Review

Es ist ein postapokalyptisches Ödland, in dem sich die Zuschauer wiederfinden, wenn sie sich derzeit zu „Mad Max: Fury Road“ ins Kino wagen. Max Rockatansky (Tom Hardy) scheint am Ende seines Weges angekommen – eine Gruppe War Boys nimmt ihn gefangen. Fortan soll er Immortan Joe, welcher gottgleich über seine Anhänger herrscht, und seinem Gefolge als Spender dienen. Für Blut größtenteils, denn die von Krankheit und Beulen zerfressenen War Boys brauchen alles frische Blut, das sie kriegen können. Doch wenn Immortan Joe und seine Privatarmee glauben, Mad Max ließe das still über sich ergehen, so irren sie.

Im Zuge der Flucht von Imperator Furiosa (Charlize Theron) und fünf von Immortan Joes privaten Sklavinnen kann auch Max sich befreien. Und das ist nur der Anfang einer Verfolgungsjagd, die die Kinobesucher bis zur letzten Minute an ihre Sitze fesseln wird.

Wahnsinnig gut - Tom Hardy in Mad Max: Fury Road. (Copyright: Warner Bros.)

Wahnsinnig gut – Tom Hardy in Mad Max: Fury Road. (Copyright: Warner Bros.)

Lange musste Regisseur George Miller darauf warten, dass sein Projekt „Mad Max: Fury Road“ nicht nur produziert wird, sondern auch über die Leinwände flimmert. Bereits 1999 schmiedete er Pläne, musste jedoch immer wieder Rückschläge einstecken – allen voran der Ausstieg des bisherigen Max Rockatansky-Darstellers Mel Gibson, der den Road Warrior in den 80er Jahren Leben einhauchte. 2009 schließlich gab es Bestätigung: „Fury Road“ kommt.

Und wie er kam – bereits der erste Trailer brach über die Neugierigen und eingefleischten „Mad Max“-Fans herein wie eine Monsterwelle. Wenn der Film hielt, was der Trailer versprach, würde dieser eine fulminante und gleichzeitig wahnsinnige Wiederbelebung eines Klassikers werden. Der Film ist eine bombastische, rasend schnelle Jagd durch eine Welt, die karg und öd daherkommt, aber gleichzeitig bildgewaltige Naturschauspiele bereithält.

Mit Charlize Theron und Tom Hardy hat Miller zwei Schauspieler für sein postapokalyptisches Spektakel gewonnen, die wissen, wie es geht.
Theron hat bereits mit zahlreichen Filmen Punktlandungen hingelegt – allen voran „Monster“ aus dem Jahr 2003. Sie schafft es, eine Imperator Furiosa auf die Leinwand zu bringen, die ihrem Namen alle Ehre macht und Mad Max auf allen Ebenen das Wasser reichen kann.
Hardy war bisher eher unbekannt – sein bekanntester Film ist wohl noch immer „Inception“ (2010), dabei zeigt er vor allem in seinen unbekannteren Filmen wie „Bronson“ (2008) und „Warrior“ (2011), was er kann und das ist eine ganze Menge. Schließlich schaffen es nicht viele Schauspieler, durch bloßes Grunzen oder unverständliches Gebrabbel so viel herüberzubringen wie Hardy. Ebenfalls sein Können gezeigt hat Nicholas Hoult, dessen Charakter Nux wohl die größte charakterliche Entwicklung im Film durchmachte.

Spektakulär sind jedoch auch die Kriegsmaschinen, die hintereinander herjagen und die beinahe wahnwitzig erscheinenden Stunts. Wer bei „Fury Road“ ein CGI-Spektakel erwartet, wird „enttäuscht“ – bis auf wenige Ausnahmen ist hier alles echt. Sofern jemand von Menschen auf hin und her schaukelnden Metallstangen, die aus der Höhe angreifen wie Raubvögel, Männern mit feuerspeienden E-Gitarren und gewaltigen Kriegsmaschinen, die tonnenschwer durch den Wüstenstaub donnern, enttäuscht sein kann. Nicht ohne Grund ist der Stunt-Koordinator einer der Ersten, der im Abspann genannt wird.

Wahnwitzig ist auch der Soundtrack aus der Feder Junkie XLs, der die Verfolgungsjagd untermalt und vorantreibt. Diese Tracks bleiben auch nach dem Film im Ohr und wecken das Bedürfnis, selbst in den nächsten War Rig zu steigen und ein paar War Boys aufzumischen.

Wer bei diesen Wagen CGI erwartet, irrt sich. Von diesen Gefährten ist keines am Computer entstanden. (Copyright: Warner Bros.)

Wer bei diesen Wagen CGI erwartet, irrt sich. Von diesen Gefährten ist keines am Computer entstanden. (Copyright: Warner Bros.)

Gleichzeitig schwingt bei all dem Bombast auch eine gehörige Portion Gesellschaftskritik mit. Die Menschheit hat ihre Welt zerstört – sich selbst zu Grunde gerichtet. Immortan Joe, ein klassischer Fall von „Nichts gelernt“, bereichert sich mit Wasser und scheut dabei nicht davor zurück, wenige verbleibende Oasen zu vergiften. Gleichzeitig hält er sich Sklavinnen, deren einziger Zweck es ist, seine Söhne zu gebären – sie sind Gegenstände, reine Besitztümer. Doch, und das ist einer der feministischen Ansätze des Films, diese „Besitztümer“ erobern sich ihre Freiheit und Autonomie zurück. Der daraus resultierende Ausruf „We are not things“ ist bereits wenige Tage nach Kinostart ein Internetmeme.

Doch so großartig dies alles ist, „Mad Max: Fury Road“ hat leider auch einige Schwächen. So wirken die Jagdszenen stellenweise unnötig in die Länge gezogen und bei all den Stunts kommen die Charaktere, allen voran die fünf Sklavinnen, die mit Furiosa flüchten, ein wenig zu kurz. Und auch in Sachen Diversität war hier noch Platz nach oben – abgesehen von zwei Charakteren waren alle Darsteller weiß. Offenbar gehen Filmemacher immer wieder davon aus, dass nur weiße Menschen die Apokalypse überleben.

Fazit: „Mad Max: Fury Road“ ist ein fulminantes Spektakel, das einfach Spaß macht und mitreißt. Fans gut gemachter Actionfilme kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Ein wenig mehr Charakterentwicklung und eine diversere Cast hätten dem Film allerdings gut getan.

Trailer

Deutsch:

Englisch:

Handlung

Max Rockatansky (Tom Hardy) scheint am Ende seines Weges angekommen – eine Gruppe War Boys nimmt ihn gefangen. Fortan soll er Immortan Joe, welcher gottgleich über seine Anhänger herrscht, und seinem Gefolge als Spender dienen. Für Blut größtenteils, denn die von Krankheit und Beulen zerfressenen War Boys brauchen alles frische Blut, das sie kriegen können. Doch wenn Immortan Joe und seine Privatarmee glauben, Mad Max ließe das still über sich ergehen, so irren sie …

Mad Max: Fury Road – Homepage (englisch)
Mad Max: Fury Road – Facebook (englisch)
Mad Max – Facebook (deutsch)

Details

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Warner Bros.
Kinostart: 14.05.2015
Nationalität: Australien, USA
Spieldauer: 120 Minuten

Copyright Filmposter: Warner Bros.



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Jen
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"Bro. Seriously. Seriously, Bro." "Bro. BroBroBroBro. Seeeeriously." - Hawkeye, Vol. 1