Review

Mit seinem Blockbuster „Star Wars: Die letzten Jedi“ hat Regisseur Rian Johnson einen allenfalls kontrovers rezipierten Beitrag zur Skywalker-Saga geleistet. In eine ganze andere Richtung geht es mit seinem neuesten Film „Knives Out – Mord ist Familiensache“, mit dem er das Star-Wars-Universum weit hinter sich zurücklässt.

Lustvoll widmet sich der Filmemacher einem klassisch anmutenden Whodunit in bester Arthur Conan Doyle- oder auch Agatha Christie-Manier. Für dieses Projekt konnte Johnson ein beachtliches Ensemble zusammentrommeln, in dem sich Namen wie Daniel Craig, Ana de Armas, Chris Evans, Christopher Plummer, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Michael Shannon und noch einige mehr finden.

Ob „Knives Out“ hält, was der starbesetzte Cast verspricht, verraten wir euch hier.

Wer ist der Mörder?

Es soll ein großer Feiertag für die gesamte Familie Thrombey und Anhang (u.a. Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Michael Shannon) werden: Der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch Harlan Thrombey (Christopher Plummer) wird 85 Jahre alt und dies soll gefeiert und begossen werden. Doch was als Feierlichkeit beginnt, endet schon bald in einem kniffligen Kriminalfall.

Die Indizien deuten zunächst auf einen Selbstmord des Familienoberhaupts hin, und die Ermittler (Keith Stanfield & Noah Segan) tappen im Dunkeln. Zu ihrem Glück können sie sich bei ihren Ermittlungen auf eine Zusammenarbeit mit dem renommierten Detektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) verlassen. Der deckt schon bald Unstimmigkeiten in den Aussagen der zur Tatzeit anwesenden Gäste auf und zeigt, dass die vermeintliche Familienidylle der Thrombeys nichts als nur Fassade ist.

Der Fall ist anspruchsvoll und ungewöhnlich und für Benoit Blanc höchste Eile geboten, damit der Gesuchte nicht entkommt …

Unterhaltsames Schelmenstück

Nach der Enttäuschung, die „Star Wars: Die letzten Jedi“ – ebenso wie die übrige moderne Disney-Star-Wars-Filmreihe – am Ende des Tages doch war, findet Rian Johnson eindrucksvoll in die Erfolgsspur zurück.

„Knives Out – Mord ist Familiensache“ verneigt sich vor Genrevorbildern und -größen wie Sir Alfred Hitchcock, Sir Arthur Conan Doyle, Agatha Christie, Miss Marple oder auch Columbo, lässt sich von diesen inspirieren und geht dennoch ganz eigene Wege. Hierbei wählt Johnson, der nicht bloß für Regie, sondern auch das clevere Drehbuch verantwortlich zeichnet, einen vom Gewohnten abweichenden, ungewöhnlichen Aufbau seines Films, und eine anspruchsvolle Erzählweise. Dem Zuschauer sind schon früh Indizien und Umstände bekannt, denen die befassten Ermittler erst nach und nach auf die Spur kommen müssen (howcatchem). Ein besonders gewitzter Einfall ist dabei die Eigenart der jungen Pflegerin Marta Cabrera (Ana de Armas), die sich jedes Mal übergeben muss, wenn sie lügt.

Nach und nach werden so von Hercule Poirot-Nachfolger Benoit Blanc böse Intrigen und Geheimnisse aufgedeckt. Es entfaltet sich eine spannende, immer wieder humorvolle und auch bissige Geschichte, die es geradezu beiläufig schafft, noch Kommentare zu Trumps Amerika bzw. zu Fremden- und Ausländerfeindlichkeit im Allgemeinen abzugeben. Überladen wirkt der Film dennoch nie.

Das clevere Drehbuch wird ferner in eine überaus passende Kulisse eingekleidet: Das klassische Herrenhaus als Schauplatz des Verbrechens.

Hervorragende Darstellerinnen und Darsteller

In „Knives Out – Mord ist Familiensache“ glänzen u.a. Don Johnson als Richard Drysdale, Jamie Lee Curtis als Linda Drysdale und Ana de Armas als Marta Cabrera. (Copyright: LEONINE)

Die hervorragenden Darstellerinnen und Darsteller haben allesamt sichtlich Lust am Spiel und wollen sich hier in ihrer Bestform präsentieren. Selbst diejenigen unter ihnen, die mit wenig Screen-Time auskommen müssen, erwecken den Eindruck, ihre Rolle voll ausschöpfen und mit Leben ausfüllen zu wollen.

Besonders erfreulich ist es, Daniel Craig mal wieder in einer anderen Rolle als der des James Bond 007 zu sehen. Er enttäuscht nicht und verkörpert den überlegenen, scharfsinnigen Ermittler durchgehend glaubhaft.

Im Übrigen sind aus dem insgesamt bravourösen Ensemble meines Erachtens noch die Leistungen von Chris Evans, Jamie Lee Curtis sowie von Toni Collette mit Sonderapplaus zu bedenken.

Fazit

„Knives Out – Mord ist Familiensache“ dürfte bereits eines der Film-Highlights des Jahres 2020 sein. Ein cleveres und bissiges Drehbuch, eine ungewöhnliche Erzählweise und ein wunderbares Starensemble in Spiellaune.

Alles ist angerichtet für einen vergnüglichen Krimi-Abend auf der Couch.

Trailer

Inhalt

Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot! Und nicht nur das – der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Doch natürlich wollen weder die versammelte exzentrische Verwandtschaft noch das treu ergebene Hauspersonal etwas gesehen haben. Ein Fall für Benoit Blanc (Daniel Craig)! Der lässig-elegante Kommissar beginnt seine Ermittlungen und während sich sämtliche anwesenden Gäste alles andere als kooperativ zeigen, spitzt sich die Lage zu und das Misstrauen untereinander wächst. Ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern muss durchkämmt werden, um die Wahrheit hinter Thrombeys vorzeitigem Tod zu enthüllen.

(Quelle: LEONINE)

Details

Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: LEONINE
Erscheinungstermin: 08.05.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 131 Minuten

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)