Review

Es gibt doch immer diesen einen Kollegen, mit dem man nicht zusammenarbeiten will, oder?
„Mile 22“ porträtiert einen solchen Typen: James Silva ist ein brillanter Kopf und ‑ ein Arsch.
Ob das der richtige Kerl für einen Action-Film ist?

Protagonist: John Silva

Glaubt man „Mile 22“ der beschaulichen Hinführung auf das eigentliche Geschehen, war Silva schon als Kind anders. Überdurchschnittlich intelligent, begabt, ein schlauer Kopf ‑ mit „Sheldon Cooper“-Syndrom. Sprich, mit Menschen kann er nicht so gut. Trotz ‑ oder gerade deswegen ‑ hat Silva es bis an die Spitze des geheimsten Geheimdienstes Amerikas geschafft. Die Organisation „Overwatch“ zieht den Karren aus dem Dreck, wenn Diplomatie und Militär nicht mehr weiterkommen.

Die Handlung

So soll er mit seinem erlesenen Team nun auch den Spion Li Noor außer Landes bringen. Noor verspricht der amerikanischen Regierung im Gegenzug Informationen über gestohlenes, radioaktives Caesium. Obwohl die Sache der Heimatlandregierung gar nicht schmeckt und diese Noor wieder zurück haben wollen, beginnt Silva den Kampf gegen die Zeit. 22 Meilen müssen sie durch feindliches Gebiet zurücklegen, bis sie den Flieger, der nur 10 Minuten lang landen kann, erreicht haben.

Ungefähr 200 Meter kann das Team mit der wertvollen Fracht zurücklegen, bis ein Feindesfeuerwerk auf sie einprasselt. Sie sind eindeutig in der Unterzahl, haben aber zumindest technische Unterstützung durch „Overwatch“, die sie mit Kameras, Mikrofonen und sonstiger Technik verfolgen und lotsen.

Irgendwie hilft das alles aber nur bedingt. Schnell schmilzt das Team und damit auch das Interaktionspotenzial außerhalb von Nah- und Fernkampf auf ein eher dröges Minimum.

Die Action

Die Actionszenen, das möchte ich ganz ausdrücklich festhalten, sind aber von guter Qualität. Kein überbordendes Martial-Arts-Gekämpfe, keine Explosionen bis zum Mond, aber insgesamt doch unterhaltend.

Tatsächlich hat es Regisseur Peter Berg, der neben einem Sci-Fi-Thriller wie „Virtuality – Killer im System“ bereits einige Action-Movies gedreht hat, durch einen geschickten Wechsel der Settings geschafft, dass das Kämpfen selbst nicht langweilig wird.

Knackpunkt: Charaktere

Seite an Seite im Action-Thriller „Mile 22“: Mark Wahlberg und Lauren Cohan | Copyright: Universum Film

Der Knackpunkt liegt hier bei den Charakteren. Und ehrlich, nach 30 Minuten will man Silva, gespielt von Mark Wahlberg, nur noch an die Wand klatschen. Es ist nicht unbedingt die spleenige Art, ja, nicht einmal, dass er sich offensichtlich wie ein Arsch verhält. Nein, er ist einfach inkonsequent: Entweder ist er tatsächlich nicht empathiefähig oder er kann sich in seine Kollegin Alice Kerr (gespielt von Lauren Cohan) einfühlen. Entweder er opfert alles für das Team oder er entscheidet sich aus unerfindlichen Gründen einfach um.

Diese und weitere Inkonsistenzen der Rolle „Silva“ vermiesen die Story.

Lichtblick ist da nur Lauren Cohan, bekannt aus „The Walking Dead“: Ein Top-Agent mit Kind und im Scheidungskrieg? Das ist neu und frisch.

Fazit

Vielleicht entscheiden sich Drehbuchautoren Lea Carpenter und Graham Roland dazu, in der Fortsetzung diesen Aspekt mehr auszubauen. Denn ja, „Mile 22“ hat auch noch einen wirklich fiesen Plottwist und einen Cliffhanger am Ende. Davon hätte man schon vorher gerne mehr gesehen. So aber ist „Mile 22“ wirklich nur etwas für hartgesottene Action-Fans.

Trailer

Handlung

Im nervenaufreibenden Thriller vom Regisseur von LONE SURVIVOR spielt Mark Wahlberg James Silva, einen Elite Agenten der bedeutendsten und geheimsten Einheit des CIAs.

Unterstützt von einem streng geheimen Kommando Team muss Silva eine Quelle, die wichtige Informationen besitzt, zum Flughafen und außer Landes bringen, bevor seine Feinde über sie hereinbrechen.

Auch mit von der Partie sind Lauren Cohan, Ronda Rousey und John Malkovich.

(Quelle: Universum Film)

Mile 22 – Homepage
Mile 22 – Facebook

Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film
Erscheinungstermin: 25.01.2019
Spieldauer: 91 Minuten
Extras: Interviews mit Cast & Crew / Featurettes

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer