Review

Mit John Wick: Kapitel 3″ (im Original „John Wick: Chapter 3 – Parabellum“) bringen Regisseur Chad Stahelski und der 55-jährige Action-Veteran Keanu Reeves zum dritten Mal das Action-Franchise rund um die wortkarge Ein-Mann-Armee John Wick auf die große Leinwand zurück.

Anlässlich der Heimkino-Veröffentlichung haben wir uns den nächsten Rundumschlag der Baba Jaga angesehen und verraten euch hier, warum sich der Actionkracher hinter den brillanten Kampfkunst-Choreografien in asiatischen Martial Arts-Filmen und anderen großen Genrevertretern nicht zu verstecken braucht.

Zum Abschuss freigegeben

John Wick ist vogelfrei. Nach den Ereignissen aus „John Wick: Kapitel 2“ und insbesondere dem Ableben von Mafia-Chefin Gianna D’Antonio (Claudia Gerini) und dem Mord an Santino D’Antonio (Riccardo Scamarcio) im Hotel Continental wurde gegenüber Auftragskiller John Wick (Keanu Reeves) das „Excommunicado“ erklärt. Auf ihn ist nunmehr ein Kopfgeld in Höhe von 14 Millionen Dollar ausgesetzt, alle Gangster und Killer der Unterwelt sind auf der Suche nach ihm und die Hohe Kammer, der Kopf des weltweiten Verbrechersyndikats, untersagt sämtlichen Mitgliedern der Gangster-Parallelwelt, den Ausgestoßenen durch Waffen, Dienstleistungen oder auf sonstige Art und Weise zu unterstützen.

Winston (Ian McShane), der Chef vom Continental Hotel, verschafft dem Geschassten noch eine Stunde Galgenfrist, bevor die wilde Jagd beginnt. Doch John Wick wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Während sich der Schwarze Mann durch die Weltgeschichte prügelt und mordet, werden seine Unterstützer wie Winston, der Bowery King (Laurence Fishburne) oder auch die russische Direktorin (Anjelica Huston) von der skrupellosen Richterin (Asia Kate Dillon) heimgesucht, die nach den Regelverstößen Loyalität einfordert und mit derben Konsequenzen droht.

Unterdessen versucht John irgendwie den Pfad der Gewalt zu verlassen, wobei er von einem Gefecht in das nächste stürzt …

Mehr Feuerkraft, mehr Action, mehr John Wick

„Chapter 3 – Parabellum“ ist ein würdiger Nachfolger des bisherigen John Wick-Franchises. Dabei steht die neueste Auskopplung seinen Vorgängern in Sachen Action in nichts nach. Ganz im Gegenteil, dieser Teil legt noch einen ordentlichen Zahn zu – und das nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ.

Die Actionszenen sind abermals perfekt choreografiert sowie sensationell und furios inszeniert. Chad Stahelski und sein Team werden dabei noch erfinderischer und kreativer als zuvor und lassen sich mitunter aberwitzige Kampfsequenzen einfallen:

Ob John nun einem Pferd beherzt auf den Hintern schlägt und dieses einen Auftragskiller quer aus dem Bild tritt, er einen hünenhaften Kontrahenten mit einem Buch (!) vermöbelt, einem Widersacher ein großes Messer langsam durch das Auge in den Schädel rammt, mit zig antiken Messern und Dolchen um sich wirft, sich der Unterstützung gepanzerter Kampfhunde erfreuen darf, Assassinen durch mannshohe Glaskästen schleudert oder selbst geschleudert wird oder auch auf einem schwarzen Pferd durch die nächtliche Metropole galoppiert, hier bleiben für Action-Fans keine Wünsche offen. Irgendwann ist das Publikum gefühlt ebenso erschöpft und verschwitzt wie der alternde Action-Star.

Dabei ist der FSK 18-Actionfilm im Ganzen erheblich gewalttätiger und exzessiver als die Vorgänger, wobei die Grundstimmung weniger ernsthaft ist. Insbesondere der letzte Gegner Wicks (Mark Dacascos) sorgt als „Fanboy“ der Legende – als comic relief – eher für Entlastung des Zuschauers.

Stil und Tiefe der John-Wick-Reihe

Stilistisch fährt Kapitel 3 im selben Fahrwasser wie die vorherigen beiden Filme. Auch der neue „John Wick“ sieht also stylish aus und ist erneut in den Mix aus Finsternis und Neonfarben gehüllt.

Das Action-Franchise widmet sich hier noch ausgiebiger der Geheimgesellschaft der Gangster-Welt als New Yorker Parallelwelt und ergründet weiter deren Regeln und Mechanismen. Auch auf die persönliche Vergangenheit und Hintergrundgeschichte John Wicks wird eingegangen, wobei dieser Einblick derart oberflächlich bleibt, dass er eigentlich entbehrlich erscheint. Auch im Übrigen lässt sich bei Teil 3 ein gewisser Trend zur Überlänge feststellen. Die Vorgänger erzählen ihre Geschichten da zuweilen schnörkelloser und zielstrebiger.

Der Cast

Keanu Reeves kehrt zum dritten Mal zu seiner neuen Paraderolle als John Wick zurück. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Zu dem üblichen John Wick-Cast, vor allem bestehend aus Keanu Reeves, Ian McShane, Lance Reddick und Laurence Fishburne, stoßen hier insbesondere noch Saïd Taghmaoui, Jerome Flynn, Anjelica Huston, Asia Kate Dillon sowie Halle Berry hinzu, wobei insbesondere die Letztgenannten erinnerungswürdig agieren.

Berry macht in den Actionszenen als Killerin Sofia mit ihren gepanzerten Kampfhunden einen mehr als soliden Eindruck und zeigt, dass sie noch lange nicht „zum alten Eisen“ zählt.

Ausgesprochen glaubwürdig und eine echte Bereicherung ist Asia Kate Dillon als eiskalte Richterin und strikte Verfechterin der Regeln der Geheimgesellschaft.

Fazit

Ein vierter Teil der John Wick-Reihe ist – zur Freude aller Fans – bereits in Planung. Und Reeves gab unlängst an, die jetzt schon ikonische Rolle noch spielen zu wollen, so weit seine Beine ihn tragen und so lange das Publikum es sehen wolle. Solange das Action-Franchise auf einem derart hohen Niveau abliefert, dürfte kein Kinogänger etwas dagegen haben und den sympathischen Keanu Reeves weiter mit offenen Armen empfangen.

 

Trailer

Inhalt

Bleihaltiges drittes Kapitel des mega-erfolgreichen Action-Franchise!

Zeit ist ein kostbares Gut. Das ist auch John Wick, dem Auftragskiller par excellence, bewusst. Nachdem er ein Mitglied der Hohen Kammer – einer geheimnisvollen Assasinen-Gilde – tötete, wurde Wick zum „Excommunicado“ erklärt und mit einem Kopfgeld von 14 Millionen Dollar belegt. Immerhin eine Stunde Galgenfrist hat ihm Winston vom Continental Hotel eigenmächtig gewährt. Die skrupellosesten Auftragsmörder der Welt verfolgen nun jeden Schritt des Ausgestoßenen und wetzen ihre Klingen. Doch John Wick hat noch ein paar Asse im Ärmel sowie einen entscheidenden Vorteil auf seiner Seite: Regeln sind für ihn Vergangenheit.

(Quelle: Concorde Home Entertainment)

Details

Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 04.10.2019
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 132 Minuten
Extras: Parabellum: Das Vermächtnis der Hohen Kammer / Excommunicado / Das Ziel vor Augen / Aufsatteln, Mr. Wick! / Motorräder, Klingen, Brücken und Bits / Das Continental in der Wüste / Dog Fu / Das Haus aus Glas / Aufnahme für Aufnahme / Deutscher Kinoteaser / Deutsche und Original-Kinotrailer

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)