Review

Die Produzenten von Filmen wie „Arrival“ oder „Stranger Things“ bringen unter der Regie der Brüder Josh und Jonathan Baker mit „KIN“ neue Sci-Fi-Action unters Volk. Diese ist durch Concorde Home Entertainment ab sofort für das Heimkino erhältlich.

>Manche Dinge sind nicht dazu bestimmt, entdeckt zu werden<

So heißt es in der Presseinfo zum Inhalt von „KIN“. Doch würde Jungschauspieler Myles Truitt in seiner Rolle als Teenager Eli nicht einen mysteriösen Gegenstand finden, der wie eine Art Alien-Waffe anmutet, würde die Handlung von „KIN“, die immerhin auf 103 Minuten angelegt ist, kaum existieren oder voranschreiten. Immerhin baut sich der Sci-Fi-Actioner mit Roadmovie-Flair vor allem um diesen geheimnisvollen Fund auf.

Bekannte Gesichter und Newcomer

Dabei trifft der Zuschauer auf einige bekannte Gesichter, denn die Besetzung trumpft mit Namen wie Jack Reynor („Detroit“), James Franco („Stürmische Ernte“), Dennis Quaid („G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“) und Zoë Kravitz („Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“) auf.

Im Mittelpunkt dieser illustren Runde steht allerdings Youngster Myles Truitt als besagter Eli. Der Newcomer hat an seinem neuen, durch Zufall gefundenen „Hightech-Souvenir“, das – so soll der Zuschauer schon bald erfahren – in aktiviertem Zustand nicht nur blinken und leuchten kann, sondern auch mächtig Wumms hat, zeitweise ziemlich schwer zu tragen, fällt die Waffe doch beinahe ebenso groß aus wie der Jungdarsteller selbst. Umso erstaunlicher, wie schnell der Teenie Herr über das mysteriöse Instrumentarium wird. Insgesamt wundert man sich stellenweise über allzu schnelle Handlungs- und Figurenentwicklungen.

Die Zuschauer wird es indes auch nicht wundern, dass die besagte futuristische Waffe schon bald die eigentlichen Besitzer auf den Plan rufen wird … Nicht nur an dieser Stelle gestaltet sich „KIN“ zuweilen sehr vorhersehbar. Entschädigt wird man jedoch durch daraus resultierende temporeiche Actionszenen, die solide und effektvoll umgesetzt sind.

Ungleiches Trio: Zoë Kravitz, Jack Reynor und Myles Truitt in „KIN“. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

An Elis Seite steht schon bald Bruder Jimmy, der mit Jack Reynor gut besetzt wirkt. Durch seinen ihm zugeschriebenen Lebenswandel verliert der Film nicht nur schnell Schauspieler Dennis Quaid als Vaterfigur Hal, sondern gewinnt neben den mysteriösen Fremden außerdem eine Gangsterbande als Verfolger des absichtlich ungleich bzw. konträr dargestellten Bruderpaars.

Das brüderliche Zweiergespann ergänzt nach einiger Laufzeit Milly, gespielt von Zoë Kravitz. Ihre Rolle ist allerdings (noch) nicht der Rede wert. So kann bei ihrer Figur weder von einer starken Frauenfigur noch von einem relevanten Charakter gesprochen werden. Selbst wenn eine Fortsetzung kommen wird, in der dieser Charakter mehr Raum bekommen könnte, hätte dies bereits in „KIN“ der Fall sein dürfen. Denn bisher ist sie eher schmückendes Beiwerk als von tatsächlichen Belang.

Fazit

Ist es „KIN“ nun also auch selbst wert, entdeckt zu werden? Für Fans von kurzweiliger Action, die mit Sci-Fi-Elementen angereichert ist, lohnt sich ein Blick genau dann, wenn nicht allzu viel Wert auf Logik gelegt wird. Sofern man es dann noch verkraftet, dass sich die aufbauende Spannung des Films nicht in einem fulminanten Finale entlädt, sondern sich stattdessen eine Fortsetzung ankündigt, steht einem netten Fernsehabend – nicht mehr, aber auch nicht weniger – nichts im Weg.

Trailer

Handlung

Auf einem Streifzug findet Teenager Eli einen mysteriösen Gegenstand, der wie eine futuristische Waffe aussieht. Zunächst hält er seinen Fund geheim, doch als sein frisch aus dem Gefängnis entlassender Bruder Jimmy von seinem alten Gangsterboss bedroht wird, nutzt Eli den Apparat, der sich als mächtige Alien-Waffe erweist, um seinem Bruder zu helfen – nicht ahnend, dass sie dadurch zu Gejagten werden. Jetzt ist nicht nur die Gangsterbande hinter ihnen her, sondern auch die außerirdischen Streitkräfte, die die Waffe einst zurückgelassen haben und unbedingt wieder zurück wollen!

(Quelle: Concorde Home Entertainment)

KIN – Facebook

Details

Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 06.06.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 103 Minuten
Extras: Kurzfilm „Bag Man“ / 5-teiliges Making-of / Featurette: Eine Analyse der Special Effects / Deutscher Trailer und Original-Kinotrailer / Programmtipps / Wendecover

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde