Review

Mit „Light of my Life“ versucht sich Casey Affleck nach seinem Werk „I’m Still Here“ erneut sowohl als Regisseur als auch als Schauspieler an einem Film. Darüber hinaus zeichnet er noch für das Drehbuch verantwortlich – und es stellt sich die Frage: Hat er sich damit übernommen oder ist ihm ein Meisterwerk geglückt?

Die Antwort darauf liefert die Heimkinoveröffentlichung von „Light of my Life“, der ab sofort auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich ist.

Zum Inhalt

Zehn Jahre nach einer Epidemie, die fast die gesamte weibliche Bevölkerung der Erde das Leben gekostet hat, setzt ein Vater alles daran, seine heranwachsende Tochter um jeden Preis zu beschützen.
Er sorgt dafür, dass sie wie ein Junge aussieht, denn als Frau wäre sie niemals in Sicherheit.

Doch als die beiden Begegnungen mit anderen Menschen nicht mehr aus dem Weg gehen können, droht eine Katastrophe. 

Komprimierte Handlung auf langer Spielzeit

Derart komprimiert wie die Inhaltsangabe fällt auch die Handlungsinszenierung von „Light of my Life“ aus, die sich überraschenderweise dennoch auf 120 Minuten erstreckt; einige langatmige und (daraus resultierend) langweilige Stellen inklusive, die allerdings eine vermeintliche Tiefgründigkeit suggerieren.

So kommt der Film von und mit Casey Affleck sehr entschleunigt und fokussiert daher – und will doch viel auf einmal. Dadurch ist es nicht nur schwer, ein konkretes Genre für „Light of my Life“ zu benennen, sondern auch eine adäquate Bewertung vorzunehmen.

Als ein Mix aus Survival, Dystopie, Drama und Coming of Age sowie mit Zügen von Filmen wie „It comes at night“, „The Road“ oder auch „Leave No Trace“ könnte der Film hinsichtlich der Genre-Zutaten aus den Vollen schöpfen. Stattdessen konzentriert sich die Handlung jedoch einzig auf die Vater-Tochter-Beziehung.

Atmosphäre und Spannung

Hintergründe und Ausführungen zum postapokalyptischen Setting bleiben dabei derart unangetastet, dass nicht nur die Atmosphäre eines Endzeitszenarios auf der Strecke bleibt, sondern sich diese Form von Rahmenbedingung für die Handlung sogar als austauschbar erweist.

Dennoch mangelt es „Light of my Light“ nicht an Atmosphäre. So wird insbesondere die Stimmung zwischen den Protagonisten, Vater und Tochter, gut eingefangen; zusätzlich untermalt von passender Musik und unterstützt durch Landschaftsaufnahmen, effektvollen Kameraperspektiven und teils ausschweifenden, stets im Vordergrund stehenden Dialogen, die gerne auch mal die Grenze zum Philosophischen touchieren. Das muss man mögen, denn wer auf postapokalyptische Action hofft, wartet darauf – mit Ausnahme eines dann doch blutigen Endes – vergebens.

Auch Spannung will während der Gesamtlaufzeit des Films nicht so recht aufkommen und das, trotz der für die Tochter gefährlichen Lebenssituation. Dafür schimmern die Aspekte eines Dramas immer wieder hervor, was nicht zuletzt von Casey Affleck als Vater und Anna Pniowsky als Tochter aussagekräftig und teils emotional dargestellt wird.

Erziehungshürden eines Vaters im postapokalyptischen Setting

Casey Affleck und Anna Pniowsky als Vater-Tochter-Gespann in „Light of my Light“. (Copyright: Universum Film)

Interessant zu sehen sind dabei die erzieherischen Hürden eines Vaters in einem postapokalyptischen Setting, das ganz neue Herausforderungen an das besagte Elternteil stellt.

Diesbezüglich hätte man sich allerdings die Darstellung eines weitgefassteren Zeitraums gewünscht, um beispielsweise mögliche (Charakter)entwicklungen der Tochter erkennbar zu machen. So aber stagniert die Situation zwischen Vater und Tochter zu sehr und man hat das Gefühl, als hätte Affleck weiteres Potenzial seines Films nicht ganz ausgeschöpft.

Fazit

Je nachdem, was der Zuschauer von „Light of my Life“ erwartet, wird der Film auf ganzer Linie überzeugen oder sich als kompletter Reinfall erweisen.

 

Trailer

Handlung

Zehn Jahre nach einer Epidemie, die fast alle Frauen und Mädchen der Welt das Leben gekostet hat, muss ein Vater seine heranwachsende Tochter um jeden Preis beschützen. Er lässt sie wie einen Jungen aussehen, denn als Frau kann sie nie in Sicherheit sein. Als die beiden jedoch Begegnungen mit Menschen nicht mehr aus dem Weg gehen können, droht eine Katastrophe …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Breitbild
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.66:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 24.01.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 120 Minuten

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde