Review

Kenneth Branagh als Kommissar Wallander

Nachdem 1991 der erste Roman mit und über Kommissar Wallander aus der Feder von Bestsellerautor Henning Mankell erschienen ist, wurde die insgesamt 12-teilige Romanreihe bereits zweimal für das Fernsehen adaptiert, zunächst mit Rolf Lassgård, später mit Krister Henriksson. Schließlich, von 2008 bis 2015, schlüpfte auch Sir Kenneth Branagh für vier Staffeln zu jeweils drei Folgen in die Rolle des ambivalenten Kommissars – und erhielt dafür diverse Auszeichnungen (wie u.a. den International Emmy Award) als „Bester Darsteller“.

Erstmals hierzulande im Heimkino

Nun wird die Serienadaption mit Branagh, bestehend aus zwölf Filmen, erstmalig in deutscher Fassung auf DVD und als Download für das Heimkino erscheinen. Den Anfang macht die 2-Disk-DVD-Box „Kommissar Wallander – Staffel 1“, welche die Filme „Die falsche Fährte“, „Die Brandmauer“ und „Mitsommermord“ umfasst.

Und so geht es für zusammengenommen ca. 207 Minuten auf ins südschwedische Ystad, wo zeitlose Kriminalfälle von Wallander und seinem Team gelöst werden wollen.

Der Cast

Zu jenem zählt auch Tom Hiddleston, Marvel-Fans besser bekannt als Loki-Darsteller (und u.a. in „Avengers: Infinity War“ oder „High-Rise“ zu sehen), der – in seinen jüngeren Jahren – die Figur des Ermittlers Magnus Martinsson übernimmt.

Mit Nicholas Hoult (u.a. „Kill Your Friends“, „Equals – Euch gehört die Zukunft“) ist darüber hinaus im ersten Film „Die falsche Fährte“ ein weiterer inzwischen namhafter Schauspieler in jungen Jahren zu erblicken.

Zudem ist mit der Schauspielerin Sarah Smart in ihrer Rolle als Anne-Britt Hoglund auch für die Frauenquote im von Sadie Shimmin als Lisa Holgersson geleiteten Team gesorgt.
Doch muss man zugeben, dass beiden zugunsten der Titelfigur entsprechend wenig Screentime und Bedeutung beigemessen wird.

Es ist demnach an Branagh, nicht nur seine Rolle aussagekräftig aus- und mit Leben zu füllen, sondern auch die Serie zu tragen. Das gelingt ihm hervorragend, wenngleich der Zuschauer die stark betonte emotionale Seite der Kunstfigur Wallander mögen muss, um mit dem Protagonisten warm zu werden. Denn mitunter wird der als melancholisch, grüblerisch und eigenbrötlerisch charakterisierten Rolle dann doch eine allzu weinerliche Art verpasst, während die ebenfalls vorhandene cholerische Seite dadurch eher untergeht.

Setzt auf Optik und Inhalt

Uneingeschränkt abwechslungsreich kommen hingegen alle drei Filme respektive Fälle daher. Diese bauen sich gut und nachvollziehbar auf, entwickeln sich ausreichend komplex und werden schließlich plausibel (auf)gelöst. Da macht das Mitermitteln vor dem Bildschirm Spaß und auch für Spannung ist gesorgt.

Kommissar Wallander und Team bei der Arbeit in „Kommissar Wallander – Staffel 1“. (Copyright: Edel:Motion)

Zu jener tragen vorrangig die außergewöhnlichen Kameraeinstellungen bei. Neben dem Spiel aus scharfen und unscharfen Aufnahmen verfehlen vor allem die Close-ups ihre Wirkung nicht. Nahaufnahmen in jeder Form und Intensität dominieren somit die Filme und bringen auch die Zuschauer nah an die Figuren und das Geschehen.

Dass es dabei dann auch mal blutig wird, verrät bereits die Altersempfehlung ab 16 Jahren. Ohne jedoch diesbezüglich in Effekthascherei auszuufern, behält „Kommissar Wallander“ stets ein gesundes Maß an Brutalität und Blutvergießen bei und zielt verstärkt auf die Figuren denn auf die eigentlichen Taten ab.

Fazit

Somit ist „Kommissar „Wallander – Staffel 1“ eine Serienadaption, die nicht nur auf Optik, sondern auch auf Inhalt setzt.

Wer also bislang auf diese Heimkinoveröffentlichung sehnsüchtig gewartet hat, dem tut Edel:Motion nun einen großen Gefallen. Davon abgesehen machen Krimi-Fans im Allgemeinen hier nicht viel falsch.

Trailer

Handlung

Kommissar Kurt Wallander (Kenneth Branagh) untersucht eine Reihe rätselhafter Verbrechen und scheinbar motivloser Morde in den vermeintlich friedlichen Orten in und um Ystad im schönen Südschweden. Was verbindet den schockierenden Selbstmord einer jungen Frau und den brutalen Mord an einem Regierungsminister? Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem erschlagenen Taxifahrer und dem vermeintlichen Herzinfarkt eines IT-Experten? Und gelingt es Wallander, den Mörder seines Kollegen zu stellen, bevor dieser ein weiteres Mal zuschlägt? Während er dabei überraschende und bisweilen schockierende Wahrheiten ans Licht bringt, muss sich der unvollkommene, aber zutiefst menschliche Kommissar auch seinen ganz persönlichen Dämonen stellen.

(Quelle: Edel:Motion)

Filme

01 Die falsche Fährte
02 Die Brandmauer
03 Mitsommermord

Details

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel:Motion
Erscheinungstermin: 27.11.2020
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 270 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde