Review

Mit „Last Exile“ geht es hoch hinaus. Der Anime, der sich aus verschiedenen Genres wie Action und Fantasy bedient, weckt außerdem den Sinn nach Abenteuer im Zuschauer. Gepaart mit ein wenig Steampunk und man bekommt hier hitzige Gefechte und ansehnliche Konstruktionen, die sich ihren Weg durch die Welt von „Last Exile“ bahnen.

Lavie (links) und Klaus müssen stets zusammenarbeiten um ihr Vanship unter Kontrolle zu halten (Copyright: 2003 GONZO/FlyingDog)

Lavie und Klaus müssen stets zusammenarbeiten, um ihr Vanship unter Kontrolle zu halten (Copyright: 2003 GONZO/FlyingDog)

Zusammen mit seiner Navigatorin Lavie Head führt Klaus Valca einen Nachrichtenkurierdienst, dessen Aufträge sie mit ihrem Van-Ship (eine Art Gleiter bzw. Flugobjekt der Lüfte) ausführen. Bis sie eines Tages die Fracht eines sterbenden Kurierskollegen übernehmen. Diese „Fracht“ stellt sich als kleines Mädchen namens Alvis Hamilton heraus. Und ehe sich die beiden Protagonisten versehen, finden sich die beiden inmitten eines Krieges wieder.

Zugegeben, das klingt zunächst einmal weniger spektakulär und innovativ, als es sich im Endeffekt herausstellt. Aber dieser Anime überzeugt vor allem damit, dass er sich immer weiter ausbaut. Es öffnen sich regelmäßig neue Wege, neue Welten und man trifft auf die unterschiedlichsten, zuweilen auch komischen Figuren. Daher beschleicht den Zuschauer mehr und mehr das Gefühl, dass man sich mit den beiden Helden ziemlich klein in einem riesigen Kosmos vorkommt.

Und genau das macht „Last Exile“ so sehenswert. Es werden eine Menge Themen angesprochen wie gesellschaftliche oder politische Aspekte. Es kommen immer wieder Elemente zu dem Plot hinzu, was die Unterhaltung frisch hält und dafür sorgt, dass man an den Episoden stets dran bleiben möchte. Der Zuschauer profitiert in der Hinsicht davon, dass „Last Exile“ einem das gedankliche Nachkommen leicht macht. Man wird nicht mit zu vielen Informationen überschüttet und die Story wird auch nicht Schlag auf Schlag abgearbeitet. Alles verläuft in einem nachvollziehbaren Rahmen, auch wenn ab und zu sehr viele Fremdwörter auf einmal fallen.

Zum gesamten Vergnügen des Animes trägt natürlich auch ein weiterer wichtiger Faktor bei: die Charaktere. Lavie und Klaus gestalten sich durchgehend liebenswert und bringen zu jeder Zeit positive Schwingungen ins Geschehen, egal wie düster die Situation zu sein scheint. Aber auch die Nebencharaktere bestechen durch einzigartiges Auftreten und Design. Daher wirken die Darsteller zu keiner Zeit irrelevant und man kann sich in einige Handlungen dadurch sogar viel besser einfinden.

Heiße Luftgefecht sind bei "Last Exile" an der Tagesordnung (Copyright: 2003 GONZO/FlyingDog)

Heiße Luftgefecht sind bei „Last Exile“ an der Tagesordnung (Copyright: 2003 GONZO/FlyingDog)

Aber wir wollen ja nicht nur Sympathien und tiefgründige Dialoge austauschen, sondern es soll auch mal knallen. Eins sei gesagt: das tut es. Auch wenn sich ein Großteil der Gefechte im CGI-Format abspielt, fiebert man jedes Mal mit, wenn sich die schnellen Schiffe gegenseitig durch die Wolkendecken jagen. Dabei wirken die unterschiedlichen Technologien der jeweiligen Fraktionen zusätzlich auf das Kampfgeschehen ein. Für viel Bewegung ist also gesorgt und auch hier greift wieder das Prinzip des ausgewogenen Rahmens. Nicht zu übertrieben und mit dezentem Fokus.

Apropos Bewegung, auch bei den flüssigen Animationen wurde sich nicht zurückgehalten. Dabei stechen vor allem kleine Details wie z.B. die schnellen Bewegungen der Augen hervor. Zwar liegt auf der Darstellung immer eine Art angestaubter Look, aber genau das macht den Charme von „Last Exile“ aus. Als Zuschauer wird man nicht durch klobige Bewegungen oder festgesetzte Nebendarsteller aus der Handlung gerissen. Es handelt sich hierbei um einen simplen, aber effektiven Stil, der auch auf den Artworks der Box deutlich wird.

Während die Augen sich visuell vergnügen dürfen, werden auch die Ohren nicht vernachlässigt. Mit Ausnahme des verträumten Intros werden die Szenarien mit einem leichten Folk-Sound untermalt, der zuweilen sogar schon fast „magisch“ wirken kann. Erstaunlich, wie die Stimmung der Musik nicht immer unbedingt die Geschehnisse widerspiegelt und sich doch durch diesen Kontrast irgendwie einfindet.

Das Universum von "Last Exile" bietet so manche Kuriosität und Überraschung. (Copyright: 2003 GONZO/FlyingDog)

Das Universum von „Last Exile“ bietet so manche Kuriosität und Überraschung. (Copyright: 2003 GONZO/FlyingDog)

Wenn „Last Exile“ eins ist, dann in erster Linie sympathisch. Er findet weitab jeglicher stumpfer Gewalt oder expliziter Ausdrucksweise statt. Vielmehr punktet der Anime mit einer ansprechenden Ausstrahlung durch gut ausgearbeitete Charaktere und Handlungsstränge, die sich auch gerne mal in andere Richtungen entwickeln sowie fernab des eigentlichen Plots unterhaltsam agieren. Besonders durch Letzteres verläuft die Serie nicht allzu streng und wirkt sehr locker.

Neben der regelmäßigen Action kommt auch der Humor nicht zu kurz. Sollte man bei dem Überfluss an Informationen dann doch mal den Faden verlieren, kann man auf das 84-seitige Booklet zurückgreifen. Diese beinhaltet neben den Beschreibungen der Charaktere, der Handlung und den Schiffen auch noch Concept-Art. „Last Exile“ sieht gut aus, bringt immer wieder Abwechslung und sorgt für Langzeitunterhaltung. Was will man mehr?

Trailer

Handlung

Der 15-jährige Klaus betreibt gemeinsam mit seiner Navigatorin Lavie einen Luftkurierdienst. Eines Tages werden die beiden beauftragt, das Mädchen Alvis auf das Luftkampfschiff Silvana zu bringen. Die jungen Piloten ahnen nicht, dass sie damit in einen Krieg gezogen werden, der die Zukunft ihrer Heimat entscheiden wird.

(Quelle: Nipponart)

Details

Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 6
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Gonzo
Publisher: Nipponart
Erscheinungstermin: 28.08.2015
Produktionsjahr: 2003
Spieldauer: ca. 650 Minuten
Extras: 84-seitiges Booklet

Copyright Cover: Nipponart



Über den Autor

Christopher