reicht, und auch die deutsche Synchronisation ist nicht immer auf dem Punkt. Teils gar asynchron zu den Lippenbewegungen der schwedischen SchauspielerInnen ist es eindeutig gewöhnungsbedürftig, den Dialogen zu folgen und ihnen eine zumindest halbwegs entfernte Bild-Ton-Symmetrie abzugewinnen.

Fazit

Auch wenn der Titel „Monky – Kleiner Affe, großer Spaß“ zunächst ganz andere Erwartungen weckt, so überzeugt die Botschaft des Films letztendlich auf berührende Art und Weise. Dennoch sollte man vorab informiert sein, dass „Monky“ weit davon entfernt ist, ein kurzweiliger Familienfilm zu sein, sondern eindeutig mehr will – und vom Zuschauer auch einiges abverlangt. Vor allem mit der übertriebenen Darstellungsweise und der eher schlechten Synchronisation sollte man leben können. Andernfalls wird „Monky“ seine Wirkung verfehlen; und das wäre angesichts der schönen Idee hinter dem Film sehr schade. Schade auch, dass hier noch sehr viel hätte besser gemacht werden können.

 

Handlung

Der elfjährige Frank und seine Familie leben ein ziemlich entspanntes Leben in einem kunterbunten Haus. Bis eines Tages eine kleine Affen-Dame in seinem Garten auftaucht und mit ihr das große Chaos: Denn `Monky‘ ist kein gewöhnliches Tier und dass sie gerade bei Frank gelandet ist, scheint kein Zufall zu sein. Um dem Geheimnis des frechen Äffchens auf die Spur zu kommen, begeben sich Frank und seine Eltern auf eine abenteuerliche Reise bis in den tiefsten Dschungel von Thailand.

(Quelle: Koch Media)

Details

Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 30.01.2020
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 86 Minuten
Extras: Trailer, Kurzinterview mit Maria Blom

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde