Review

„Zurück in die Hölle“ – so lautet der Untertitel von „Jarhead 2“, einem Film, der in gewaltige Fußstapfen treten muss. Denn der erste Teil „Jarhead: Willkommen im Dreck“ war ein meisterhaft inszenierter Anti-Kriegsfilm, der vor allem durch den brillanten Jake Gyllenhaal getragen wurde. Die Story war bei diesem Film im Irak angesiedelt, und zwar zur Zeit des Kuwait-Konflikts. Das Hauptaugenmerk lag nicht auf stumpfem Rumgeballere, sondern fokussierte das Leben eines Marine in der Wüste und welche Konsequenzen dieses Dasein nach sich ziehen kann.

Mit dementsprechend großen Erwartungen wurde „Jarhead 2“ eingelegt und ich kann bereits an dieser Stelle mitteilen, dass dieser Streifen für Fans des ersten Teils eher enttäuschend ist. Denn bei „Jarhead 2“ steht nicht das Leben als Marine im Vordergrund, sondern nur das Rumgeballere. Es handelt sich um einen reinen Kriegsfilm, bei dem die Protagonisten einen kniffligen Auftrag zu erfüllen haben. Bei dieser Mission wachsen sie – wie in Hollywood Streifen üblich – über sich hinaus und stellen sich einer Übermacht von Kontrahenten.

Der Film spielt in Afghanistan und der Kern der Geschichte ist der Konflikt mit den Taliban. Eigentlich ideale Rahmenbedingungen, um das Flair des ersten Teils aufzugreifen und unter verschärften Bedingungen zu verarbeiten, doch dies wurde nicht einmal probiert. Bereits in den ersten Minuten wird statt auf Seriosität auf Slapstick Humor gesetzt und ziemlich bald danach geht es nur noch um effizientes Erledigen von möglichst vielen Gegnern auf möglichst abwechslungsreiche Art und Weise. Das hat mit „Jarhead“ rein gar nichts mehr zu tun.

Helden unter sich (Copyright: Universal Pictures)

Helden unter sich (Copyright: Universal Pictures)

Statt die negativen und dramatischen Folgen des Krieges zu zeigen, um dem Zuschauer vor Augen zu führen, was „Krieg“ wirklich bedeutet – ich denke hier insbesondere an die legendäre Szene mit dem angegriffenen Flüchtlingskonvoi im ersten Teil – wird der Krieg als solches eher verharmlost und die U.S. Marines – wie man es auch von vielen anderen Filmen kennt – als unbesiegbare und vor allem unfehlbare Helden präsentiert.
Schade, dass sich ein so großes Studio wie Universal auf diese Art von Fortsetzung eingelassen hat.

„Jarhead 2“ wird sicherlich die Fans von typisch amerikanischen Kriegsfilmen gut unterhalten können, jene, die den ersten Teil geliebt haben, werden jedoch ziemlich enttäuscht sein.

Auf produktionstechnischer Seite gibt es jedoch nichts zu meckern. Die Schauspieler machen ihren Job allesamt gut und spielen die recht platt angelegten Rollen überzeugend.
Soundtrack und Bilder sorgen durchgehend für die richtige Stimmung und auch die Spannungsmomente wurden gut inszeniert. Immerhin.

Trailer

Handlung

Corporal Chris verrichtet routiniert seinen Dienst in Afghanistan als Teil eines Versorgungskommandos im Feindgebiet der Taliban. Daheim ist die Frau im 8. Monat schwanger, und Chris überlegt, in bälde die Army zu verlassen, als ihm sein Hauptmann den vakanten Posten des Truppenführers anträgt. Chris sagt zu, und gerät prompt auf der ersten Fahrt unter seinem Kommando in den größten Schlamassel. Bei der Fracht handelt es sich nämlich um eine einheimische Frau, und alle Taliban der Welt scheinen hinter dieser her zu sein.

(Copyright: VideoMarkt)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universal Pictures Germany GmbH
Erscheinungstermin: 25.09.2014
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 98 Minuten

Copyright Cover: Universal Pictures Germany GmbH



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.