Review

Eine etwas andere Geschichte aus 1001 Nacht

„Ein aufregendes Abenteuer für die ganze Familie“ – so kündigt die Beschreibung auf der Heimkinoveröffentlichung ebenjene namens „Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ an.

Und dieses Mal ist es nicht Disney, sondern justbridge entertainment, die Aladin, die Hauptfigur aus den „Märchen aus 1001 Nacht“, in einem Animationsabenteuer auf die Leinwand respektive Bildschirme bringt.

Wie der Titel bereits verheißt, ist es ferner nicht die bekannte Wunderlampe, die hier eine Rolle spielt, sondern ein fliegender Teppich, der dem jungen Protagonisten hilft, die große weite Welt zu bereisen und Abenteuer zu erleben.

Regisseur Karsten Kiilerich, der u.a. mit „Der kleine Vampir“ bereits für animierte Unterhaltung gesorgt hat, greift bei seiner Inszenierung jedoch lediglich grobe Grundzüge der Geschichte aus 1001 Nacht auf. Vielmehr orientiert er sich an dem dänischen Roman „Hodja im Orient“ von Ole Lund Kirkegaard und kreiert damit eine eigene Geschichte.

Deutlicher Fokus auf ein jüngeres Publikum

Diese ist gespickt mit lehrreichen Lektionen über Freundschaft, Zusammenhalt und Moral, und spricht – nicht zuletzt durch die deutsche Synchronisation, übernommen von „KiKa-Stars“ wie Julian Janssen, Annika Preil und Jess Lange -, eine eher jüngere Zielgruppe an.

Entsprechend farbenfroh und kindlich bzw. kindgerecht animiert geht es in „Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ zu, während auch auf einige nette Details nicht verzichtet wird. Gerade diese sorgen dafür, dass sich Jung und Alt schnell in die hier gezeichnete orientalische Welt einfinden.

Dabei trifft man nicht nur auf den abenteuerlustigen Aladin und seine Ziege Suleika, sondern auf allerlei weitere diverse Figuren. Doch worum geht es genau?

Darum geht es in >Kleiner Aladin und der Zauberteppich<

Während Aladins Vater möchte, dass sein Sohn in seine Fußstapfen tritt und ein Schneider wird, packt Aladin das Fernweh. Seine Chance, der Langeweile seines Heimatorts zu entfliehen, sieht er gekommen, als ihm sein Nachbar El Faza einen geheimnisvollen Teppich überlässt, der fliegen kann.

Mit dem Auftrag, in Petto, der Stadt des Sultans, nach El Fazas Enkelin zu suchen, beginnt Aladins Abenteuer, das er gemeinsam mit seiner Ziege Suleika bestreitet.

In Petto angekommen, muss sich der Nachwuchsabenteurer jedoch nicht nur mit der Suche nach El Fazas Enkelin auseinandersetzen, auch sein zwischenzeitlich gestohlenes Fluggerät, dessen magische Fähigkeiten die Begierde des fiesen Sultans geweckt haben, sorgt für einigen Trubel. Gemeinsam mit neu gewonnenen Freunden stellt sich Aladin den Herausforderungen, die sich schwieriger gestalten, als in seinen kühnsten Träumen gedacht …

Temporeich und kurzweilig

Temporeich schreitet die Handlung über ihre Gesamtlänge von knapp 84 Minuten voran. Die dabei erzeugte Spannung bleibt indes derart gemäßigt, dass selbst die jüngsten Zuschauer ein Auge riskieren können.

In „Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ geht es mit Ziege und fliegendem Teppich in ein animiertes Abenteuer. (Copyright: justbridge entertainment)

Positiv zu erwähnen ist außerdem, dass hier – mit Ausnahme des Titelsongs „Mit meinem Teppich“ von Donikkl – nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit gesungen wird, wie es angesichts der Zielgruppenorientierung eventuell zu vermuten gewesen wäre. Somit wird phasenweise für musikalische Auflockerung gesorgt, die jedoch zu keinem Zeitpunkt ausufernd wirkt und daher letztlich auch erwachsene Zuschauer nicht zu sehr abschreckt.

Fazit

„Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ entpuppt sich als kurzweiliger Animationsspaß mit orientalischem Flair. Insgesamt hätte jedoch die ganze Familie als Zielgruppe mehr im Fokus stehen können. So haben die jüngeren Zuschauer sicherlich viel Freude an diesem schnell abgehandelten Abenteuer, das erwachsenere Publikum kommt hingegen mit mainstreamigen Genre-Größen und -Klassikern eher auf seine Kosten.

 

Trailer

Handlung

Das Leben in seinem kleinen Wüstendorf findet der abenteuerlustige Aladin alles andere als spannend. Er sehnt sich in die große Welt, wo er beweisen möchte, dass mehr in ihm steckt als ein Schneider. Denn das ist die Zukunft, die sein Vater für ihn sieht. Seine Chance sieht Aladin gekommen, als ihm sein Nachbar El Faza einen geheimnisvollen Teppich überlässt, der fliegen kann. Zusammen mit seiner Ziege Suleika, die Aladin nicht von der Seite weicht, macht sich der junge Abenteurer auf nach Petto, der Stadt des Sultans. Dort vermutet der alte El Faza seine Enkelin, die Aladin zu ihm zurückbringen soll. Doch die magischen Fähigkeiten des Teppichs wecken die Begierde des fiesen Sultans und zusammen mit der mutigen Smaragda, die Aladin in Petto trifft, muss er nicht nur sein zwischenzeitlich gestohlenes Fluggerät wiederfinden, auch die Enkelin El Fazas aufzuspüren entpuppt sich viel schwieriger als in seinen kühnsten Träumen gedacht…

(Quelle: justbridge entertainment GmbH)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region B/2
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: justbridge entertainment
Erscheinungstermin: 14.02.2020
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 84 Minuten
Extras: Musikvideo von Donikkl „Mit meinem Teppich“

Copyright Cover: justbridge entertainment GmbH



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde