Review

Nachdem über Pandastorm Pictures erst vor wenigen Monaten die zweite Staffel der – auch von uns hochgelobten – Sci-Fi-Serie „The Expanse“ ins Heimkino kam, folgt mit „Missions – Staffel 1“ eine weitere Veröffentlichung in diesem Genre.

Sci-Fi meets Mystery

Die französische Produktion unter Regie von Julien Lacombe setzt thematisch auf die Abenteuer der ersten Marslandung und verbindet diese mit einem kosmischen Rätsel.

Science-Fiction meets Mystery also – und das verteilt auf zehn Folgen à durchschnittlich 20 Minuten.

Dabei sind Künstliche Intelligenz, das Weltall und Post-Humanität nur einige der hier eingebrachten inhaltlichen Elemente.

Die Charaktere

Doch bevor es in die Materie geht, steht zunächst einmal das Kennenlernen der verschiedenen Charaktere an. Gelegenheit dazu gibt bereits die erste Folge; behilflich ist dabei außerdem eine der Figuren: Bord-Psychiaterin Jeanne Renoir (gespielt von Hélène Viviès).

Binnen weniger Minuten stellt aber sowohl der Zuschauer als auch sie fest, dass jedes Mitglied der von der ESA für die erste bemannte Weltraummission zum Mars zusammengestellte Crew aus Astronauten und Wissenschaftlern scheinbar sein ganz eigenes Problem hat.

Archetypen und Helden sollen laut Macher der Serie hier vorhanden sein. Der Zuschauer will hingegen nur mit den wenigsten so richtig warm werden. Bis zum Staffelfinale bleibt somit eine gewisse Distanz erhalten, die auch durch emotionale Momente nicht überbrückt werden kann.

Frage- statt Ausrufezeichen

Erschwert wird der Zugang jedoch nicht nur zu den Figuren, sondern auch zum Inhalt der gesamten ersten Staffel von „Missions“.

Womöglich der Kürze einer jeweiligen Folge geschuldet, die teilweise dennoch überraschend (und unnötig) langatmig wirken, kratzt die erste Staffel von „Missions“ nur an der Oberfläche ihres vermeintlichen Tiefgangs. Dadurch entstehen nicht nur schwer nachvollziehbare Handlungen, Entscheidungen und Entwicklungen seitens der Figuren, sondern auch unplausible inhaltliche Verläufe und Ungereimtheiten sowie logische Lücken.

Über weite Strecken derart unausgegoren wirkend, wartet man vergeblich darauf, die Serie möge mal ein aufklärendes Ausrufezeichen setzen. Doch stattdessen macht sich beim Zuschauer ein imaginäres Fragezeichen im Kopf breit. Dieses wird – parallel zu den sich auf inhaltlicher und logischer Ebene mehrenden Mysterien, die leider bis zum Staffelende keine Auflösungen finden – stetig größer.

Geringes Budget, aber dennoch ambitioniert

Hélène Viviès als Bord-Psychiaterin Jeanne Renoir in „Missions – Staffel 1“ | Copyright: Pandastorm Pictures

Schade, denn trotz offensichtlich geringen Budgets hätte „Missions“ viel Potenzial und geht eigentlich auch sehr ambitioniert zu Werke. Finanziell begrenzt, schöpft man nämlich die Möglichkeiten gut aus und so gereicht beispielsweise die Reduzierung auf nur wenige Kulissen der Serie sogar zum Vorteil.

Umfangreiches Bonusmaterial

Gar nicht sparsam zeigt sich schließlich noch das Bonusmaterial der Blu-ray-Kaufversion von „Missions – Staffel 1“, das mittels fünf Featurettes („Der Vorspann“, „Die Produktion“, „Die Dreharbeiten“, „Die Ursprünge“ und „Die Spezialeffekte“) interessante und umfangreiche Einblicke hinter die Kulissen der Serie gewährt.

Fazit

„Missions – Staffel 1“ möchte viel und setzt auch viel um, erzielt damit aber nicht immer die gewünschte Wirkung beim Zuschauer. Am Schluss bleibt jener eher mit dem Gefühl zurück, Zeit verschwendet zu haben, sodass sich auch der Enthusiasmus auf eine zweite Staffel in Grenzen hält. Und das, obwohl immer noch die leise Hoffnung besteht, darin endlich ein wenig mehr Antworten auf die vielen noch offenen Fragen zu bekommen, die Staffel 1 aufwirft.

Trailer

Handlung

Für die erste bemannte Weltraummission zum Mars stellt die Europäische Weltraumorganisation (ESA) eine Crew der besten Astronauten und Wissenschaftler zusammen.

Kurz vorm Ziel erfährt die Besatzung, dass ihre Mission keineswegs die erste ist: Ein US-amerikanisches Raumschiff der NASA hatte sich bereits zuvor auf den Weg zum roten Planeten gemacht, als einziges Lebenszeichen jedoch nur eine alarmierende Botschaft hinterlassen. Die Europäer beschließen deren Rettung, aber auf der Mars-Oberfläche treffen die Bord-Psychiaterin Jeanne Renoir und die Crew nicht auf die Amerikaner, sondern auf den Russen Vladimir Komarov – den vermeintlich ersten Mann, der je im All gestorben ist …

(Quelle: Pandastorm Pictures)

Epsioden

01 Odysseus
02 Mars
03 Überlebender
04 Stein
05 Allianz
06 Irène
07 Fehler
08 Phönix
09 Wolodja
10 Sturm

Details

Format: Widescreen
Sprache: Englisch (PCM2 .0), Französisch (PCM2 .0)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 25.01.2019
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 218 Minuten
Extras: Featurettes: Der Vorspann / Die Produktion / Die Dreharbeiten / Die Ursprünge / Die Spezialeffekte

Copyright Cover: Pandastorm Pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde